Donnerstag, 15. Oktober 2026

winterfest....

 

Winterfest...




bedeutet immer bei mir –

 sämtliche Wassertonnen ausleeren sobald erster Bodenfrost gemeldet ist

3 volle Tonnen stehen  von Dornen und Hagebutten umwachsen an der Rückseite des Hauses, dazu muss das Gebüsch  etwas zurück geschnitten werden, damit ich überhaupt daran komme um sie um-zu-wuchten. dann macht es batsch bumm und ein Strom kalten Wasser spült  meine Füße in ein unfreiwilliges Fußbad , - okay...

1 halbvolle am Gartenhaus mit Blick ins Grüne...der hohen Bäume

1 volle noch am Gewächshaus mit Blick ins Grüne zum Wohnmobilstellplatz

die letzte __


_____


__________am Frühbeet bleibt bis zum Schluss -  damit ich noch die grünen Tomaten und Kräuter gießen kann - ehe ich es winterfest mache die Reste hinaus werfe und zum Winterwetter abdecke...


dann sehe ich versunken dem Wasserstrom nach der in den Garten fließt, dem Gras und der Erde noch einmal Nahrung gibt....und denke , - wie schade , all dies Wasser hätten wir im trockenen Sommer noch bis zum letzten Tropfen gerne verbraucht – statt auf vertrocknende Erde , Büsche und Bäume zu schauen.

Das Wasser in den Tonnen zu lassen bedeutet hier oben Eiszeit und meterhohe Türme aus gefrorenem Eis dass die Tonnen-wände regelrecht auf-sprengt. Den Fehler habe ich einmal gemacht, - zwei Tonnen dadurch verloren - nie wieder.

So lernt Frau mit den Jahreszeiten zu leben.
Mein schöner alter Fikus der schon einige Jahre auf dem Buckel hat und im Sommer im Vorbau steht  bekommt zwar außen mehr Tageslicht, aber vor dem ersten Frost zittert er mich schon mit seinen langen Zweigen bedenklich an und will rein. Er mag es gerne warm und nahe bei Oskar seinem Freund sein. Daran hat er sich gewöhnt, dass ich ihn 2 x im Jahr durch die schmale Türöffnung ziehe und ihm dabei tüchtig den Kopf schüttle. Dabei lässt er natürlich einiges aus seinem Blattwerk fallen und murrt laut. Vorher muss ich ihn allerdings einige Tage richtig austrocknen lassen sonst ist er mir zu schwer und ich bekomme ihn nicht rein. Ich besänftige ihn mit einem extra Schluck zimmer-warmem Wasser und verspreche ihn zum Christfest wieder schön glitzernd mit schnuckeligen Lämpchen zu schmücken.

Ich lächle ihn an, er lächelt zurück und bewegt dabei Beifall- heischend  seine Ärmchen in der warmen Luft die ihm von Oskar entgegen kommt. Ich wette, sie werfen sich ein Hallo Du - zu . Dann kann er aus dem Fenster gucken und sich das Wetter - Schnee - Eis - Regen oder Hagel - gemütlich in der Wärme von Innen ansehen.

Auf seinem bisherigen Sommersonnenplatz finden nun die Pellets aus dem Gartenhaus ihre Ruhe und tummeln sich burgartig wie eine kleine Mauer in mehreren Lagen auf. Vorrat muss sein -  vom Gartenhaus zum Vorbau sind es einige abschüssige Meter ...

Ein wenig Ordnung noch am Schreibtisch schaffen und schon kann ich mich wieder entspannt zurücklehnen, erleichtert dass für vieles schon vorgesorgt ist und nicht erst dann wenn die Kälte richtig da ist..

 ein Blick vom Balkon auf den noch sonnigen Garten, der Herbst ist da und der Winter darf kommen..


noch liegt der Garten halb und halb in der Sonne wenn sie mittags erscheint...

celinchen ist natürlich immer dabei und kontrolliert
 ob ich auch alles richtig mache:-))
*
Aussichtspunkte jeder Art liebt sie
aber bitte
immer schön hoch




                                                                   I m p r e s s i o n e n 
                                                                     Innen und Außen







hier turnt sie sich  bis in die Höhe des Baumes..
wovon sich zwei Stämme aneinander klammern und einander festhalten.

ich schau ihr so gerne zu wie sich sich -
trotz ihres Alters so wohl fühlt
als wäre sie noch ein  junger Hüpfer...



eine Rose blüht noch...
                                                        

bunte Balkonaussichten in der nachmittagssonne...

