Freitag, 1. Mai 2015

Böser Bube



Tag der Arbeit
Mein Kater Merlin meinte wohl heute auch, dass dieser Tag ein ganz  besonderer wäre.
Faulenzen, abhängen, nichts Tun fand er, wäre, da es ein Freitag als FEIERTAG ist, nicht so berückend, er maulte.
Entweder er hatte Frust, sich geärgert weil sein Schwesterlein Mimi im Moment besondere Aufmerksamkeit bekam, oder er kann den Schwarzen Gastkater nicht dazu bewegen mit ihm zu spielen oder er fordert eigene Aufmerksamkeit ein, weil er meint, der bekäme mehr Fressen vor der Tür, als er.
Langer Rede kurzer Sinn, er schmiss mir kurz vor der  Mittagessenzubereitung seine Wasserkannen die am Fenster  unten auf dem Boden zum Wasser fassen standen,  einmal kurz um.
Wie er das geschafft hat, hab ich keine Ahnung, ich weiß nur, es klirrte und bums sie lagen um.
4 an der Zahl mit jeweils einem  LITER  Wasser vorher gefüllt  lagen sie um auf dem Boden, tränkten den Teppich und verschmutzten den Boden. Alles nass ist kein Problem meint er und kletterte auf der Ablage des Fernsehers herum. Er guckte von oben zu und mir schien, er grinste…Mama hat Arbeit, beschäftigt sich mit mir indem sie wie ein Rohrspatz schimpft, das ist gut.
Nun ist der Teppich wasserdurchzogen,  Mimi hockt etwas  verstört auf dem 2. Katzenkratzbaum und weiß nicht ob sie Bubchen oder Mädchen ist, die Steckdosenleiste  vom Fernseher und den anderen Geräten steht halbvoll unter Wasser, meine Kartoffeln sind mir angebrannt weil ich schließlich erst mal den Schaden auffangen musste, Handtücher in die Waschmaschine schmiss und die fast leeren Kannen nach außen entsorgte  Wie lange dauert es bis eine Steckdosenleiste abtrocknet, vielleicht so lange wie die Wäsche in der Waschmaschine vor sich hintrudelt?
Zum Mittagessen kochen hab ich nun auch keine Lust mehr, ich schätze, ich geh trotz nasser Wiesen, nasser kann es eh nicht werden, nun kurz in den Garten und grab ihn aus Frust ein wenig um.
Tag der Arbeit, ich sags ja, der Kater fand die Bezeichnung  dieses Tages ist gerechtfertigt, er hat dafür gesorgt dass es auch Realität ist.
Nix abhängen, faulenzen und lesen, nix Glotze gucken oder sich verwöhnen, nein, arbeiten soll sie heute extra viel.
Ist er nicht lieb dieser Kater? Ein Bild dieses Lümmels erspare ich euch.
dafür gibt es eines vom Dankeschön Geschenk dass
er mir Stunden später für meine Arbeit brachte

so entstehen Geschichten
von Räubern und bösen Buben

© Angelface

Mittwoch, 29. April 2015

was sagen uns unsere Träume?

       

