Dienstag, 18. September 2018

was sind denn Exoten für uns?


Exoten
 Was sind sie…?
Sind es Menschen, die aus dem sonst so üblichen Rahmen fallen oder sind es nur  jene die andersartig sind. Exotisch ist nicht,  weil man  bunt herumläuft oder sich Lockenwickler ins Haar steckt, sich verrückt anzieht, anders radebrecht oder spricht –
-   exotisch sein – ist einfach anders. Wie Menschen die eben anders sind.
Wenn ich mich - wie jetzt - . Schon vor 10 Jahren hier  mit wehenden Haaren, blond und blauäugig  in Leinen und mit Glitzersilberschmuck an manchen Tagen behangen - hier eingetütet hatte - wäre es wahrscheinlich noch stärker spürbar.  - (???)!!! - Wie jetzt? - ich schaff mir einen Rahmen an und jemand anderer steckt mich da rein? N e i n -  den schaffe ich mir - schön selber.  Man könnte sie ja durchaus auch als Individualisten bezeichnen, die Exoten - nicht jeder züchtet Pferde oder steht mit den Hühnern früh auf.
 Individualisten sind sicher auch jene die sich in einer Alters WG treffen und dort zusammen wohnen wollen, das macht ja nicht auch zwingend jeder.
Zweifelsohne gehöre auch ich zu ihnen. Weil ich im Kopf jung bin, weil ich Einzelgänger bin – weil ich in meinem Alter noch lange - statt kurz abgeschnipelte Haare und Höschen trage – oder weil ich schreibe anstatt zu quatschen und zu ratschen, -  mein Garten nicht grün  - sondern bunt ist - und ich ihn nicht mit der Nagelschere abschneide, -  ich ihn mit Büschen und Bäumen „aufgehübscht“  habe statt ihn karg zu lassen, - weil ich lese  und den Wolken hinterherträume - statt ständig zu putzen und zu puzzeln – weil  ich zum Einkauf Lippenstift auflege oder weite Hosen trage,  auf Flohmärkte gehe, andere Kontakte pflege.
Ich auch am Sonntag  mal die Wäsche  und nicht nur mich an die Leine im Garten hänge -  weil ich anders bin – in keine Schablone passe , -  vielleicht auch, weil ich Teppiche – sprich Läufer auf meinem Untergrundboden habe die gut und gerne den Begriff Wanderzirkus verdienen, -  oft Gäste im Schlafanzug begrüße wenn sie morgens in meinen Garten kommen um sich ein Ticket abzuholen, - den Kater aus dem Pferdestall aufgenommen habe und ihn versorge? Tierfreundlich bin? Keine Ahnung – irgendwie ist es so.

Schon die Leute, die ins Dorf kommen um dort zu übernachten während sie auf dem Bau die Windräder aufstellen sind Exoten für die Dorfbewohner und nicht nur aus diesem Grunde nicht Allzugerne gesehen.
Dazu habe ich festgestellt,  auch  Singles sind  (anscheinend) für andere EXOTEN. Sie  gehören meist zu der Kategorie: das ist ein Exot, was nichts anderes heißt als: der macht was anderes als alle anderen.
Dabei  ist das gar nicht so, auch sie leben so wie der Rest der Menschen, -  nehmen nur vielleicht nicht an allem teil und laufen nicht zwingend mit der Herde derer mit,  die sich zusammenrotten und nur “ in der Gesellschaft“ funktionieren. Nur, warum ist dies so?
Ich habe das daran gemerkt als ich im Supermarkt des Dorfes gefragt wurde – (Achtung hessisch babbeln): „Warum hoscht denn du koan MO, du siescht doch noch ganz guat aus“!?
Wer an sich  schon kein Handy – keinen Fernseher – keinen PC – und schon gar kein Smartphone, keine Words ap zapp – zipp - zapp besitzt und benutzt – ist auf jeden Fall eine besondere  Art von Exot. Der ist irgendwie "außen vor" vorsintflutlich veraltet? oder was?
 Man vermutet bestimmt, der isoliert sich- lebt lieber  alleine -  und jeder der das tut  ist  ein Fremdling, - in den Augen anderer ein Exot.(? Individualist?)