    Bilder und Texte @ angelface

Montag, 28. September 2026

beide Seiten....

                                      Heiter und wolkig über mir der Himmel.





gestern war der gesamte Tag ein Wolkenbett zum träumen schön...
ich hab sogar eine Stunde im Liegestuhl verschlafen...
 ich liebe diesen weiten großen Himmel mit den Wolken über mir
wenn sie ziehen
fließen meine Gedanken mit ihnen weit fort
ein Hoch auf den September...ein Hoch auf die fast ungewohnte Wärme -
ein Hoch auf die Sonne
und in den letzten Sonnen _  Sonntag im September
*
wir wissen ja alle
es bleibt nicht so wie es ist.

 Gedichte und Gedankenbilder 
sind in meinem Kopf
sie singen über gestern und Morgen...

ein Düsenjäger donnert über den Himmel
und erinnert daran welch unruhige Zeiten um uns sind...






Beide Seiten sind gefragt und leiden unter den Zuständen...

eigentlich wollte ich …

aber das was man wollte, geht manches Mal nicht weil andres viel wichtigeres einem vor den Kopf geknallt kommt. Das sind Themen des Tages.

a) sind mir plötzlich vor zwei Tagen zwei Zähne direkt unter der Brücke unten rechts ausgefallen und ein Leck gähnt mir entgegen, ich sehe aus wie eine verhinderte Hexe als ich in den Spiegel schaue, also muss ich mich darum kümmern, das Thema „ Arztbesuche" -  brennt damit lichterloh.

b) hatte ich * Sozialarbeit an der Backe, denn eine gute alte Freundin liegt in der Rehaklinik mit zwei gebrochenen Beinen und geht sämtliche Stationen hindurch, die sich damit ergeben. Für Monate hat sie sich damit aus – dem Leben – durch einen blöden Autounfall ausgeklinkt.
Also versuche ich sie per Telefon, SMS und Sprachnachrichten etwas  aufzurichten, um sie abzulenken  damit sie die endlos lange Zeit nach der OP besser übersteht. Das mache ich natürlich gerne, damit wenigstens einer was für - sie - Sicht und fühlbar tut.

Bei diesen Nachrichten ist völlig klar, dass ich sofort wieder an Dori denke, wie es ihr heute geht und ob sie gut versorgt ist. Jeden Abend schließe ich sie in meine Gebete mit ein.

- ** Der Vormittag vergeht und ich erledige erst einmal meine Vorbereitungen zum eigenen Arztbesuch - was heißt, ich hänge stundenlang am Telefon um einen Termin zu bekommen, außerdem meine schriftlichen Befunde vom letzten Nephrologen- Besuch vom Hausarzt abzufragen. Doch dessen Telefon ist ständig besetzt, nur ein freundlicher Anrufbeantworter nach dem TUT,TUT teilt mir zum 10.Mal mit , dass er keine Zeit dafür hat um einen Rezept und Überweisungswunsch zum nächsten Quartal zu erfüllen und entgegen zu nehmen, obwohl eine extra Telefonnummer dafür angegeben ist.

am Telefon sollte man einander zuhören um sich zu verstehen...


morgen ist dann der längst fällige HNO dran
 die Langzeitspätfolgen überprüfen

                                 Zwischendurch gehen die Nachrichten aus der Reha ein, dass bis um 10°° noch kein Frühstück, nicht mal eine Tasse Kaffee bis ans Bett der bettlägerigen Patientin eingetroffen ist. Die Physio ansteht, die nicht kommt und schon fast Zeit für das warme Mittagessen um zwölf ist.

Schlechter Schlaf wegen des Vollmonds ist das Thema und keiner kommt um sie zur Toilette zu begleiten.


male meine Gedanken in sie hinein...

