Samstag, 23. Oktober 2021

Brief der Birke

 


Armer Mensch

... ich bin nur eine Birke, die wie du auch eine Seele hat und das Recht auf der Welt zu sein.
Hast du schon mal in deinem Leben etwas von der Gleichberechtigung aller Menschen gehört, aber auch aller Wesen auf der Welt, die der liebe Gott erschaffen hat?

Blumen, Bäume, Gräser, Meere, Flüsse und Berge hat er erschaffen und mitten hinein ein Lebewesen geboren wie mich - das sich - im Gegensatz zu mir -  Mensch nennt und dies auch darf wenn er alles im Leben  was lebendig ist, gütig bewahrt und erkennt.

Warum hast du mich nicht leben lassen?
Was hast du gegen mich unschuldiges Wesen das niemandem etwas getan, nie jemand anderem geschadet hat.

 nein, das kann doch nicht sein...!

 
wer macht so etwas? - statt zu sprechen ?

 ich war mal so klein, aber ich wachse, natürlich - wie jedes Lebewesen...
 
     Ich gebe den Menschen die in grauen Steinwüsten leben, noch ein anderes Leben, verschenke großzügig Sauerstoff, Farben. Meine Blätter sind zart, im Sommer grün und lassen das Licht hindurch scheinen.. im Herbst und Lebenswinter - habe ich zu wenig Wasser getankt um gesund überleben zu können und färbe sie hellbraun und rot, schmeisse sie ab wenn sie meinen Stamm belasten damit ich für das nächste Frühjahr genügend Kraft tanken kann um dich Mensch erneut zu erfreuen

Ich gebe  wie jeder Baum auf der Welt Schatten und Licht, kannst du das auch?

Was hat dich bewogen so hinterhältig zu sein. Störten dich meine Blätter am Boden, sie sind doch Dünger für zartes Gras das auch Nährstoffe braucht. Auch du brauchst Nahrung zum leben.
Ich bin in Liebe gepflanzt und gegossen worden als ich klein und bescheiden auf diese Welt kam.

Ich wurde im Kübel in Schnee und Eis mitgenommen und umgezogen worden weil mich meine Beschützerin nicht verlassen und im Stich lassen wollte.
 Ich wurde groß und stark
Zu stark - zu groß für dich?

Dafür blühte ich im Frühling und Sommer für sie und nun hat sie ihre liebsten Lebewesen mit denen sie ihr Leben teilte, unter meinen Schatten gelegt, damit ich diese zum Dank beschützen konnte, vor heisser sengender Sonne die zuviel vom Planeten Erde brennt.

Nun hast du, -  den ich nicht kenne, heimtückisch und leise verstohlen mir
einen tiefen Schnitt mit deiner Säge zugefügt aus dem ich leise vor mich hinblute, warum?
Damit mich der nächste Sturm killt und zu Boden schlägt weil du es  nicht wagtest es öffentlich zu tun?

 ER hat den Job für dich übernommen  den du dir  w o h l  nicht zutrautest - Die Axt und Säge selbst in die Hände nehmen. Öffentlich - ehrlich - für alle sichtbar.

er hat es getan, er hat mich zerstört und zu Boden geworfen. Meine Blätter weinen, mein Stamm weint, ich  blute aus - vertrockne, hab keinen Lebenssaft mehr - das ist grausam und tut mir weh.

Warum bist du so feige und zeigst dich mir nicht?

Ich kann dir doch nichts tun.
Ich wollte auf dieser Welt nur einen guten Job machen!


Ausgerechnet direkt auf die beiden Gräber die meine Beschützerin in meinem Schatten angelegt hat
um IHRE geliebten Wesen nah um sich zu haben
hast du mich mit deinem Handeln geworfen, nicht viel hat gefehlt um auch noch ihr Gartenhaus in dem sie Pflanzen und Samen pflegt - sät - erntet – zu zerstören.
Hat Sie Dir etwas getan.