  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ   Bei mir im  schönen stillen Park mit seinen 100 Häusern die einst als reine Ferienhauswohnungen  in den 80 zigern  von einem Investor  erbaut wurden,  leben beileibe keine Idioten – aber es sind durchwegs  Exoten oder als solche zu benennen. Sie sind auch als  ein zusammengewürfeltes  Individuum zu betrachten.
Was - oder wer lebt  und werkelt eigentlich sein Leben hier:
              Es sind eventuell  Einzelgänger,  Softies,  hinzugezogene Singles – vielleicht auch " Brunfties" - lacht; oder "Schlacksige" mit modern - halb herunter gelassenen Hosen", -   keine Ahnung, ich kenn ja nicht alle.
Viele alleinstehende Ältere mit interessanten Hobbys, - und  davon viele, Familien mit Kindern – wenn auch weniger weil es wenige Arbeitsstellen gibt. Dann wieder Paare die sich gefunden haben oder schon lange zusammen sind.
      Es sind Freizeitgäste die nur an den Wochenenden kommen,  Hausbesitzer die das Domizil nur für ihre Ferien auswählen, es sind aber zur Hälfte auch Bewohner die die Natur zu ihrem Zuhause erklärt haben und fest hier leben. Auch die ersten Haus und Grundbesitzer die schon mehr als 10 – 13 Jahre hier sind, haben kaum Verbindung zu den Dörflern. Es wundert mich nicht.
             Es gibt Hunde, viele Katzen, Kanarienvögel, Wellensittiche – der Park ist ziemlich tierreich mit seinen wild lebenden Rehen, dem Luchs, dem Marder, dem Dachs und dem Igel und Iltis...und den vielen vielen Eichhörnchen die den Katzen davon klettern.
            Alles oder viele Bewohner und Menschen kennt sich mit der Zeit und doch bleibt jeder auf irgendeine Art für sich. Der ganze Park bleibt für sich und hat mit dem Ort an sich wenig zu tun, außer dass man in ihm einkaufen, zum Bäcker oder mal in die Kneipe zum Essen geht.
           Oft sind es“ Künstler“ ; Maler, Bildhauer -  Schreiber, -  solche mit einem besonderen Hobby.
Es sind Menschen die freiwillig das Land und die Natur aufgesucht haben um sich dem Grau der Häusermeere zu entziehen, - um  den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen – um ihrem Hobby nachzugehen und  anders zu leben als in der Stadt. Wären sie nicht,  würden  die Dörfer verlassen werden, der Tourismus einschlafen, die Aktivitäten  noch weniger werden die im dortigen Kulturangebot da sind. Es sind freiwillige Wanderer zwischen den Welten - Stadt und Land.
         Sportvereine – Kulturvereine, die Feuerwehr – die Stadtbibliotheken – die Kinos und Schwimmstätten all um die kleinen Städte herum die nur wenige Kilometer von uns entfernt liegen, -  all das wäre gähnend leer,  gäbe es die fremden Einwanderer nicht die wir ja alle in den neuen  Einzugsgebieten und Bundesländern sind.
Wir sind und bleiben auf immer und ewig Fremde. Das Dorf an sich – bleibt gern für sich und lässt nicht unbedingt einen Fremden an sich heran. Sobald wir die Stadt und den Ort wechseln sind wir – erst einmal – überall - Fremde.
Man könnte sagen; man tut sich schwer auf dem Dorf mit den Fremden. Obwohl sie es sind die das Geld bringen, neue Bewegung erzeugen – für Aktivitäten sorgen.
Es ist schwer, Fuß zu fassen in einer neuen Umgebung, sich anzupassen an die dörflichen Bewohner und ihre Riten und Gewohnheiten, - die im Grunde gar nicht wollen, dass Fremde kommen und sie in ihrer altvertrauten Ruhe aufstöbern und stören. Ich glaube, das war – schon überall so und überall auf der Welt ist es  so.
     Wer neu hinzu  kommt, auch noch ein kleines bißchen anders aussieht, auch noch faul und träge im Garten herum liegt, gar liest und freundlich lacht -  oder sogar die nackerten Füße in die Sonne streckt, wird erst einmal neugierig beäugt, abgetastet und gescannt,  beurteilt, auch schnell abgeurteilt und in eine bestimmte Schublade gesteckt, -  und dann zieht man sich wieder zurück und bleibt für sich.
Dörflich eben. Zurückgeblieben? Nein – eben auch anders als in der Stadt – und damit ein“ klein wenig eigen.“