Wie froh bin ich, so nicht mehr arbeiten zu müssen, es fiele mir schwer, aber anderes wird einem ja nicht mehr angeboten. Wenn du den Job behalten willst musst du mit – den – Wölfen heulen bis die Frührente dich aus dem Job hinaus komplimentiert..

Nur zu gut habe ich in Erinnerung w i e meine letzten beiden Arbeitsjahre beim röntgen aussahen bis mich mein RR - Wert aus den Seilen haute. Arbeiten - nur unter Druck und der wurde tagtäglich größer, oft war die Arbeit zeitlich kaum noch zu schaffen.

Aber man weiß ja, irgendwann kann man im Garten sitzen, die Füße hochlegen und anderen beim arbeiten zuschauen. Ob das Geld der Frührente dann  wirklich zum Leben reicht weiß man zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht, denn  Zeiten ändern sich. Die Lebenshaltungskosten, Mieten, Zinsen, einigermaßen gut *wohnen, und Preise werden täglich höher und steigen weiter. Die Benzinkosten für das Auto erreichen astronomische Höhen. Da hilft selbst der Blick zum Himmel nicht viel, er schweigt mich an wenn ich die Frage an ihn richte : warum und wieso ...ist es so - wie es ist....

Ich kann also beide Seiten nur zu gut verstehen.
Die im 12 Stunden Takt  im Bett liegende Patientin leidet unter täglich wachsender Langeweile , hat vielleicht noch böse Phantomschmerzen, keine Aussichten auf baldige Genesung, weiß nicht, was noch alles auf sie zukommt, - der vor - dem-Bett – hört oft nur Klagen, hat weder Zeit , - noch Nerven sich um quengelnde Patienten zu kümmern, bekommt viel zu wenig Geld für seine Arbeit, wenig oder kaum Anerkennung und steht ständig unter Zeit- und zu viel Arbeitsdruck. Das baut niemanden auf.
Ich höre das ständig von ehemaligen Kollegen. Für mich bleibt das Gefühl zurück  - seit 2009 hat sich kaum etwas verändert was die Arbeit angeht.. Nur das Leben , darin ändert es  sich tagtäglich.

Es ist eine Situation die sich schon seit Jahren nicht ändert, sondern permanent eher noch schlimmer wird. So möchte keiner arbeiten - !!! Es zermürbt und macht nicht nur den Körper krank sondern erschafft neue Sorgen um die Existenz.

Am anderen Ende der Fahnenstange sitzt die Politik und versucht sich gegen eigene Erkenntnisse zu behaupten, sie bekriegt sich gegenseitig  - um sich durchzusetzen.

Das nennt man dann ein hoffnungsloses Desaster. Und dennoch bleibt Hoffnung in die Zukunft  in unseren Gedanken. Sie hält uns im Leben aufrecht.





viel ist im Garten täglich zu beschneiden...
damit das Unkraut uns nicht über den Kopf wächst...
Körperkraft ist weiterhin gefragt...



Ein Glück bleibt der Garten unter den eigenen Händen zuversichtlich, er hat sich wunderbar erholt nach dem letzten Regen , - er schickt freundliche Gedanken in den Tag - und bietet einen erfreulichen Anblick - " ich bleibe dir erhalten wenn du gut für mich sorgst!." 


Nachsatz: 

Dienstagmittag kurz nach Zwei: nach Zahnarztbesuch:

Bin nach einer halben Stunde wieder zuhause nach vorheriger Spannungsrunde.

 14: OO weg - 14:30 wieder da

Zum Essen konnte ich heute nichts unterbringen, viel  zu nervös war ich, ob mein Besuch sich nicht zu einer mittleren Katastrophe entwickeln würde. Meine Albträume in der Vollmondnacht waren:
°°° Schmerzen oder Spritze - die Brücke wird herausgerissen um eine Unterfütterung neu zu gestalten,

lange Heilungsphase..
von den enormen Kosten mit Zuzahlung ganz zu schweigen die damit entstehen..
dann
ein kurzer prüfender Blick aus einem schon sonnengebräunten Gesicht mit Blick auf meine glitzernde Brücke ergab eine „schwingende Brücke „, - die so beabsichtigt in meiner Mundhöhle lauerte und völlig in Ordnung war.
 " schwingend" ist so die Lücke gemeint,  damit man mit den  schmalen Dentalbürstchen gut durch die Lücke  beim Reinigen kommt.
Er grinste ...er kennt mich. - Meine Nervosität verschwand in wenigen Augenblicken.