Albträume

Wenn ich ihn aufschreibe, bin ich ihn los, dachte ich mir und tat es.
Wodurch entstehen denn Albträume? Aus einem Gedanken, etwas Erlebtem oder träumen wir nur so wild um Vergangenes zu verarbeiten? Und was, wenn sich so etwas niemals ereignet hat, woher kommen sie dann, diese Träume?
Auf jeden Fall war dieser, den ich heute Morgen so gegen 5°° träumte ein riesiger Albtraum von dem ich mir wünschte, dass er nie in Erfüllung ginge…
Ich wachte im Traum auf und war in einer Praxis, einer gynäkologischen Praxis und dacht mir noch wieso komme ich hierhin, ich hab doch nix!
Okay, im Traum hatte ich aber etwas, nämlich heiße Füße und Beine jede Nacht, so sehr dass ich mir am liebsten Eiswürfel aus dem Kühlschrank geholt und daraufgelegt hätte um das Gefühl erträglicher zu machen. Ich wollte das von der Ärztin abklären lassen.
Da sagt doch die blöde Tussi zu mir: „Sie sind in der Menopause, das ist völlig normal, lohnt aber nicht einen Hormonspiegel machen zu lassen, sie sind eh zu alt“!.
Zu alt“? frage ich, wieso, ich habe doch Beschwerden die mich stören,  ist man je zu alt um eine Behandlung einzuleiten?“
Sie verabschiedete mich etwas unwirsch,  setzte mich im Gang vor das Labor und forderte bei der Arzthelferin einen Bluttest an.
Ich wartete, hatte Tasche  mit sämtlichen Utensilien und Jacke bei ihr im Sprechzimmer am Stuhl hängen lassen. All meine Ausweise befanden sich darin.
Ich wartete, wartete, wartete, es tat sich nichts. Weißbekleidete Kittel gingen an mir vorbei, in geschlossene Türen, verschwanden, tauchten wieder auf, beachteten mich nicht, so lange, bis ich eine Schwester ansprach: "haben sie mich vergessen?“
Sie sah und hörte mich nicht, als wäre ich ein unsichtbarer Geist, ging durch mich hindurch und an mir vorüber. Ich rief“ Halloooho, sehen sie mich nicht“?
Ich wartete weiter, wieder verging ungefähr eine Stunde.
Eine der Auszubildenden, ich sah es am Kittel, hielt ich dann irgendwann  am Rockzipfel fest, sie riss sich los, verschwand hinter einer Tür. Eine andere erschien, mittlerweile hatte ich die Faxen dicke und wollte nicht mehr warten, mich aber verständlich machen und um  meine Tasche und Jacke bitten damit ich gehen könnte, schaffte es aber nicht, keine sah mich.
Endlich blieb jemand bei mir stehen, mittlerweile saß ich zusammengesunken und deprimiert, mich wie jemand fühlend den es nicht gab auf meinem Stuhl und dämmerte vor mich hin.
Sie stupste mich an und meinte:“worauf warten Sie denn, wir haben doch schon Schluss“!
Ich bat sie im Sprechzimmer der Ärztin nachzusehen wo meine Tasche und die Jacke abgeblieben wären, als sie zurückkam, meinte sie:“da wäre nichts was darauf hinweisen würde, dass ich jemals da gesessen hätte, auch eine Karteikarte von mir gäbe es nicht, ich müsse mich wohl darin geirrt haben, je bei der Ärztin gewesen zu sein“.
Damit entließ sie mich durch die Hintertür, woraufhin ich mich in einer fremden Straße, in  einer mir völlig fremden Stadt wiederfand, den Namen der Praxis hatte ich vergessen, als wenn ich ihn nie gewusst hätte, Tatsache war, ich hatte weder Tasche, Jacke noch Ausweispapiere bei mir war hier wo ich stand, völlig fremd und hilflos im Dunkel der einbrechenden Nacht.
Ich träume, dachte ich, ich muss träumen, das kann nicht sein.
Was tun, fuhr mir durch den Kopf, ich muss eine Anzeige erstatten, also zur Polizei.
Vielleicht würde die Obrigkeit mich für eine Streunerin halten, mir nicht glauben, doch das war mir im Moment völlig egal.
Ich machte mich auf über holpriges Kopfsteinpflaster, nicht lange, da taten mir die Gelenke und Füße weh,  ich fror wie ein Schneider, war ja nur dünn bekleidet, es ging stetig bergauf. Menschen kamen mir entgegen, die durch mich hindurchgingen so, als sähen sie mich nicht. Das muss ein Albtraum sein, dachte ich mitten im Traum.
Ich sprach Leute an, sie antworteten mir nicht, gingen weiter, blickten weg.
An einer Eisdiele blieb ich stehen, erschöpft wie ich war, wollte ich mich setzen und landete auf einem fremden Schoß.
Der ältere  Mann sprach mich an: „Was wollen Sie hier“? ich stotterte nur, „ich suche die nächste Polizeidienststelle, bin bestohlen worden, kann mich nicht ausweisen“!
Er deutete mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf ein großes  Gebäude am Ende der Straße die ein blinkendes Zeichen am Dachgiebel hatte – POLIZEI – stand in großen blauweißen Lettern deutlich erkennbar darauf.
Ich lief darauf zu, erleichtert und beflügelten Fußes, all die Schmerzen waren vergessen.
Der Weg zog und zog sich, irgendwie hatte ich den Eindruck ich würde nie richtig dort ankommen, es war beängstigend weit, schon fingen die Gelenke an zu knacken und der Schmerz stellte sich wieder ein.
Ein jugendlicher Rambo  rumpelte mich an, ich schubste zurück, eilte weiter immer das Ziel Polizei vor Augen.
Ein Tor, düster und hoch ragte vor mir auf, ein Mann trat aus der Tür die holzgetäfelt leise  und schwer im Wind wehte….
Ich  sagte fragend: „hier Polizei“? anscheinend hatte mein deutsch gelitten, wusste nicht wie ich mich verständlich machen sollte. Er guckte nur ungläubig, tippte sich an die Stirn, warf mir einen verächtlichen  Blick zu und eilte von dannen, aber gesehen  hatte er  mich, das beruhigte mich wenigstens nicht unsichtbar zu sein.
Der Eintritt durch die Tür, die schwer in den Angeln hing, gestaltete sich schwierig, ich drückte und drückte, fürchtete schon ich würde das Gewicht nicht halten können, da schwang sie von innen auf und entließ lauter Männer die angeregt miteinander plauderten, niemand hatte eine Polizeiuniform an.
Einer lachte laut und mir schien, als verspottete er mich.
Endlich war ich drin.
Eine lange Treppe die tief nach unten führte tat sich vor meinen Augen auf, düster-rosig gefärbtes Licht lag schattenspendend an Wänden und Gängen…
Die Treppe führte mich tiefer und tiefer bis in ein Gewölbe das sich irgendwann breiter zeigte und in einer riesigen Halle landete, die keinen Anfang und kein Ende zu nehmen schien.
Unzählige viele  Menschen unterschiedlichsten Geschlechts und  mit dunkler Hautfarbe, Geräusche um mich herum wie Bienengesumm, eilig, geschäftig und laut beschäftigten sie sich mit irgendetwas was ich nicht erkennen konnte…sie gingen durch mich hindurch und ich rief laut…“Hallo, kann ich jemanden sprechen“?
Dann wachte ich auf und befand mich – wie betäubt noch mitten im Traum, wusste im ersten Moment nicht wo und wer ich war…
Was sagt uns/ja mir – dieser Albtraum?
   ich versuchs mal bei Wikipedia herauszufinden...
http://de.wikipedia.org/wiki/Traumdeutung
© Angelface

