Früher...und nachts...

hab ich viel geschrieben , zu Zeiten als ich noch eine Homepage besaß, als ich ganz woanders wohnte hoch oben auf dem Berg wo sich die Rehe vor meinem Schlafzimmer hustend in den Wiesen am Morgen guten Tag sagen.
Nachts war es so still, man hörte nur die Geräusche der Nacht, sah das ferne Leuchten der Laster an der Zufahrtsstraße weit entfernt zur Autobahnbrücke-. Da hatte ich gerade aufgehört in der Praxis zu arbeiten und machte oft die Nacht zum Tag.
Warum denke ich gerade jetzt daran und sehe in meinem Inneren die Bilder des großen Schlafzimmers, in dem das ganze Jahr die weit geöffneten Fenster den Mittelpunkt meiner Aussicht des Nachts bildeten.
Wahrscheinlich verarbeite ich gerade die letzten beiden Tage an denen so viel geschah, ich so viel erfuhr, weil ich nicht in meinem Zuhause war.
Ich war nach meinem Traum aufgewacht,
schaute auf die Uhr sah, es war noch viel zu früh zum aufstehen und
tat es dennoch. Das kleine Licht im Bad hatte ich wohl vergessen, es
glimmte durch den Boden der Tür als ich ins Wohnzimmer hinunter
trottete um dort den Kater Nero erst schlafend im Sessel und später vor Oskar zu entdecken.
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| irgendwie finden sie sich immer zusammen ... in diesem Fall teilen sie sich die Nacht.. die Taschenlampe im Handy gab aber genügend Licht dass ich nicht über sie fiel.. |
Du
kleiner Verrückter Nr I und II dachte ich mir, zuletzt hatte ich beide gegen
Nachmittag auf der Terrasse der Nachbarin gesehen als wir uns zu
dritt unterhielten während Jack, Nero und Carlos die drei Kater um
uns in der Sonne spielten und im Spiel zankten. In der warmen Erde das Katerfell wälzen muss schön sein, denn sie machten es alle drei.
- Wir drei und die drei – selten aber
ja-daran musste ich für eine Minute denken. Passt mal wieder, - sagten
wir und lachten während wir leckeren Tee in der Nachmittagssonne tranken. Die Sonne tat richtig gut, blieb aber nicht lange...
Wir sitzen selten zusammen, der Alltag und die Zeit gibt es oft nicht her. Jede von uns hat einen eigenen Alltag, eigene Pflichten, andere Interessen - Sport oder Hobbys - andere Freunde und Bekannte, wie das eben so ist wenn man sich spät kennen lernt und merkt - ja das passt.(wie bei den Katern, die sich vorher in ihrem Leben auch noch nicht kannten und nun fast Freunde geworden sind und einiges miteinander teilen)
Spät – fast zu spät teilt man sich mit-ehe man wieder auseinander geht. Wir alle haben so wenig Zeit, meist bleibt es bei Oberflächlichkeiten und wird dann doch zu einem tieferen Thema weil wir alle es ringsherum um uns erleben.*
Der Nachbar von gegenüber wird wohl nicht mehr wieder in sein schönes Zuhause kommen, denke ich. Etwas über 80 wurde er innerhalb weniger Monate so dement, dass man ihn nicht mehr alleine wohnen lassen kann, obwohl man es ihm kaum ansieht. Der langsame Verfall kam schleichend in kleinen Schritten. Was, - wenn das eine von uns trifft-würde ich vom Alter her wahrscheinlich die Erste sein.
Im Moment ist er zur Kurzzeitpflege zum aufpäppeln in einem Seniorenstift weil er öfters hinfiel, wenig aß und viel zu wenig trank und dies selbst nicht mehr merkte oder es ihm egal geworden war..
Normalerweise bekommt man dies nicht so
mit, erst wenn einer plötzlich fehlt, macht man sich seine Gedanken
was dann mit ihm, dem Haus, seinem Kater und Grundstück geschieht. Nachfragen ist in meinen Augen wichtig und so erfuhr ich wo er nun war und ist. Er will wieder nach Hause, doch das wird wohl nicht mehr sein. Mir tut das sehr leid, denn er war mir immer in den ersten Jahren hier ein guter Begleiter, der für alle im Park präsent war. Einer der anderen den Rasen mäht, Zäune repariert und Carpots baut, immer da ist wenn man ihn brauchte. Ich vergesse nie als ich mit der kaputten Schulter nach der OP in meinem Schmerzstuhl fast 6 Wochen hing als er mir Bratkartoffeln in der Pfanne mitten im Januar brachte und dabei im Schnee ausrutschte und samt der heißen Bratpfanne hinknallte lachte er nur darüber, hatte sich aber ein Glück nichts gebrochen.
„Was ist eigentlich mit deinem
Befund“ wurde ich befragt, denn sie wussten, dass ich zum Kopf - CT vor 2 Tagen kurz in der Klinik war, das musste ich natürlich
erzählen.
Fragt nicht, grässlich natürlich,
heutzutage muss man froh sein, nicht in die Klinik zu müssen.