Warum hast du nicht mit ihr gesprochen?

Warum – Warum – Warum


ich war eine Schönheit nun bin ich tot

schämst du dich nicht vor Dir selbst ?
man sieht doch deutlich was du getan hast 
 


bist du neidisch, kleinlich, ohne Toleranz für andere  oder gar  missgünstig und so böse...
was hat dir die Welt getan, dass du so handelst und gleichzeitig richtest?
 Die Beschädigung und Beschneidung anderer  steht unter Strafe
wusstest du das nicht?
oder war dir alles egal
 Hauptsache ich bin weg von der Welt.

Steh zu deinen Taten

 nach 2 Tagen denken: ich bin nicht  mehr enttäuscht oder zornig
nur müde und traurig  solche Menschen zu kennen
und  im Umfeld zu er/ - kennen...



******

Angelface Haus 15 im Burgblick tut es auch – indem sie den Schnitt an der Birke öffentlich macht was so nicht sein soll – darf -  und die  schon schwer beschädigte  Welt  ganz bestimmt  - nicht braucht.!
************

 Ich hoffe - sehr - du liest mich !
und pflanzt ebenso heimlich und leise in der Nacht
 Ihr einen neuen Gefährten der dich nicht " stört -  an ihre Seite.

 das wäre zumindest anständig und würde Deine Größe durch eine Entschuldigung beweisen.
 Es wäre zumindest eine Rückkehr deines unbedachten Tun`s.

 denn vielleicht ging es dir dabei gerade so schlecht?
um diese Schönheit zu zerstören , die mir so viel Freunde machte...


 20 Jahre wurdest du alt und durftest unter
meinem Schutz leben, atmen und Sauerstoff geben



----  und doch hat dir dein Leben ein anderer nicht gegönnt --------
*

6762 Kommentare   deren heutiger Stand ---  finde ich sowie die Auswahl meiner Themen befriedigend und gut.

-----------------aus alter Zeit
---------Bilder---------------
::::::  ich war schön, stolz und furchtlos  ::::


 ein paar meiner Gedanken über das
Das Leben

das Leben wurde nicht ohne Sinn auf die Erde gebracht,  jedes Leben.
 jegliches LEBEN
Es ist manchmal schicksalhaft und nicht einfach zu leben.

Es hat Stürme und Katastrophen zu überstehen, sowohl die Inneren die wir empfinden als auch die Äußeren die um uns stattfinden. Die vier Jahreszeiten die uns manchmal richtig beuteln, es kommt und geht nicht wenn wir es uns wünschen, sondern dann wenn es auf der Erde sein will oder uns von einer höheren Macht.geschickt wird .

Habt Acht auf das Leben – fordern wir – denn es ist kostbar, unbezahlbar, nicht ersetzbar und verheißt vielleicht sogar ein wenig Glück.
Ein positives freudvolles, liebevolles Leben lebt sich gerne und fast wie von alleine...

ein Leben mit dem Schmerz, der Krankheit, dem Verfall, dem Leid und Tod fühlt sich für Mensch, Pflanze und Tier oft grauenvoll und grausam an, aber auch so - ist Leben.

Es besteht aus dunklen, trüben, hellen, leuchtenden, wärmenden, auch kalten abweisenden Tagen und fühlt sich wie sprühende Regenbogenfarben an.

Leben ist wie Licht - das Leben will gelebt werden – es ist wie eine Kerze die ewig brennt.

Es wird uns in die Wiege gelegt und dann sagt es uns – mach was draus, es liegt in deiner Hand.

Wenn Leben wie ein Licht erlischt ist es schmerzlich für die, die zurückbleiben und an nichts glauben, dann entsteht die Hoffnungslosigkeit, die Einsamkeit dunkler Gedanken.