Montag, 27. April 2015

Experimentierfreudig -



Keine Angst vor Entdeckungen
-          Experimentierfreudig -
Sag mir, wie du wohnst, und ich sag dir, wer du bist. Wer traut sich das schon? Die meisten verstecken sich doch hinter  ihrer Äußerlichkeit. Ein nettes Gesicht, eine gut sitzende Hose, saubere Schuhe und schon ist ein Urteil gefällt.
Ein Experiment, an dem ich gerne einmal mitmachen würde! Ich wäre gespannt was bei mir herauskäme.
Ich persönlich, würde ich gefragt werden, würde ja eher sagen: sag mir was du liest und ich erkenne dich“, aber was soll`s, anders rum geht es ja auch.
Heute, in ZDF-Info   gab es genauso eine Studie  aus  der männlichen Singleswelt  in Berlin,  totaaal interessant finde ich. Da ging ein weibliches Wesen, das man dazu extra ausgesucht hatte,  in 3 fremde Wohnungen, begutachtete sie, guckte in alle Ecken, auch in den Kleider und Bücherschrank, ließ den Kühlschrank  sowie das Bad nicht aus  und entschied, was oder wer wohnt darin – ist er sympathisch, liegt er mir oder nicht; ein Chaot, ein ordnungsliebender, einer der ausgeflippt lebt und ist,  oder ist es  einer der auf seine Gesundheit achtet, ein Pedant, Sportler  oder Kunstliebhaber ist….?
.., jemanden nicht zu kennen, nicht durch das Äußere abgelenkt sein und  nur durch dessen Geschmack und Vorlieben jemand anderen kennenzulernen ist ein tolles Experiment. Spannend und oft überraschend.
Selbst durch die eigene Bude zu gehen mit anderen Augen, ein sozusagen Drittauge zu haben  - und von einer anderen Perspektive aus  zu sehen - ist manchmal ganz nützlich, zumindest räumt man schon mal weg und auf.
 das gilt natürlich genauso für weibliche Singles....))
hier steht auch was über Experimente anderer Art - bewundernswert wenn jemand das kann:
Wers ist? Iggy natürlich und was sie macht ist einfach nur geniaaal:
http://nimmermehr.twoday.net/stories/115398269/
(© Angelface