 Mein Kater hat sich mittlerweile gut angepasst. Er stromert im ganzen Park herum, belästigt die Leute indem er sie neugierig „um“- schnuppert, sie“  für gut“- befindet  oder nicht, sie anquatscht wie es eben Kater so tun wenn sie kommunikationsbereit sind.

 Er tut das weil er es so will und nicht weil es andere von ihm erwarten, schlaues Katerchen - er weiß wie es geht.
 ich lobe ihn...dann freut er sich und grinst...
wie nur Kater grinsemaulfaul sein können...
dabei fängt er schnell noch eine Fliege...


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  Wenn ich so im Garten herum liege und träume, dann denke, ich bin da weniger angepasst und wenn „ Besuch aus dem Dörfle“  kommt, bin ich freundlich – lächelnd zugewandt, ...
derjenige kriegt auch einen Kaffee oder ein Stück Kuchen angeboten - wenn grad einer da ist, -  mehr aber auch nicht.
Dann nehme ich auch mal die Füße runter und ausnahmsweise das Buch  aus der Sonne.
Aber weshalb bin ich deshalb ein kleiner Exot?

Uiii ....* Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ das kann doch nicht sein, nur weil ich manchmal auch ein Gedicht oder überhaupt -`* schreibe - mir den Vorbau bunt* angemalt*  habe, oder weil ich bunt und mich so -  mehr mag,  als in steinalt - und trüb-grau?
                                              
                                              @ Angelface



Sonntag, 16. September 2018

was sind Abschiede...? Sind sie wirklich schlimm?

wir leben mit Dingen die uns im Laufe des Lebens verloren gehen, die Frage ist doch - wie gehen wir damit um?
ich sehe den Dingen zu
ohne Hast
mein Haar wird langsam grau
wie die Wolken
mein Lächeln verblasst

Ruhe erfasst
mich - Gelassenheit
trägt mich
ich sinne nicht mehr
um mich ständig
und viel - oft unruhig einher


Es liegt immer im Auge des Betrachters…
was wirklich ein Verlust ist – ...

      oder ob wir uns das nur einbilden.
 Sind Abschiede wirklich schlimm
frage ich dich
und mich heute...
oder sind sie nicht eher notwendig um
            etwas Neues anzufangen...
manchmal verliert man auch ein wenig
den Boden unter den Füßen