In anderen Kulturen die an Mystik, Geister, die Zukunft, Bestimmung, das Schicksal und eine höhere Macht glauben freut sich Mensch und Tier wenn es in anderer Gestalt wiederkommt, wenn nichts ganz vergeht und alles was lebt wiederkommt.

Auch das ist Leben.

Vor Jahren hatte ich einmal geschrieben und es erscheint mir wie in einem anderen Leben gewesen zu sein, dass sich für mich das Leben wie eine deftige Brühe anfühlt die aus frischen Kräutern, buntem Gemüse, herzhafter Einlage aus Fleisch und Knochen die neue Energie geben -  und letztendlich gut abgeschmeckt mit Sahne und Käse ganz wunderbar, saftig und mild schmecken und uns stärken kann.

 Ist sie jedoch total versalzen kann sie keiner essen man ekelt sich davon, schmeißt sie weg und kocht neue die genießbar/ertragbar ist..

Das war die Beschreibung einer momentanen Stimmungslage und kam mir beim Schreiben direkt aus Herz und Bauch.
Auch so ist Leben.
Gelingt etwas nicht, fängt man am besten wieder von  vorne an und versucht andere Wege zu gehen, die eventuell einfacher sind.

Das Leben so kompliziert es auch manchmal ist, so sehr es uns beglückt und gleichzeitig fordert und beutelt will anständig, furchtlos und achtsam gelebt werden, es hat es nicht verdient geschlagen, ermordet und geschändet zu werden.

Manchmal ist es unterhaltsam, interessant, aufregend genauso wie es langweilig, öde und abstoßend sein kann.

Seufzend - klagend - ungerecht angeprangert wird es oft mißbraucht.
Mord und Totschlag gehört dazu, ebenso wie Lügen, Betrügen und Hintergehen, sich Vorteile verschaffen, Reichtum anhäufen und um die Liebe nicht zu vergessen, auch sie gehört dazu, denn zur Liebe zum Mitmenschen, zum Tier, zur Pflanze, zum Kind, dem Partner, den Eltern und Geschwistern sind wir geboren worden.

Sagte ich eingangs nicht,


das Leben ist einfach

welch ein Quatsch, das ist es nicht

schließlich muss – und will es gelebt werden

wozu sind wir sonst auf der Welt.

rundherum - Leben ist schön – oder kann es sein

und wurde uns nur auf Zeit geschenkt um irgendwann wieder zu vergehn.

Für alle Grabsteine und Erdhaufen auf dieser Welt
dort sollte Leben stehen und liebevoll mit dem Finger auf uns zeigen.


@ Angelface

24.10.2021


Freitag, 22. Oktober 2021

die Stille danach...

 Stille

diese Stille, was ist sie für eine die mich umgibt?
Mein Brustkorb weitet sich und ich nehme sie in mir auf.

Ist sie eine Gute, oder eine mich bedrückende alles andere erschlagende, eine verstörende die man nicht aushalten kann oder eine beruhigende die in mich tief eindringt?

Eine die mir sagt „ du hast alles richtig gemacht“!

Ich lasse sie zu, denn ich könnte sie nur mit meiner Stimme, dem Radio oder den lauten Gedanken die mich bewegen und sich in mir ausbreiten, füllen.

Ich halte Stille gut aus, suche sie förmlich an manchen Tagen und  zu Zeiten die weh tun.
Manchmal ist sie eine Wohltat, ein Muss wenn dich die Hektik oder Angst mit würgenden Armen umschlingt. Wenn sie zum ersten Mal in deinem Leben auftaucht ist sie vielleicht ungewohnt und erschreckend laut. Sie schreckt und erschreckt mich nicht.