Leichten Schrittes durchschwebte ich  wie auf  ziehende Wolken ohne"  reparierte Baustelle" die Praxis und winkte ein erleichtertes Ade zum Urlaub.
Das bumm...bumm Herzklopfen hätte ich mir sparen können, nun gönne ich mir ein riesengroßes Vanilleeis mit Kirschsoße und Häubchen aus Sahne im Liegestuhl, nach schicke Jeanshose aus, kurze Sommerplünne wieder an.

Typisch Angel, die wieder mal hummelig-hibbelig schnell im denken und träumen war, aber lieber einmal mehr zur Kontrolle als stundenlang bibbern und nicht wissen was es ist. Ich denke da nur an meinen Hörsturz im Juni  2023 und dessen Langzeitfolgen für mich.

 ER hat übrigens herzlich gelacht. Hat ja gut lachen, ich führe auch gerne mal nach Schweden..
da kann man sicher gut  den Ballast eines Jahres voller Arbeit abladen.

 *   *     *    *                         *    *    *

II: Wer gestern Nacht durch den Vollmond vielleicht nicht schlafen konnte,  konnte noch ein extra  "Schauspiel für die Augen " miterleben.

Fast vergessen – den Spätfilm gestern Abend und wieder sind es zwei Seiten, die gezeigt werden.

_  erwähnenswert das Thrillerdrama von Luc Besson, dem französischen Kinomagier, der ein ergreifendes Portrait zeigte - 
/FSk ab 16; das man bestimmt auch noch in der Mediathek - sehen kann.

dass nur er so aufwühlend verfilmen kann, in der die Biographie eines Freaks als Hauptdarsteller im Rollstuhl fast die Bühne sprengt
- Dog Man, wer hat's außer mir noch von 22:12 105 Min. bis 0.00 im ZDF  gesehen.?(und war ähnlich beeindruckt.)
Zutiefst ergreifend , die bittere verstörend schöne fast magische Geschichte eines Außenseiters der dazu gemacht wurde. Großartig sein Spiel -  übernehme ich von der Zensur.

Sie geht der Frage nach: sind Dougs Hunde die besseren Menschen?

( die Hunde waren der Hammer) damit war die Zahnarztepisode dann auch schnell wieder vergessen.

 doch noch genießen wir die schönen Tage die mittags meist überraschend auftauchen, dann bin ich schnell wie der Wind wieder im Liegestuhl und genieße  ganz entspannt für  ein/zwei Stündchen die Sonne...


              




@ angelface   


Mittwoch, 23. September 2026

Stricken und Schreiben als ° T h e r a p i e oder als Zeitvertreib...(?)

 Fast finde ich es witzig,  was beim Stricken alles an Gedanken entstehen...

meist unfreiwillig entstandene   *Farbverläufe sind  oft überraschende
eigene Blicke zu Hand - und Fußgelenken
und mag ich sehr - witzig dagegen,  dass beide Exponate  nie ganz gleich werden..
man kann wechseln -
so kann man sie beliebig untereinander austauschen
 und sehen damit immer wieder anders aus.
Anders oder überraschend sein - mag ich damit auch sehr.
*

                                Stricken und Schreiben kann damit fast schon eine Art der Therapie sein.
                                                     -   mir schenkt es 
                                               innere Ruhe und Konzentration -

doch ich merke auch,
manchmal vergesse ich sogar die Zeit darüber

 wenn das Wetter zu schlecht ist hinaus-zu-gehen um sie im Garten zu verbringen
plötzlich sind die Stunden im Nu weg,
 ich hab mich buchstäblich
 - hinaus aus dem Raum gestrickt...-


 - bunt ist Lebendigkeit - wie ein Herbstblatt das zu Boden fällt - 
aber wer ist hier farbenblind?

man fragt sich beim Hobby ja oftmals: - etwas zögerlich  - was ist es für mich????

