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Freitag, 18. August 2017

"sperriges" muss weg! - wirklich?

    kann das weg - oder bleiben...


Sperr – Müll – ein Begriff der beides enthält: sperriges – und Müll – wegwerfen/entsorgen –
        Als ich gestern mit einer Freundin an der Hauptstraße entlangfuhr um zum einkaufen zu fahren, sahen wir am Straßenrand einen riesig - aufgetürmten Berg voller abgelegter Hausratsgegenstände, die so viel „schönes“ -  noch brauchbares enthielten dass es einem in der Seele wehtut zu sehen wohin unser Wohlstandsleben uns führt. Doch machen wir uns Gedanken warum wir das tun und letztendlich wie wir das tun?
auf dem Flohmarkt hätte  es
sicher auch noch was gebracht
Minimalismus wird modern und kehrt in vielen Haushalten ein. Es ist praktisch, es steht nicht so viel herum.Staubfänger werden weniger, es ist einfach bequem nicht so viel um sich zu haben.
"Alles weg was man nicht mehr braucht oder sehen will!" Das sind  die Gedanken die einen bewegen wenn man einen Entsorgungscontainer bestellt. Oder es einfach an die Straße stellt. ( mit der Idee im Kopf - sollte die Entsorgung nicht rechtzeitig kommen, "Irgendeiner" kann`s schon noch brauchen – ja so ist es – sicher – ganz bestimmt.)
Allein die Tatsache dass man es macht, bedeutet Veränderung. Eine neue Einrichtung, Austausch der Farben und Gegenstände ist ja irgendwie ein Ausdruck von  LUXUS – oder von „ Minimierung“ des Alltagslebens, das Trennen von überflüssigem. Man fragt sich doch selbst manches Mal; warum hat man sich das alles angeschafft? Brauchten wir das alles wirklich zu einer gewissen Zeit?
                        Mir persönlich fällt es schwer mich von Gegenständen zu trennen die mich ein Leben lang begleitet haben, mit denen mich etwas verbindet und sei es nur – die Erinnerung an: Menschen und die Geschichte mit ihnen,  Briefe die meine Gedanken und Gefühle beinhaltet haben, Bilder die in meinem Gedächtnis bleiben. Schränkchen in denen Verborgenes  und sehr geschätztes lag.  Irgendwie ist es für mich damit verbunden – dass man etwas nicht mehr genügend (be)- (tr) achtet was einst einen großen Wert bedeutet hat. Ich funktioniere gerne um – bastele -  in etwas anderes um – gebe ein neuesGesicht dem - was man durchaus auch noch brauchen und benutzen kann. Nur ganz kaputtes – kann weg.
Ich sehe an vielem was weggeworfen wird – dass das Herz des Besitzers nicht mehr daran hängt.
Es wird aber nicht weggegeben – es wird entsorgt. Egal ob nun ein Stuhl noch völlig in Ordnung ist – er passt nicht mehr zur Einrichtung – also weg damit.
Einmal in der Woche sehe ich mindestens einen fast gesamten Haushalt am Straßenrand stehen. Verregnet und abgeladen steht es einsam am Straßenrand  - verrottet vor sich hin und erzählt  dennoch seine Lebensgeschichte!  Der  Teppich in beige –  eigentlich fast noch wie neu - wurde gegen einen blauen ausgetauscht. Der braune Teddy – nun gut, es fehlt ihm ein Auge , hübsch ist er noch -  lag sicher lange in den Armen und half einem kleinen Engelchen beim Einschlafen, nun ist das Engelchen groß und es muss weg.
Wann – und warum  sind wir eigentlich zu so einer Wegwerfgesellschaft geworden? Wir wissen  - es gibt Länder in der die Armen so gut wie nichts haben, die sich nur mit dem allernötigsten behelfen können -  die wirklich arm  - ganz arm sind. Kühlschränke, Elektroherde, fließend Wasser und Strom gibt es dort nicht. Eine Toilette mit Spülung – all das kennen sie in ganz armen Ländern fast nicht.  Sie ernähren sich  von der Arbeit ihrer Hände – dem wenigen dass sie haben - und werden doch nicht satt. Und doch – Müllberge gibt es dort auch was wir erstaunlich finden.
Viele  SPENDENGELDER aus Deutschland kommen sonst wo hin, versickern oft genug in Kanälen die wir nicht nachverfolgen können, all das ist bekannt und dennoch schmeißen wir  munter – ja fast gedankenlos  weiter weg..
In Deutschland,  dem Reich der oftmals unbewussten „ Reichen“, die alles haben – ist alles anders. Sich zu minimieren – halten  viele   für nötig – sich bewusst  einzuschränken auch – die Gründe sind vielfältig die uns dazu veranlassen. Komischerweise denkt keiner als erstes  daran ob es nicht doch noch ( für einen anderen ) brauchbar wäre – was man selbst nicht mehr braucht oder haben will – Kinderspielzeug wenn die Kinder aus dem Haus sind, keine Enkel mehr da sind oder diese nur NEUES kriegen – die alte Küche die man nicht mehr mag, das Rosensofa, das Elternschlafbett,  wo soll alles hin? Mein „bunter Garten – in dem altes Holz – seine Geschichte erzählt – ist mittlerweile zu einem fast Anziehungspunkt anderer geworden, die staunen wie fröhlich bunt dort Gartenstühle ihren Platz fanden -  Dinge für die andere keinen Platz mehr hatten, -  die  ehemals alten Holzbalken vom Balkon der Nachbarn die 2 Hochbeete ergaben – bunt und still geben sie Kräutern und Gemüse ein neues und gutes Zuhause und erfreuen jedes Auge.

-          ich sage es gerne -
Das Asylantenheim  in vielen Städten und Dörfern  wäre froh das eine oder andere Möbelstück oder  ungeliebte Gegenstände des Hausrates  anderer  - bei sich willkommen zu heißen.
Sehr oft werde ich nach Spielzeug für die Kinder, Sport – und Trainingsgeräten, Winterkleidung, oder auch einem Schränkchen, Kleinmöbeln, Küchengeräten - Fußbällen für die erwachsenen Kinder gefragt, und so frage ich ab und zu die Nachbarn ob sie vorhaben einen Sperrmüll zu bestellen – denn dort wird fast alles  noch gebraucht.
Erziehen wir sie  - die FREMDEN - durch unser Verhalten auch bald eine Wegwerfgesellschaft zu werden?...
Jetzt sitzt in meiner neuesten Errungenschaft
erst mal der Kater darin, aber wer weiß, vielleicht  doch noch gut genug für ein Kind? Diese 3 bunten träumen ja auch schon länger in meinem Garten vor sich hin...
Kinderträume nenne ich sie...
 nächste Woche, wenn es einmal nicht regnet, werden sie im Asylantenheim Kinderherzen entzücken...
← ich weiß -  die werden sich freuen...*↓


 © Angelface