Alle anderen Patienten vor mir und wahrscheinlich auch hinter mir, hatten Glück und waren nach dem Röntgen innerhalb von 10 Minuten wieder draußen, während mein Fahrer fast eine Dreiviertel Stunde auf mich wartete. Die Rö - Assisstentin hatte bei mir,die Infusion mit 100ml Na-Cl mit dem Kontrastmittel verwechselt, spritze von Letzterem nur davon 40 ml in die Vene, merkte es, entschuldigte sich bei mir - es wäre so viel zu tun gewesen, - tauschte dann den Arm der dick wurde mit dem anderen, legte die Infusion dort neu - spitzte erneut jetzt die richtige Mischung und die Untersuchung musste ein zweites Mal gefahren werden. Ich bin in der Röhre ziemlich zappelig geworden, fand es auch nicht besonders lustig weil ich gehörige Kopfschmerzen und leichte Schwindelgefühle bekam. Spätestens jetzt wusste ich auch, warum mir beim Ultraschall drei Wochen vorher der Arzt dazu geraten hatte, mich besser fahren zu lassen statt selber zu fahren.
NUN halte ich den digitalen Befund als CD in den Händen und wüsste gerne was drin steht, kann allerdings nichts damit anfangen, weil ich im Handy die Datei mit den
Bildern einschließlich dem Kurzbericht nicht aufrufen kann. Das ist für mich zu kompliziert, weil
ich mich mit dem QR Code, der Anmeldung, dem durchsurfen nicht genug
auskenne, es bisher nie gemacht habe. Dazu verhalf mir dann die Nachbarin eine Stunde später weil sie sich besser mit online Terminvergaben auskannte.
Und was hast du dann damit gemacht? - kam die
nächste Frage.
Beim Hausarzt nach 6 versuchten Telefonaten weil man wieder mal dort nicht erreichbar war, nachgefragt ob sie digital schon beides zugeschickt bekamen, was nicht der Fall war-um nach dem 7.Anruf leicht beschwingt wie selbstverständlich zu hören:
"Sie legen prinzipiell keine Fremd CD's ein, sie könnte ja virenverseucht sein."!..(ich glaub es hackt wenn der Arzt die Bilder "nicht lesen" und auswerten kann.) Jetzt soll ich einen online Termin beim Orthopäden zur HWS Untersuchung machen, weil (im mittlerweile von mir gelesenem) Befund steht, dass sie dort eine Zyste entdeckt haben - etwas was dort nicht hingehört.
Gemeinsam mit der Nachbarin lernte ich dann von ihr im Handy wie man relativ schnell einen online Termin im KH macht weil trotz mehrfacher telefonischer Versuche auch dort keiner erreichbar zur Terminvergabe war. Die Bürokratie hat überhand genommen - die Arzthelferinnen sitzen mehr an Rechnern statt am Telefon, - obwohl die Diagnosen längst noch nicht alle in den Gesundheitskarten stehen. Daran muss noch viel /*nach*gearbeitet werden, das Personal dafür fehlt. Das merke auch ich bei meinen wenigen Arztbesuchen im Jahr, obwohl ich als "Ehemalige" meist eine Art Bonus bei mir bekannten Gesichtern bekomme wenn ich mich melde, was ich sehr nett finde. Doch ich beneide die Kolleginnen nicht um ihren heutigen Job, obwohl sie heute besser vergütet werden als zu meiner Zeit..
Geld ist eben nicht alles, das Arbeiten in diesem Beruf soll ja auch Freude bereiten und ein wenig Spass machen. Nur noch am Rechner zu arbeiten ist kein Spass sondern oft Stress und macht wenig gute und sinnvolle Patientenversorgung aus. Das erzählen mir alle, mit denen ich auch noch heute zu tun habe.
* - Später – bzw. nachts fiel mir
ein, dass die Zyste die sie im Röntgenbild festgestellt haben-mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit meine seit langem bekannte Zyste an der rechten 1991 operierten Strumaseite damit gemeint ist. Siedendheiss auch damit das
Bewusstsein entsteht, dass ich mich eigentlich schon längst dazu
gekümmert haben müsste, und mich dringend um einen Termin nach den 2
Jahres Kontrollen erneut ans Telefon hängen muss.
Also steht die „Besprechung des Befundes“ mit dem HA -(?) der schlecht erreichbar ist...
der Termin mit der Orthopädie zur HWS
– Kontrolle..am 5.<Mai in einem anderen KH und die Zystenentleerung mit der ekelig langen Spritze im Hals beim Ultraschall in der Abteilung Nuklearmedizin noch aus...
( Bei meinem letzten Besuch* waren es 180 ml Flüssigkeit die die nette Ärztin herauszog und bestellte mich für 1 Jahr später zur Wiederholung, - nichts was man gerne tut, aber notwendig.)
* Alles wozu ich überhaupt keine Lust habe und ich mich nicht mehr
wundere warum ich nachts im Traum aufgewacht bin, denn all das hat
eigentlich überhaupt nichts mit der festgestellten Enge der Halsvene
im Ultraschall zu tun, die durch das CT abgeklärt werden sollte.
Alles lachte nach meiner Erzählung, ich auch..
Viel lieber würde ich schon anfangen im Garten des beginnenden Frühling zu werkeln...
@ angelface















