Ein Abschied kann schmerzhaft – schmerzlich sein –  ja auch bedrückend - allerdings auch manchmal  befreiend, weil diesem ein Entschluss vorangeht – eine Entscheidung  über Dinge oder Situationen  mit denen man halbherzig umging – mal Hüh, mal Hott anfing und nie beendete.
                      Konsequenz ist das Zauberwort in allen Lebenslagen.
Abschied von der Gesundheit, vom jugendlichen Alter,  Abschied von Freunden, den Eltern - den vierbeinigen Lieblingen - jeder Verlust -  egal wie klein oder groß - schmerzt.
Überlegen – überdenken – zurückdenken -  mit scharfem Verstand lenken – sich nicht ablenken  und beeinflussen lassen von Gefühlen – Emotionen – Wünschen und  Vorstellungen wie etwas sein könnte oder sollte -  es aber nicht ist. Eigene Wünsche hintenan stellen? Wie geht man denn
damit - um? Was tun - wenn der andere krank oder siech wird?
Sich durchringen – über den eigenen Schatten springen – die Situation analysieren – sich selbst betrachten in einer unklaren Haltung – all dies sind Hilfestellungen bei einer Entscheidung die man dann mit klarem Verstand trifft.
Kann Vernunft Bauchgefühl  ersetzen? – eigene Wünsche kleiner werden lassen? -
Kein Abschied ist leicht.
Abschied von den Wolken die an dir vorrüber ziehen, die sich jede Minute verändern, doch du weißt - jeder Abschied hat auch einen neuen Morgen - an dem du neue Wolkenfelder siehst die dir jeden Tag ein anderes Gesicht zeigen.
Ablösung und Verabschiedung von warmen klaren sterndurchwirkten Sommernächten die sich wandeln in Nebelgrau und Morgentau.
Jeder Abschied ist auch ein Neuanfang – der jedem Abschied folgt. Er birgt in sich Chancen auf etwas Neues – Anderes – ob es“ besser" ist als das altbekannte steht immer in den Sternen und lernt man erst kennen wenn man es ausprobiert.
Es gehört Mut zu jedem Neuanfang. Dabei ist es völlig egal, ob dies nun das Beenden einer Freundschaft ist, den Partnerwechsel betrifft, das Anmieten einer neuen Behausung angeht. Ob man einem Jobangebot folgt, die Stadt – den Beruf wechselt – alles ist mit Unsicherheiten verbunden – mit Neuanfängen – mit Altem hinter sich lassen – mit Neuorientierung – und: mit Verlusten lernen umzugehen.
Abschied und Verlust bedeutet für jeden etwas anderes,,,was einigen als "oberflächlich erscheint" , ist für einen anderen wichtig - anders herum ebenso - oder als gäbe es kein (r) wichtig.



Wir hängen unser Herz und oft auch den Verstand an Dinge, die uns vertraut sind…
An Dinge, die wir lieben – an Menschen – vertraute Personen – wenn sie uns dann verloren gehen – sprechen wir von Verlust und jeder Verlust ist schmerzlich – erst einmal –  für eine gewisse Zeit, dann   wenn kein hoffnungsvoller  Wunsch mehr besteht etwas fortzuführen,  gelingt es,  ihn zu verkraften.
Der Sommer neigt sich dem Ende zu – der Herbst folgt mit neuen Taten – mit Farben die wir als schön empfinden – mit neuen Gerüchen – mit  Bildern von spinnwebartigen neuen Gedanken die sich erst festigen müssen – sich in uns verankern damit wir uns wieder sicher fühlen – wir träumen von neuen – Wünschen – anderen Menschen die uns begleiten – neuen Aufgaben – neugierig sein und es bleiben hilft uns über viele Verluste hinweg.
Wir sagen uns -  auf – auf zu neuen Ufern – ohne die alten zu vergessen – es sind Lebensabschnitte unterschiedlichster Art die uns durch unser Leben begleiten und geleiten.
"Kommentare - manchmal sind sie da, dann wieder nicht, oft sind sie zu Beiträgen mehr als nur ausgesprochene Gedanken".  - Sie sind ein weites Feld, Anteilnahme, manchmal Kritik, manchmal Meinung -  auch Beachtung, oft wie eine Rezension - in und zu Gästebüchern in fremden Seiten - in Homepages und Blogs, auch zu Büchern , ...nutzt man sie nicht, weiß keiner,
dass du da warst und /oder  heimlich und still mitgelesen hast.