Ehe man eine freie Couch dazu bekommt vergehen oft Jahre. Wenn man Glück hat sind es Monate bis ein Platz frei wird, wo am anderen Ende ein offenes Ohr sitzt und dir zuhört was du nicht alleine im Laufe deines Lebens *verdauen konntest. Dann ist 's aber auch oft schon zu spät..

Wie verarbeitet man  Geschichten, die im trüben Nebel deiner Erinnerungen auftauchen?

Gerade bei älteren Menschen die plötzlich viel-Zeit-für-sich – haben, verstummt oft die Sprache, man wird still und macht alles mit sich alleine aus was man früher vielleicht auch mal mit einer Freundin besprach, die im Heute längst verstorben ist. Der Balken der Abschiede wird länger und länger auf dem man selbst noch herumturnt und das Leben einen noch so lange dehnt, bis das Strecken, Bücken und Knien beschwerlich wird..so wird mancher  zumindest im Winter zum unfreiwilligen Stubenhocker.

Alexandra - bei mir gegenüber -  an die ich oft denke
strich damals ihre graue unscheinbare Garage mal in grün-gelb
-mal in leuchtend rot, dafür holte sie sich ein Stühlchen aus dem Haus
was viel Schöner  im Gesamtausdruck aussah
 als das langweilige Grau
wir unterhielten uns  dabei ganz oft über
 die Farben im Leben und welche Bedeutung sie für uns haben..
sie machte ihre wunderschönen IKONEN alle selber...
meinte aber auch: .

 - lieber etwas anstreichen als "Sport , der sei ihr zu anstrengend - spazieren- gehen zu beschwerlich - auf 's Bäume klettern hat man sich abgewöhnt - langweilig das Bummeln durch die Stadt - selbst die Gartenpflege geht schwer von der Hand - lesen fällt oft schwer, es fehlt die Konzentration oder das Augenlicht wird schwach - fernsehen erledigt sich oft von selbst",  - was dem Programm zuzuschreiben ist, das Interesse am PC lässt nach.

Mein – in manch Augen vielleicht übertrieben „vieles Stricken“ hat mich vieles gelehrt, auch andere Betrachtungen anzustellen.

Wie meine bunten Stühle, die auch so unvollendet entstanden, ich ihnen aber eine Bedeutung zuordnete und nicht nur die, dass „altes nur zum wegwerfen gut ist“, sondern praktisch und hübsch bunt ist, mehrere im Garten für mich, die Katzen und unvorhergesehene Besucher und nicht nur zur reinen Dekoration stehen zu haben; - ist auch das Stricken weit mehr als nur ein Hobby zum Zeitvertreib für mich.(geworden)

Nach einiger Zeit entdeckte ich, dass ich manche meiner Geschichten gedanklich in die Maschen und Farben hineinfließen und darin tanzen lassen konnte - wie im Erinnern die Projektion eines Bildes entsteht.

Es lenkte mich ab, manchmal mehr als ein Buch, mehr als ein Sonntagsspaziergang im Grünen, ein Film im Fernsehen oder ein Gespräch am Gartenzaun.

Plötzlich *empfand und sah ich beim stricken in der Farbe lila die langsam aber nachdrücklich vom hellen ins Dunkle überging ein ernstes Gesicht an meinem Bett, dass mir mitteilt, wenn ich nicht binnen 14 Tagen am Herzmuskel operiert werde, überlebe ich die nächsten Jahre nicht. Das war die Diagnose HOCM im Oktober 2019 *währenddessen der plötzliche Tod meiner Mutter über den ich nie mit jemandem gesprochen habe, mich lange verwirrte wenn der tägliche Morgen- und Abendgutenachtgruß fehlte. Nachts weckten mich meine Gedanken an sie - aus meinen Träumen auf.
..Dazwischen so etliches an Irrungen und Verwirrungen im Leben, sich manipuliert fühlen, viel erstaunt über das Leben sein, dass sich anders entwickelt wie gewünscht hatte und ein Beruf den ich heiß liebte.

Zum auswandern kam ich nie, obwohl der Wunsch nie weit weg war. Den strickte ich mir an die Füße und lächelte fein dabei wenn ich mir die Auswandergeschichten heutiger junger Menschen  in Hallo Deutschland  oder  Brisant ansehe. Irgendwann traute ich es mir nicht mehr zu, es alleine zu versuchen und Batsch -  war die Zeit dafür vorbei.