Wir umgeben uns im Alltag ständig mit so vielen Geräuschen,  können kaum ausweichen dem Auto und Straßenlärm, dröhnenden Baggern  auf Baustellen oder dem Knattern der Rasenmäher im Sommer. Den lauten Stimmen und dem Gelächter der anderen, sodass das Rauschen der Blätter die im Wind zu Boden fallen, uns willkommen wie eine Wohltat erscheint.
    Stille ist unter den nackten Füßen wenn wir durch warmen Sand oder nasses Gras laufen, Geräusche die deine Schritte im knirschenden Schnee machen. Stille umgibt uns wenn wir denken und hoffen, dass sich damit die aufgepeitschten Nerven beruhigen.

Es gibt die atemlose Stille, die Nähe eines anderen Wesens das du liebst erlebst du still, warm und leise und du kuschelst dich in sie hinein.

Meine Stille ist eine beruhigende sanfte die zulässt, dass die Bilder die in mir auftauchen bleiben ,
die ohne sie vielleicht im Dunkel verschwinden würden.

Katzengeschrei – ein brüllendes „guten Morgen Mami, hast du schon Frühstück für mich“ fehlt nun in diesen Räumen zum ersten Mal seitdem ich mein Leben mit ihnen teilte.

 " teilte - ist Vergangenheit, die Vergangenheit war gestern - 

Keine Katze da, nicht eine einzige.
Halte ich das aus?
Wie lange
wie schlimm ist es für mich?
Ich w e i ß es doch nicht!

Vor mir liegt ein weißes Blatt Papier mit schwarzer Schrift, einer muhenden Kuh als Logo eines mir unbekannten Tierarztes  auf dem Briefkopf  und verkündet mir ehe ich es abhefte...

- die Beendigung eines Katzenlebens ist erstaunlich preisgünstig mit nur einundfünfzig €uro und ein paar Zerquetschten und erspart uns doch so viel Leid.

ich danke dir für 17 erfüllte Jahre mit dir
sie sind keine Selbstverständlichkeit das haben wir beide erfahren...

 Man nennt es Euthanasie durch Injektion.
Bei Tieren darf, soll, muss und will man das, um zu helfen - bei Menschen war und ist es Mord und ein schrecklicher Gedanke an früher.

 danach...in der Stille
      Ein warmer weicher Katzenkörper schleicht mir um die Beine, springt mir im Rücken auf den Schreibtischstuhl und schmiegt sich auf meinem Schoß wärmend an mich. „ Hei du Schöne was willst du hier, es ist noch nicht mal sieben, aber es ist schön dass es dich gibt“.
Sie war die ganze Nacht da, schlafend, sich in Mimis Katzenstuhl kuschelnd, ich habe Besuch und weiß nicht ob er bleibt.

Und da - ein Laut – sie schnurrt. Dreht und wendet sich spielerisch auf dem Teppich, hüpft hoch und schmeisst albern das graue Etwas in den Pfoten hin und her, sie hat mir eine Maus gebracht. Ist durch die Katzenklappe rein - hat ihren Job gemacht und mir ein Geschenk mitgebracht.
Welch eine Ehre...

 danke...

geliebter selbstständiger verständiger Kater merlin
nur 15 wurdest du..*


Paulchen II - dein Alter konnte mir keiner verraten aber die
letzten 6 Jahre gehörten uns zwei...*und deinen gewählten Gefährten

Mimi 17 Katzenjahre die immer ein
Drittel Kind blieb ging als Letzte über die Regenbrücke




 wer wird mich in der Zukunft beschmusen - ärgern und erfreuen
vielleicht du
für eine Weile ...*?

Ruhnas Besuch und Dasein ist für mich wie ein Geschenk, vielleicht eines,  das mir Mimi  als Zeichen geschickt hat damit ich nicht alleine zurück bleibe. Gab sie  uns - ihr Okay?

Man weiß nicht was das Schicksal, das Universum, der liebe Gott oder der Zufall – oder wars Absicht ? – für uns bereit hält.

Ich werde nichts erzwingen, mich nicht betäuben und ablenken indem ich sofort ins nächste Tierheim renne um einer anderen Katze die Chance zu geben ein neues Heim zu finden.