                  
                                               © Angelface

Sonntag, 9. September 2018

Ein Leben ohne Kalender und Uhr…



Das passiert aber wirklich nur mir!
Grenzenlose Stille liegt über dem Tag als ich erwache. Gähnend fällt mein Blick auf den Morgenwecker und ich denke noch ganz verschlafen: “du wolltest doch heute nicht verschlafen, du hast doch Termin heute“!
Etwas irritiert schüttle ich den Kopf, erinnre mich, dass gestern die Stromableserin bei mir zu Gange war und wundere mich noch leise für mich, dass sie den Sonntag dazu auserwählt hat.
               Nun ja, sie erreicht manche Bewohner der Ferienhäuser unter der Woche nicht, weil jene dann in den Städten arbeiten, also ist es  verständlich – auch für mich.
Ganz brav hatte ich  den Zählerstand aufgeschrieben und im Kalender  am Sonntag notiert.
Für Montag – also heute, stand der Physiotherapeut auf dem Plan.
Um 9:30 sollte ich mit der Zuzahlungssumme und dem Schirm den ich beim letzten Besuch ausgeliehen hatte, pünktlich da sein.
„So früh schon“, schimpfte ich vor mich hin und eilte mich.
                Merlin strich mir schon hungrig um die Füße: „verschlafen, Mami? -fragte er.
„Nein, Sohnemann“, entgegnete ich: „nur, ich muss mich echt sputen um pünktlich zu sein“.
„Au ja, ich komm mit“.
                  Ich sah zum Himmel, schnappte mir den Schirm und Geldbeutel, zog Schuhe, lange Hose und T-Shirt an und machte mich auf den Weg. Quer über das Grundstück, über die lange Wiese , überquerte den Stellplatz auf dem die Gäste in den Wohnmobilen  anscheinend noch  friedlich schliefen, dann die Straße entlang ,  wieder  über eine lange abschüssige wilde Wiese voller Gänseblümchen und Klee, immer den Kater hinterdrein.
               „Bitte Süßer, nur bis zur Weggabelung, dann gehst du wieder nach Hause – oder warte da, bis ich wieder zurück bin!“
Merlin schaut mich mit großen Augen an und schweigt ein NEIN:
  „Was ist denn?“ frage ich.
Er setzt sich mitten auf den Weg und guckt zurück.“ Nein, Merlin, ich hab Termin, ich muss, du bleib da“!
Äußerst irritiert über sein Verhalten setze ich den Weg fort, grüße rechts und links die Spaziergänger mit Hund, die schon unterwegs waren.  Merlin hoppelt wie ein Hase weiter mit. Ich seufze: heute hört er aber auch gar nicht.
                An der Praxis endlich  angekommen, denke ich noch etwas verwundert, komisch, dass gar kein Auto vor der Praxis steht, auch die Tür ist zu, die doch sonst immer auf ist und schon hatte ich mir überlegt was ich meiner Therapeutin erzähle warum heute mein Kater dabei ist.
Ich rüttle an der Tür, schaue aufs Schild, durch das Fenster in die Praxis die so leer aussieht, -  der Kater neben mir schüttelt den Kopf als wolle er mir sagen: „Mamiiiiii, Mamiiiii…………..nicht heute“!
Neben ihm taucht ein schwarzer etwas zerzauster vertrauter Schopf auf: „was machst duuu denn hier?“, frage ich Paulchen den Schwarzen der uns hinterdrein getrottet ist, bis zur Praxis die ja mindestens  1000 Meter von unserem Zuhause entfernt liegt.
„Ihr spinnt wohl heute beide völlig“, murmle ich, wende mich ab um zurückzugehen.
Ein Glück, die Straße ist leer, kaum ein Auto fährt vorbei, da schwant es mir: Könnte ich mich geirrt haben, im Tag, in der Stunde, im Monat -  ja im Jahr?
        Einer der Gäste vom Wohnmobilstellplatz läuft mit Hund an der Leine über die Straße  an mir vorbei; wobei nicht klar ersichtlich ist - wer hier wen führt – keucht ein wenig weil es etwas bergauf geht -  und ich frage ihn:“Sagen Sie, wissen Sie zufällig ob heute Sonntag oder Montag ist“? – er grinst und meint: „ Sonntag natürlich, was dachten Sie denn, wollten Sie etwa heute zum Bäcker an der Ecke“?
       Ich bin in schallendes Gelächter ausgebrochen, hab mich an die Straße auf die erste Bank gesetzt, die ich entdecken konnte, erst einmal verschnauft  und  mich dann  beim Kater bedankt, dass  er wohl ganz genau  wusste, dass es nicht Montag ist.
Nur, ich Depp hab nicht zugehört und  nehme mir vor, ganz schnell den richtigen Tag im Kalender aufzuschlagen, darin stand tatsächlich am Sonntag – Ruhetag, relaxen, lesen, gemütlich abhängen und kein Termin.
 Ein Leben ohne Uhr und Kalender, wohl doch nicht so ganz nützlich wenn man unter Termindruck steht.
                                                      
