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Donnerstag, 27. Februar 2020

190 Seiten erleben...


 Zeit zu lesen..... ein 190 Seiten Buch…
nicht dick, nicht viel aber inhaltsschwer.
Ein tiefer Seufzer durchfährt mich und im Moment möchte ich wirklich nicht in den Spiegel schauen um mein - von Tränen verquollenes Gesicht -  darin zu entdecken.
Was machst du mit mir – Hubertus -M.B.
ich habe niemals gezählt  wie viele Bücher ich bisher gelesen habe. Es sind unendlich viele, die ich in meinem Leben bisher konsumiert habe und es war – unter vielem anderen -  viel Mist dabei.
Etliches was ich beiseitelegte und danach nicht mal mehr den Titel wusste.
      Anderes, wonach ich  sofort nachschaute was der Autor noch in seinem Leben zu Papier  gebracht hatte weil mir die Art und Weise, wie er schrieb außerordentlich gefallen hat und mich beeindruckte.
Ein ausgesprochenes Wort ist schnell vergessen wenn es die Lippen verlassen hat, geschriebenes steht wie in Stein gemeißelt und hält einen fest.
 Man lauscht ihm gebannt.
Diesem Buch fehlt  alles reißerische - aufmüpfige, beifallheischende - fast sachlich streng, zeitweise ist es weder Erzählung noch Roman. Es ist seine Geschichte...und die beeindruckt.
Als ich es las,  schimmerte seine charakterstarke  Persönlichkeit die man durch das Fernsehen kennt, durch seine Zeilen und Gedanken,  als würde er mir gegenüberstehen und sich mit mir unterhalten, als würde er mir unmittelbar erzählen was ihn bewegt.
Vielleicht ist dies das Geheimnis des Buches.
       „Die  ganze Scheiße mit der Zeit“, das berechtigt zum Bestseller geworden ist, hat mir meine älteste Freundin mit der Widmung  geschenkt: viel Spaß beim Lesen, doch ich weiß nicht, ob ich es als Spaß bezeichnen kann, dich zu lesen, nein – es hat mich erschüttert und zum hemmungslosen Weinen gebracht wobei ich nicht mal weiß – warum.
     Ich "kenne" dich nun wie jeder Fernsehzuschauer, seitdem du die Talkshow im NDR moderierst, weiß, dass du als Regisseur Filme produziert hat, erkenne dein zerknittertes und etwas verschmitztes altes Jungsgesicht im Fernsehen und habe mich immer gefreut zu entdecken,  dass dich der Schalk,  der Humor und auch die Nachdenklichkeit die dir eigen sind und dich ausmachen, nie verlassen hat. Doch in diesem Buch hast du etwas in mir bewegt  was ich nie für möglich gehalten habe: ich konnte ab  der Seite 101 nicht mehr weiter lesen.
 Sacken lassen was ich gelesen habe…
weiter weinen. Pause machen, nachdenken – mitdenken – mit- leben - mitfühlen – und verstehen.
Das passiert einem bestimmt nicht mit jedem guten Buch.
      ES gibt 100 Bücher, die einen langweilen, 300 Bücher die einen anregen – aufregen – unterhalten,
200 Bücher, die so spannend sind dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen und wenige Bücher, die den Leser bis in die Tiefe erschüttern.
Deines ist so eines, es haut einen um und man weiß nicht mal, warum.
Vielleicht, weil es so ehrlich ist, so authentisch -  ich mag das Wort nicht besonders, es wurde so ausgelutscht, so oft gebraucht - wenn es einen Menschen beschreiben sollte.
Wahrhaft - ehrlich, und unglaublich lebensnah würde ich es eher nennen.
Es ist klug geschrieben, es schimmert und zeigt so viel Gefühl  das du selbst oft nicht einordnen kannst, - wie es es scheint -  wo ein anderer schamvoll sein Gesicht hinter seinen Zeilen verstecken würde, zeigst du deines  in  schonungsloser Offenheit , auch in der Unsicherheit und Hilflosigkeit gelebter, und  bisheriger Erfahrungen.
      Zukunft  - nur ein Wort für dich ohne Bedeutung.
Es ist keine Biographie, keine Erzählung, eher weit in die Erinnerung reichende Gedanken und Empfindungen die dich bewegen, "nur das was Unfallopfer berichten wenn das Leben in Sekundenschnelle an einem vorüberzieht", ein Zitat von ihm im Buch, -  das stimmt.
Ich kenne dieses Gefühl, es ist mir nicht fremd -  vielleicht beeindruckt es mich deshalb so, das empfinde ich auch und damit bist du dem Leser, in diesem Fall mir, so nah als würde ich dich in Echtzeit kennen, was es nicht ist.
Ich bin nur einer deiner Leser der dich verschlungen hat mit all den Gedanken die du in dieses Buch hineingelegt hast.
„ Es gibt keine vernünftige Alternative zum Optimismus“ – deine Worte Hubertus Meyer- Burghardt, mögen dich Kafka und Show noch lange, aber  nur heimlich und still begleiten ohne dir zu schaden  bevor sie dich einholen.
 Danke ...ein Glück dass es mir geschenkt wurde, ein Glück dass ich es lesen durfte, ein Glück dass du es so geschrieben hast.
.... und während Frau Holle fleissig ihre Kissen über dem Vogelsberg weiter ausschüttelt, damit Wiesen - Felder - und Hügel bedeckt bis alles tief im  unschuldigen Weiß versinkt, lese ich weiter in deinem Buch.

@   Angelface

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