Sonntag, 26. April 2015

zeit und Uhrzeit, sie begleitet unsere Tage

die Zeit
ein Phänomen
ein Thema, dass auch mich lange und oft schon
beschäftigt hat
so sehr, dass ichs nicht lassen konnte darüber zu schreiben
sie zu zerpflücken die Zeit, Zeit,Zeit die uns so oft nervt
wenn sie uns ungebührlich und unangenehm aufstoßend dass sie uns zu anderm keine Zeit mehr lässt - begleitet.
zerlegen in all ihre Einzelteile...du siehst, mir fließen die Zeitideen und Begriffe geradezu hektisch
aus dem Bauch heraus, ist ein Thema ums zu beschreiben
die Zeit die zurzeit und immer uns
durch die Finger rinnt
der wir voraneilen
sie hinter uns lassen
ihr begegnen ohne sie wirklich zu begreifen
weil sie  nicht fass - und anfassbar ist....
die Zeit die uns verlässt wenn wir sie verlassen werden
wenn nichts mehr
von uns ist....
auch die Zeit muss wachsen,wie ein Kind,
damit sie uns richtig begleitet
und wünschenswert wichtig für uns ist.

@ Angelface

individualisten sind sie alle!

Heute ist es regnerisch und kühl, die Sonne hat ein wenig Pause, da gibt es zur Abwechslung wieder eine Katzengeschichte,
Kasimir hiess er, mein Großer;  heute gibt es ihn leider nicht mehr, nur meine Erinnerung an ihn.
Ausdrucksmöglichkeiten...
Individualisten  - Veröffentlichung:  12.05.2009
ja deren haben sie viele und wenden sie auch an
vorwiegend tut das Kasimir...



was könnte dieses Bild wohl heißen?
es könnte aussagen...
ich habe Hunger..
ich langweile mich entsetzlich....
laßt mir alle meine Ruh'...
oder...ich fühle mich pudelwohl....


Hat man Katzen, gibt es unendlich viel zu erzählen, aber wen wundert das, sie sind schließlich ausgesprochene Individualisten.
Manchmal könnten sich Menschen wünschen solche Ausdrucksstärke zu besitzen.
Kasimir ist bei mir der Kater, der den stärksten Ausdruck hat. Seine Mimik ist nicht zu toppen.
Vielleicht liegt es daran, dass er ein Schwarzweißer ist.
Egal was er mir sagen möchte, man kann ihn überhaupt nicht missverstehen, oder, ich habe die Sprache der Katzen mittlerweile gelernt, was ja nach der langen Zeit, in der mich Katzen halten – man beachte den Umkehrschluss – hihi - auch kein Wunder wäre.
Heute morgen hüpfte er nach dem Erwachen, meinem Erwachen - auf’s Bett, streckte mir seinen Dösbaddel-Kopf entgegen“ da Mama, mach mal weg“ und meinte damit die dicke fette Zecke, die er neben seinem Ohr spazieren trug. Die lebte noch, das störte ihn anscheinend.
Rucki, Zuck – drehte ich sie mit ein paar Umdrehungen heraus, ein paar Haare durfte er auch dabei lassen, aber das kennt er schon und nimmt es mir nicht übel, mehr wahrscheinlich, dass er wieder die Bettkante räumen muss, wenn ich das blöde Vieh in der Toilette entsorge.
Ich bin ja froh wenn er mir die Viecher zeigt. Normalerweise suche ich ihn auch im Laufe des Tages immer wieder ab. Doch da pflegt er nach kürzester Zeit wieder abzuhauen. Das mag er nicht.
Jedes Mal wenn er die Katzenleiter hoch und wieder herunterklettert besteht die Gefahr – Zecke ist da.
Diese kleinen Monster sind in der Überzahl und setzen sich an unseren Warmblütern an der Haut fest um sie auszusaugen. Neulich hatte ich sogar selbst eine an der Halskrause sitzen, seitdem habe ich das Gefühl - irgend etwas schnürt mir den Hals zu und kann den Katzen bestens nachempfinden, dass es äußerst unangenehm ist solch einen Gast spazieren zu tragen.
Dann schnurrte er mir ein Dankeschön mit verdrehten Glubschaugen ins Ohr und ich durfte weitersuchen.
Diese intimen Morgenminuten benutzen wir immer zur intensiven Kontaktaufnahme und zur Beziehungsfestigung. Keine andere Minute des Tages ist dafür so geeignet wie diese. Er lässt zu, ja fördert und fordert geradezu was er im Laufe des übrigen Tages als unmannhaft und unstatthaft empfindet und ablehnt. Weiß der Geier warum das so ist, so ist es eben.
Wer ihn morgens so erleben würde, würde mir im Laufe des Tages bestätigen können, dass da ein ganz anderer Kater sitzt.
Ich wette, würde ich andere Katzenbesitzer fragen, könnten sie mir ähnliches von ihren Tieren erzählen.
Aber da ich keine Plaudertasche bin, erzähle ich keine Einzelheiten seiner ausdrucksstarken augenverdrehenden Möglichkeiten sich mir mitzuteilen, sondern beschränke mich darauf nur beiläufig zu erwähnen, dass es eben so ist, dass auch ein Kater über eine ausgesprochen erstaunliche Wandlungsfähigkeit verfügt.
Kasimirs bevorzugte Stellung vor dem Spiegel - gucken!!!
Stunden später kann ich das auch mit diesem Bild demonstrieren - in dem er wie ein Schauspieler auf der Bühne seinen eigenen Ausdruck überprüft. Es fehlt nur noch, dass er, bevor er mich ruft, seine Stirn vorher in sorgfältig geplante Fältchen legt.
Er hatte mir nämlich ein Überraschungsgeschenk mitgebracht, dieses gekonnt auf den Flurteppich platziert und wollte dafür seine Belohnung kassieren.
Mit klopfendem Schwanz und hechelnder Zunge wartete er darauf dass ich ihn lobte und belohnte.
Es war so etwas ähnliches wie ein Maulwurfjunges, auf jeden Fall aber keine gewöhnliche Feld – Wald und Wiesenmaus, die wäre ja unter seiner Würde gewesen.