Ich denke ich werde mir die Chance geben zu erfahren wie ich mich in der neuen Situation zurecht finde, man muss ja erfahren ob man sich selbst aushalten kann, ohne Ablenkung nur nach Innen horchen ehe man sich zu etwas anderem entscheidet.

Ruhna hat eine Besitzerin,  dort ihren Sohn der sie ein wenig nervt. Dazu eine alte Tante, den lebendigen Hund - Oft ein Grund warum Katzen " auswandern" ..
Sie selbst entscheidet wohin sie geht, wo sie bleibt oder ob sie nur mal auf Stippvisite vorbei kommt um sich Schmuseeinheiten zu holen oder ob sie beschließt -  zu bleiben.

Heute Nacht war sie da, weil sie es mochte, sie sich bei mir wohlfühlte, das allein ist wichtig.
 Sie kam und ging durch die Katzenklappe und brachte mir sich und das Geschenk mit.
Rührend  zart und mich tief  berührend.

Sie ist eine wunderschöne Katze und ich mag sie sehr, sie ist freundlich zugewandt, selbstständig und noch eine relativ junge Katze obwohl sie schon Mutter ist.
Auch sie muss wachsen, wie ich. Damit hört man nie im Leben auf, denn es bringt immer Überraschungen mit  die nicht berechenbar sind. Ich habe ja keine Ahnung ob sie Einzelkatze sein will oder Gefährten braucht - jede Entscheidung braucht Zeit, Muße und Ruhe.

 Im Moment liegt dieses warme, zarte entzückende Wesen neben mir im Karton und knabbert an einer Umhüllung für Kleider, legt das hübsche Köpfchen daneben und schlummert, also möchte sie meine Gesellschaft und Gegenwart aber keine Störung.
 Ich blicke aus dem Balkonfenster und sehe den Meisen und Staren beim fliegen zu...

 es wird langsam Morgen
ich lächle sie an..und sehe zu wie der Tag erwacht...

Was weiter wird steht in den Sternen, ich habe Geduld genug um zu warten was auf mich zukommt.
 Vieles fügt sich - was sich fügen soll..

@ Angelface

Mittwoch, 20. Oktober 2021

mein Leben mit Mimi und der Abschied

 der Wind pfeifft wild und stürmisch ums Haus, es knarzt und  bumst als fielen Bäume um; _
und es wird kalt...es wird wohl so sein, bei all den meldungen über die herbststürme die da kommen und  auch sind...
Akzeptanz und Trauer wiegt schwer wie Blei..liegt voll auf meinen zarten Schultern.
es ist und bleibt schwer,  schwer sie loszulassen...der Zerbrechlichkeit des Lebens zuzusehen...
die Nächte sind lang und unruhig,  es belastet uns beide das Katzenmädchen  und mich -
mein Leben ohne Katzen - im Augenblick  noch für mich undenkbar..nicht fassbar - noch..*
denn fühlen und  seine Liebe geben -  ist für mich  Leben....


Mein Leben mit Mimi und der innere Abschied.
Donnerstag – Freitag – Samstag – Sonntag – schafft sie die 4 Tage noch frage ich mich leise  und bang wenn ich Mimi ansehe, denn sie fällt seit 2 Tagen ständig und immer öfter um. Wenn sie nur auf die Treppen zugeht bekomme ich schon Herzrasen..Ängste - Jede Bettkante ist  nun eine potentielle Gefahr, jeder Tritt vor die Tür den sie kaum noch macht..ich muss aufpassen wie ein Luchs dass sie sich nicht irgendwo in der Wohnung verletzt, einklemmt oder verirrt,  denn manchmal weiß sie nicht mehr wo sie ist. Ein Glück schreit sie dann laut, dann finde ich sie...und sie schaut mich verwundert an.
ich vermute sie hört sich selbst nicht.

