Unser Erbe ist kein Frieden – eher Krieg
Es ist alles gesagt,
alles schon einmal gelebt
wenn auch nicht von uns
doch von den Müttern und Vätern
die uns Kinder schonten
indem sie darüber schwiegen
was ihre Vergangenheit ist .
der Unfrieden blieb
.
Astrid Ruppert erzählt uns
in der - Trilogie der Winterfrauen -
in der Originalausgabe von 2021-bis heute im Leben von
Drei Frauen. Drei Lebensläufe, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Drei Generationen der Familie Winter. Als Maya sich auf Spurensuche in die Vergangenheit begibt, entfaltet sich die bewegende Geschichte der Frauen ihrer Familie – und ihre eigene. Astrid Ruppert geht in ihrer mitreißenden Trilogie der Frage nach, was Mütter und Töchter zusammenhält und wie man selbst diese Beziehung ein Leben lang prägt.
* leuchtende Tage
* Wilde Jahre
* ein Ort der sich zuhause nennt
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Band 3 geht in die heutige Zeit in der wir leben... |
von einer Zeit
die lange zurück liegt
nie Vergangenheit ist
und wieder bedroht
wenn sich Menschen uneins
und verschiedener Auffassung sind
hätte ich diese Bücher gelesen als
meine Mutter noch lebte
hätte ich sie mit anderen Augen
betrachtet
als mit denen in der ich sie
und sie mich als Kind erlebte
bis in die Teenager - zeit und im
eigenen Heranwachsen
bestimmt hätte ich sie besser verstanden - ihre Beweggründe akzeptiert
respektiert habe ich sie immer
aber sie schwieg.
In den Berichten und Erzählungen der Zeitzeugen entstehen die Geschichten die sie er/- und gelebt haben.
Tragisch für jeden , - der vor einem Krieg steht, - dass wir zu wenig von ihm und den Menschen darin wissen, weil Täter und Opfer die wir waren, nie wirklich etwas davon wissen wollten.
nie wieder Krieg ! sollte der Leitsatz in unserem Leben sein. Krieg zerstört Leben.
was hat mich am meisten und stärksten berührt beim lesen dieser drei Bände.
in vielen Teilen der Bücher hab ich mich selbst dabei erkannt.
- > im gegenseitigen Verständnis, im Denken, fühlen und manchem Handeln im eigenen Umgang mit Mutter und/oder Tochter. Ob man zuhört was der andere sagt, ob man hinterfragt oder lieber schweigt um keinen Ärger zu haben, ob man den anderen versteht oder sich nicht genug bemüht.
bestimmte Jahrgänge von uns - zwischen und nach den Kriegen - ob mit eigenen Kindern oder ohne haben unsere Mütter erlebt, ob sie redeten oder beharrlich schwiegen. Sehr oft war es schwer mit ihnen deshalb umzugehen. Ihr Erbe der dunklen Vergangenheit blieb in uns zurück. Wir spüren es, auch wenn wir es oft verleugnen und nicht sehen wollen..
Alle drei Bände haben mich emotional unglaublich tief berührt. Meist war mir so, - als würde ich selbst durch all diese Geschichten mit hindurch wandern und ebenso mitempfinden können was diese Frauen alles für und auch gegeneinander tun, die auf irgendeine Art miteinander leben.
Die Beziehungen die sie eingehen, das nicht miteinander sprechen können und das große Schweigen dahinter, wenn sie sich nicht zueinander öffnen und miteinander sprechen können. Von der Großmutter zur Mutter, der Mutter zur Tochter und der Tochter wiederum zu ihrem Kind, weil jedes Leben miteinander verwoben und mit ineinander verbacken sind.
Stellenweise und fast immer zum Schluß erzählt die Autorin so mitreißend emotional, dass mir die Tränen kamen und ich völlig aufgelöst fast nicht mehr weiter lesen konnte um dann in vielen Seiten vor lauter Tränen nicht die Worte erkennen konnte in denen sie geschrieben sind, so sehr ähneln sie oftmals in Teilstücken aus unserem eigenen Leben bestimmten Situationen mit ihnen.
Bücher die man heute besser versteht
weil der Krieg
die Nachkriegsjahre
wieder vor unserer Haustüre liegt
wenn es niemand ->
wer auch immer - verhindert
Alle schwiegen
all das erleben wir
die Kinder und Enkel fast alle
deren Mütter und Großmütter
Väter und ältere Brüder noch leben.
Sie wissen
was das Wort Krieg bedeutet
und beten seit Jahren
dass sie diese Zeit nicht mehr erleben
.
die Albträume dieser Zeit bleiben in den Köpfen und Herzen der Menschen die diese Kriege miterlebt haben haften und belasten sehr..
Diese und ähnliche Familienchroniken sind zeitlos und gehören in meinen Augen in die Schulen um sie durchzusprechen und Verständnis und Wissen über Krieg und Frieden in die Köpfe unserer Kinder zu pflanzen.
es sind auch Lehrbücher wie man mit Flüchtlingen umgeht - und wie es ihnen in dieser Zeit geht - die auch wir damals - quer durch Städte ,Orte und Dörfer waren, und auch daraus haben wir - wenn man in die heutige Zeit hineinsieht NICHTS gelernt., oder wie ist viel eigenes Verhalten unseres Landes sonst zu erklären?
Bei mir bleiben viele Fragen zurück.
Was machen wir
wir rüsten erneut auf
um es zu verhindern
oder es zu forcieren
die Hilflosigkeit
es zu entscheiden
bleibt die gleiche wie damals
mitten im Krieg.
werden wir jemals erwachsen genug
um es - was auch immer an Wissen - unseren Kindern und deren Kindern mitzugeben ?
Wissen schärft den Verstand.
früher war das nie - später nie mehr....
als Lesetipp bekam ich heute von Helga im Kommentar ein Buch empfohlen das ich auf jeden Fall zum Thema lesen möchte
Titel: wir haben wieder aufgebaut von
Antonia Meiners der Herausgeberin des Bildbandes mit Geschichten bekannter Autorinnen und hoffe ich finde es in der Bibliothek. Wie ich sehe mit Beiträgen von Hildegard Hamm - Brücher, Gisela Lange , - Hella Maron, Elfriede Brüning u.v.a. sie erzählen..
Der Bildband ist am Ende mit Kurzbiographien der Zeitzeuginnen besetzt,
außerdem Quellenhinweisen und mehr.
Ich habe ihn heute beim Bibliotheksbesuch gefunden...
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hoffen wir dass diese Zeiten nie wieder kommen.. beim lesen bekommt man einen anderen und zusätzlichen Blick auf die heutigen Gedanken zur Flüchtlingskrise |
ich denke man braucht starke und stabile Nerven um es zu lesen...
@ angelface