 mein Kater - ein ganz Schlauer, er lebt ohne Uhr - weiss aber genau welcher Tag wann ist.
      Denn da oben steht es - es ist Sonntag der 9. September.
Zurück bleibt natürlich die Frage, es ist kurz vor 12hr und was fange ich nun mit diesem völlig aus dem Takt geratenen Sonntag an?
... selbstverständlich nach einem guten Essen den Garten besuchen, abhängen mit einem guten Buch, dem Blick in den wolkenbekränzten Himmel und Petrus danken dass er uns so schöne Septembertage schenkt.Wenn einem so ein schöner Himmel am späten Septembertag begegnet -  kann man doch nur träumen...


                                                         @ Angelface


heute las ich lange
in diesen alten Post hinein...
https://wokinisblog.blogspot.com/2017/04/mit-freunden-durchs-leben-gehen.html#comment-form
merkwürdig - schön - dass er "noch stimmt"!
wenn man gut auf sich und sie aufpasst, verliert man sie
hoffentlich nie.




Samstag, 8. September 2018

Zeit für dich und mich...

schöne Tage - runde Tage...
Spätsommertage - den ganzen Tag von frischer Luft umwoben wie ein Netz voller Lebendigkeit - die Natur schenkt sie uns - diese schönen Tage - leben - lieben und geniessen wir sie so lange es geht -
der September - die Zeit der Herbstzeitlosen - der fallenden Blätter von den Bäumen -  der frühen Dunkelheit - der Stürme und Winde kommt jedes Jahr - viel zu früh - auf uns zu.
Noch zeigt uns der Himmel sein klares Bild - Schäfchenwolken - laue Luft - was kann an einem Tag schöner sein - nehmen wir uns Zeit zum entspannen - Zeit für uns -Zeit für dich...Zeit für mich..
                        die Zeit ist so wichtig für uns - warum vertrödeln wir sie dann mit Dingen die uns früher so fremd und heute - ach,  sooo so wichtig  geworden sind...
in Anlehnung an den Post:
https://wokinisblog.blogspot.com/2018/08/kann-man-muss-man-aber-nicht.html
                          setze ich noch einen Gedanken hinzu:

                                  Was ist das nur für eine verquaste Welt?
Je mehr ich damit unfreiwillig konfrontiert werde, desto mehr versuche ich mich dagegen abzuschotten, unsere Süchte nach mehr  - mehr und immer mehr davon - scheinen Dimensionen anzunehmen die ins Undurchschaubare - nicht mehr kontrollierbare abwandern.
                                                Im Zeitraffer sehen wir täglich die Nachrichten über
Twitter – Instagram – Facebook –  Words app - Smartphone -  Handy und SMS -  ohne geht nichts mehr.
Einerseits wird ständig davor gewarnt sich davon nicht abhängig zu machen – andererseits aber – ist OHNE wohl ein normales Alltagsleben nicht mehr möglich.
Selbst Schule für die Kleinsten beginnt mit der neuesten Technik - doch wie gehen wir damit um?
Wissenschaftler warnen - der Umgang mit der rasenden Technik muss ( neu ) erlernt werden um vernünftig damit zu leben ohne uns die Zeit und das Interesse für anderes  im Alltag zu rauben.
        3Tage in der Woche ohne neueste Technik bringt uns nicht um, sie ermöglicht ganz im Gegenteil  neue Gedanken, neue Ideen.
Mit der Technik 24 Std. am Tag gehen sogar die Gedanken verloren weil man sie nicht mehr zu Ende denken kann.
        Selbst die Nachrichten der Tagesschau – sämtliche Berichterstattungen der öffentlichen  Sender  ARD - ZDF verkünden am Ende der Informationen – „weiteres und detaillierteres  erfahren sie bei Twitter, Instagram und Facebook“. Versicherungen – Banken – Privatleute – alles ist vernetzt. Gleichzeitig aber warnen Wissenschaftler vor den Gefahren des Internets und dessen  hemmungslosen Gebrauchs. 
                               ° 24 Stunden am Tag erreichbar für jeden und überall.°
Wozu fragt man sich doch denn...
gleichzeitig geben Arbeitnehmer  ihren Job auf, um diesem Anspruch zu entkommen.
Um endlich privat zu sein – nämlich nicht mehr erreichbar für alle.
        Ist das nicht völlig verrückt? WISO  - Fakt  - und ähnliche  Informationssendungen bringen nun schon sogar Berichte und Erhebungen darüber, dass sogar schon unsere Kleinstkinder und  Säuglinge gefährdet sind, wenn Eltern sie wegen Handy -  Smartphone und Co vernachlässigen weil sie es nicht mehr aus der Hand legen.
Ist so eine ( fast unbewusst gewordene ) Handlung und Haltung zur Technik eigentlich nicht völlig bescheuert?

Der Bericht zeigte, dass  schon Babys im Wickelalter unruhig werden  und weinen wenn während des Wickelns und Versorgens das Handy am Ohr gehalten wird um gleichzeitig Gespräche zu führen und Nachrichten auszutauschen.
Auf den Spielplätzen sitzen Mütter mit dem Handy am Ohr – was ist so viel wichtiger – als mit dem Kind zu spielen und es zu beaufsichtigen? Geht es nicht eine Stunde ohne? Sind wir tatsächlich süchtig und merken nicht mehr  - was wir tun?
 Oder geht es darum damit besonders wichtig – also immer präsent zu sein, haben wir – so etwas wie ein“ ein Aufmerksamkeitsdefizit“?
    Am Esstisch, am Schreibtisch, auf dem Nachttisch, ja am Fernseher  - das Gerät liegt immer und überall bereit um zu empfangen und gleichzeitig zu senden. Auf der Straße – im Wartezimmer der Kliniken und Ärzte – im Kaufhaus, auf der Rolltreppe -  beim Nachbarbesuch -   im Garten und im Auto - niemand geht mehr ohne.
       Die letzte Info die ich zu diesem Thema hörte ist, dass ein 9-jähriger eine Demo ins Leben gerufen hat und mit gleichaltrigen auf die Straße ging um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erzwingen.
 
Er hatte über 200 Mitstreiter – die sich dagegen verwahren wollten, und sich vehement wehren wollten nicht mehr genügend (von anderen ) wahr genommen zu werden.
Recht so - das schaffte es sogar bis in die Abendnachrichten – ist das nicht der blanke  Hohn und völlig verrückt?
 Sorry -  das ist ver - rückt. Mir fehlen echt die Worte.

                        Das ist doch nur noch sinnlose Vergeudung der Lebenszeit.


    - © Angelface -


                                                         



      @  Angelface