Ihr Fell ist struppig und rau wie bei einem Rauhhaardackel und ihre Augen verraten mir
a l l e s. Die letzten Tage verraten es mir - Es geht nicht mehr - ihr Leben lebt sie gefährlich  - jetzt ist sie wieder Kind - ein uraltes Kind. sie so zu sehen, tut weh...wie jeder Abschied im Leben...

kleine Kind .katze ,,,Hörst du den nächtlichen Sturm übers Haus heulen,
 wenn du zu mir ins Bett krabbelst; - ach nein, du hörst ja nichts mehr...

   

  ... Mimi verfällt sichtlich, und das jeden Tag mehr..
Vieles an Entzündungen hat sie durch ihre Grasmilbenallergie in den Sommern hier im Vogelsberg durchgemacht, musste Hütchen und Verbände bei Verletzungen durch andere tragen und wurde gebissen. Nichts was ein zartes Mädel so ohne weiteres wegsteckt.
Abenteuerlustig war sie nie, eher dicht ans Haus - an mich und den Garten gebunden. Wenn ich rief kam sie immer wie ein Eichhörnchen angehoppelt, all das geht jetzt nicht mehr. Was früher war, lange galt - gilt nun nicht mehr.

Munterund flink  erkletterte sie Hausdächer und Bäume und musste auch schon  mal von der Feuerwehr vom Baum geholt werden, weil sie es alleine nicht mehr rückwärts schaffte. Geernet haben wir erleichtertes Lachen. Sie hats geschafft, ist wieder unten. 15 Meter hohe Tannen  sind auch für ein Kätzchen kein Pappenstiel wenn man den Weg nicht mehr runter findet, aber so sind Katzen nunmal, wagemutig und nicht gerade von großer Vernunft geprägt. Haupsache hoch - war immer ihr Begehr.

Es gibt viele Geschichten rund um die kleine alte Dame die bisher mit mir  17 volle Jahre geschafft hat, obwohl niemand vorher ihr das zutraute.

Zart und fragil im Wesen hat sie mich nie gekratzt, nie gebissen, - sich nie in den Vordergrund gedrängt, blieb immer bescheiden so, als wüßte sie ganz genau, - dass wir, Pit und ich ihr 2004 das Leben geschenkt haben, obwohl das ja Quatsch ist, denn Katzen können das nicht wissen, allerhöchstens können sie spüren, dass sie etwas Besonderes sind.

Im Laufe des  Lebens mit den Katzen habe ich sehr genau den Unterschied in den Charakteren meiner Katzen wahrgenommen, ihre Besonderheiten respektiert, immer versucht keine von ihnen zu bevorzugen und glaube auch, es ist mir gelungen meine Liebe für sie gerecht zu verteilen.

„ Schaffst du das noch“, - frage ich sie leise, die auf meinem Bett auf ihrer Katzendecke leise und wie erschöpft schlummert nachdem sie eine 100 gr.Portion Lachscreme von meinen zwei Fingern geschleckt hat, denn das ist ihre Lieblingsspeise, das geht immer - wenn gar nichts mehr geht..

Die Lachscreme im Döschen die als Werbegeschenk auf der  Ablage stand, -  habe ich der Bäckerin im Supermarkt regelrecht von der Theke abgeschwatzt weil diese nicht zum Verkauf stand, als Mimi die letzte Entzündung hatte und nichts anderes mehr fressen wollte.
Die Besitzerin des Marktes verstand das und legte mir immer 3 – 4 Döschen davon zurück und immer wenn ich kam, winkte sie mir damit schon an der Tür zu, ist das nicht nett?.Soviel Verständnis tut gut.