Puh, wo kommt das plötzlich im Gedanken her“? 



bestimmt,  weil ich heute in der TV-Spielfilm Zeitung einen interessanten Gutschein zu einer REISE aufgefunden habe und mir überlegte - sie mir näher für 2027 im Frühjahr anzusehen. Mittags wollte nämlich eine Freundin zum Kaffee und plauschen  kommen, mit der wollte ich das durchsprechen und schauen was sie davon hält.
Vielleicht hält sie es ja für eine Schnapsidee so weit vor-zu-planen.

Schnell strickte ich ein helles türkisgrün hinzu, was ja hoffnungsvoll bedeutet-egal ob hell oder dunkel. Doch davon hatte ich nicht mehr all zu viel in Reserve

Auch das dunkel lila tauchte immer wieder auf, mal heller, feiner in der Strickdichte, mal wieder sehr sehr dunkel,  fast zum rot tendierend, was mir als Farbe mehr als einmal auszugehen drohte.

Helle Farben, changierend ins eigene Bunt übergehend bedeutete fast ein Muster zu werden, was gar nicht beabsichtigt war. Einmal links, mehrmals rechte Maschen beim wechseln genügt völlig um überraschend bunt zu wirken.

Eher wollte ich Streifen, Blockstreifen durch die unterschiedlichen Farben  getrennt - dicke und dünne abwechselnd, das waren die Gesichter der Katzen und ich konnte genau unterscheiden, jetzt ist es Merlin, dann Paulchen, dann Mimi und dann plötzlich kam mit °gelb leuchtend° meine Birke mit ins Maschenspiel und mir die Tränen.
Jede Masche eine Geschichte und dahinter die Gesichter, die dazu gehörten.

Beim zurückdenken - viel Bunt – 13 Jahre – warme Nächte auf dem Balkon und viele Gespräche mit meiner liebsten Freundin , Sommer am See, dann etwas verhangen im Nebel der Erinnerungen – auch mal schwarz, bedeutet Schmerz, - der Verlust der Tochter, - aber auch Enttäuschung und Ärger -  dann kamen wieder ganz viele rosa Farbmaschen, wie der Frühling wenn die Blumen im Garten erblühen und die Hagebutten dick und fett fast dunkelrot wurden. Aber immer wieder ganz viel Grün - was die Bäume im Garten für mich bedeuten. Der Blick vom Balkon und ins Weite bis zu den Segelfliegern am Himmel.

Ich *sah die Farben des Gestrickten  an den Beinen der Kinder in der Ukraine die im Winter oft frieren. Mit der Aufgabe zu wärmen..an Doris Händen wenn sie zum Füttern auf den Hof kommt und die Schafe begrüßt....

an einer alten Frau an einer Ampel wie sie über die Straße läuft und sich freut, sie lächelt vor sich hin. Das war Frankreich in den Siebzigern und der alberne Kauf eines Brautkleides auf einem sonnigen Markt, das ich später in leuchtend rot umfärbte weil die alte Spitze darin so wunderschön war und mich faszinierte.

Geschichten in Episoden die mich das Leben lehrte....die nie ganz aus dem Gedächtnis gehen.

So ist stricken mehr als „etwas  n u r  produzieren für mich /* und oder andere - „.sondern  ab und zu Teilabschnitte vom Leben und wenn ich die Farben am Handgelenk trage, bin ich auch noch - immer wieder ein wenig - das frühere ich.

Deshalb stricke ich so gerne, wahrscheinlich bin ich aber auch nur * farbverliebt weil ich Überraschungen mag - ich weiß ja nie vorher, welche Geschichte darin auftaucht.

 dicke, fette nur Grautöne kommen übrigens  relativ selten darin vor. Auch wenn ich es an mir mag wenn ich es TON in TON  als Rock oder Hose trage , allenfalls ein ganz zartes Silbergrau, was mich an meine Haare erinnert wenn die Sonne darauf scheint oder an die Farben des bunten Herbstes vor meinem Fenster..





@ angelface