Die Geschichte mit dem Spiegel habe ich schon seit längerem entdeckt.
Immer dann, wenn er etwas will, setzt er sich vor den Spiegel und probiert verschiedene Gesichtsakrobatiken aus, mal von der Seite, mal Blick von Unten, mal neckisch von oben herunter“ wie werde ich auf sie wirken?“, erst wenn die stimmen, dann ruft er mich, und er erreicht meist bei mir, dass ich ihm folge wie ein Hund, denn immer untermalt er seinen Wunsch mit lauter Kastratenstimme, die so durchdringend die Räume durchschallt, dass ein menschliches Ohr den Lärm nicht lange aushält und unweigerlich nach wenigen Minuten zurück brüllt “ Mensch Meier, nu halt endlich die Klappe, was willste denn schon wieder!“.
Oft brüllt er auch " uah...uahhhh" mit langgezogenem Organ - und das hört sich dann an, als würde sich ein Löwe in der Wohnung verstecken, schaue ich dann nach - sehe ich nur gefletschte Zähne vor mir...

siehe kleines Demonstrationsbild...
die Zähnchen sind nicht von schlechten Eltern...



Meist will er nur hinuntergebracht werden, was mit anderen Worten bedeutet, dass er Begleitung auf der Treppe zum Morgenpischi haben möchte und das, obwohl er eine eigene Katzenklappe im Wohnzimmer hat - die ihn auf die Terrasse führt, und die wiederum eine Katzentreppe, die ihn hinunter auf den Hof befördern kann.
Luxus für Katzen, aber einen bestimmten Luxus ist der Lümmel gewöhnt.
Nicht, dass der Leser meinen möchte, dass ich nun der Sklave meiner Katzen wäre, aber Kasimir hat eine besondere Stellung im Hause - a) ist er der Trost für Julchen gewesen als sie um Paulchen trauerte,
b) ein Fundtier aus dem Tierheim mit einer wahrscheinlich schrecklichen Vergangenheit, die ich ihn vergessen lassen möchte und ...
c) ein nicht ganz gesundes Tier. Mit dieser nicht allzu langen Lebenserwartungszeit kann man dann schon hin und wieder besondere Ausnahmen machen und deshalb bekommt er sie auch von mir.
So ist Kasimir, der Döskopp ein ganz besonderer Kater, der das auch ganz genau weiß.