Katzen und Tierfreunde untereinander, verstehen sich.
Mimis erklärter Freund war auf dem Steinerberg den sie sich mit Tahier und  Simpel, -  als diese starben mit Merlin, Kasimir, Kiwie, erst Jule dann Merlin teilte war  es unzweifelhaft Kasimir, der sie putzte, hätschelte und tätschelte. Mit ihm hatte sie ein paar gute Jahre Schutz,  Aufmerksamkeit und zusätzliche Liebe die sie richtig genoß.
Kasi der alte Recke, der sie auf die Wiesen begleitete, leckte und boppelte als wäre sie sein Kind.
Männliche und weibliche Katzen haben nämlich durchaus fürsorgliche Gefühle für die Kameraden mit denen sie ihr Leben teilen. Rudel und Einzeltiere- sie sind beides wenn Mensch darauf Rücksicht nimmt, es merkt und sie das auch leben lässt.

Als ich  2013 in den Vogelsberg zog gab es nur noch Mimi, Merlin und dann ein halbes Jahr später das Paulchen der quasi zu uns ins Haus zog weil er sich in sie verliebte.
Dass ihn kein anderer hier im Ferienpark wollte, duldete obwohl er ein so schnöde verlassenener Kater war, war praktisch Nebensache, denn er hatte sein Auge für sie entdeckt und sein Herz an sie verloren!
Ja, auch das gibt es unter Katzen!Sie küssen sich wenn sie sich morgens als erstes begrüßen, sie schlecken sich wenn eine krank ist und leidet und sie leiden mit, wenn es dem Kameraden nicht gut geht.

Das beste Beispiel dafür ist Merlin der sich ja praktisch tottrauerte als ihn Paulchen verließ.
Dann dauerte es nur eine kleine Weile - 10 Tage  hoffnungsloses verzweifeltes Hoffen  von meiner Seite - bis er mir sagte, ich will auch gehen! Das tat weh...

Nun also ist Mimi die Letzte der Katzen die gehen möchte weil das Leben zu beschwerlich für sie geworden ist. Das Leben tut jetzt ihr - richtig weh. Ich merke es bei jedem ihrer Schritte die sie rührend zart Pföte vor Pfötchen vorsichtig setzt. Denn sie weiß,  dass sie wackelt und fällt. ich sehe es in ihren Augen.

 Das nächste  zu Erwartende wäre wahrscheinlich ein Schlaganfall,  den möchte ich ihr ersparen.
17 Katzenjahre sind immerhin weit über 100 Menschenjahre wenn man das Katzenjahr nach canadischer Rechnung mal 7 nimmt.
... schauen wir  in die Zukunft,  es ist richtig Kacke wenn man so alt wird,  dass das Leben schmerzt und weh tut, das muss und soll nicht sein, ein Mensch kann da  helfen und sollte es auch -  es ist für uns eine Chance den Möglichkeiten  dafür ins Gesicht zu sehen.


Als ich den Tierarzt schweren Herzens, denn mein Herz ist bleischwer – am Nachmittag anrief um nachzufragen wann ich mit ihr kommen kann – hörte ich aus Leibzig durch die Rufumleitung dass seine Frau dort in Urlaub ist und er nicht zuhause sondern in einer Großtierpraxis arbeitet und nicht zur Verfügung steht, bis Montag – dann sind beide wieder da.

Ich will zu niemandem anderen gehen, Zu ihm und ihr habe ich unbedingtes Vertrauen.
Mimi soll sich bis zum letzten Moment sicher und geliebt fühlen.
So haben wir noch vier Tage zusammen bis ich mit ihr den letzten Weg gehe...

…. mein Herz weint...aber ich will sie nicht länger leiden sehen.



ich werde dich zu Merlin und Paulchen ins Heu legen
dort kannst du auf Ewigkeiten schlafen und nur sie werden dich sehen...
während für mich ein Bild von dir zurück bleibt...und die Erinnerung an schöne Zeiten mit dir



jetzt gilt es die letzten Tage zu überstehen...
ihr helfen und viel Liebe und Zeit geben...*



( Bild 2004)  Steinerberg 13 Jahre -  und nun 7 im Vogelsberg
In beidem war sie glücklich...*& zufrieden

@ Angelface