Schön ist er nicht, laut ist er sonst auch nicht, aber klug ist er und er weiß genau wie er etwas erreicht bei seinen Menschen. Wenn er seinem Bruder, besser gesagt seinem selbst ernannten Nennbruder etwas mitzuteilen hat, dann guckt er nur, er schaut, könnte man auch sagen.
Merlin sitzt vor ihm und möchte „Kräfte messen spielen“, „ Kräfte messen – kannste haben“, knurrt Kasimir und guckt – gucken kann er wie ein Weltmeister.
Merlin versucht es und springt ihn an. Da bekommt er in Null komma Nix eine Watschen, die sich gewaschen hat. Obwohl der Kleine ein Kraftpaket - und ihm an Kraft weit überlegen ist, hat er gegen Kasimir keine Chance. Kasimir hat eine Taktik und eine souveräne Überlegenheit - bei dem ihm der Kleine nicht das Wasser reichen kann und ich erlebe immer wieder, wie der den Schwanz einzieht und sich hurtig vom Acker macht. Zwar versucht Merlin sein Gesicht zu wahren und so zu tun als ob, aber im Grunde weiß jeder der genau hinschaut - wer hier der Sieger ist.
Kämpfe tragen sie immer wieder aus und immer wieder bleibt Kasimir der Sieger. Dabei lieben sie sich heiß und innig und ebenso oft erlebe ich wie der eine den anderen putzt und dabei die Familienzugehörigkeit demonstriert.
Ich erlebe das Spiel miteinander und auch den Zeitpunkt - wo aus dem Spiel Ernst wird und es in Kampf ausartet, dann schreie ich laut. Damit trenne ich sie und die Bande wird wieder vernünftig.
Wenn die Kämpfe ganz schlimm wurden - die Fetzen und die Katzenhaare flogen, habe ich ihnen schon den erbarmungslosen Wassereimer, das Tierheim und den Entzug von abendlichen Lesegeschichten angedroht, Letzteres hilft meist am besten.
Darauf will keiner verzichten.

Dafür kommen sie sogar freiwillig und gerne von dem hoch was sie am Liebsten machen, dem Straßenschlender und Faulenzerspaziergang...

Ich schreibe gerne von meinen Katzen kleine Geschichten – erzähle  Katzengeschichten – Geschichten, die das Leben mir beschreibt.
Manchmal sind sie nicht ernst zu nehmen, manchmal aber doch mit ernstem Unterton - je nachdem wie mir gerade zumute ist -
...., humorvoll erzähle ich davon, es sind Teilstücke die, wie die Gedichte und Gedanken zu meinem Leben mit dazugehören. Wer mich indessen auf Inhalte meiner Gedichte oder Geschichten festnageln möchte, der kennt Autoren nicht, die eigentlich Märchenerzähler mit einer ausgeprägten Phantasie sind.
Autoren sitzen am Schreibtisch und erzählen, sie reden nicht.
Kasimir und die anderen
Vielleicht aber reden sie mit ihren Katzen, oder Hunden, oder Meerschweinchen, oder wer sich sonst noch im Hause trollt, mit den Blumen, den Bäumen, mit ihren Gedanken und mit ihren erfundenen Protagonisten, vielleicht aber auch mit den Personen, die in ihrem Geiste schlummern, die sie in ihren Texten gerne immer wieder zum Leben erwecken.
Kasimir der schwarzweiße, ja, ich vermisse ihn sehr.
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hier gehts zum Buch direkt.
Heute - Jahre später - sehe ich aus dem Fenster das er nie sah und erinnre mich an ihn immer wieder wenn ich den Schwarzweißen sehe, den ich füttere und der immer zutraulicher wird, sodass er schon gurrt wenn ich komme - Kasimir, er könnte dein Freund geworden sein, sicher siehst du ihn im Katzenhimmel, denn an irgend etwas muss man ja glauben können..
und hier gibts noch andere Geschichten, von Julchen und Kasimir, Mimi und der Maus
ei der Daus.da sind sie zum anklicken:
http://www.bookrix.de/_ebook-angelface-kasimir-und-die-anderen/
@ Angelface