Freitag, 10. April 2015

910 Worte

Gewohnheiten  "Gewohnheiten"  als BEGRIFF und damit 910 Worte fielen mir heute beim lesen in die Hände.  Worte, die ich 2010 einmal schrieb und da sie so zu meinem augenblicklichen Gefühlszustand passen - nun denn: das ist daraus damals entstanden...
ein kleines Buch in Bx...
merkwürdig, dass ich in der Zeit in der ich es schrieb, so dachte...
Gewohnheiten – Bekanntschaften – Freundschaften - Gedankensplitter

Wenn einem eine lieb gewordene Gewohnheit wie ein morscher Fingernagel abbricht, ist es erst einmal eine Umstellung, das dauert bis man sich an den Verlust darüber gewöhnt hat.
Egal welche, ob es nun der Verlust des Handys, das Fahren mit einem bestimmten Auto oder
ob man auf bestimmte Daten, Bilder, Bücher, oder eine lieb gewordene Angewohnheit nicht mehr zurückgreifen kann. Es ist wie ein täglich eingenommenes Medikament, das einem plötzlich fehlt.
Man merkt es einfach.
Was es im Einzelnen ist, ist völlig egal, die Gewohnheit ist eine Gewöhnung, die man ungern verliert.

Gewohnheitsdenken

unser oftmals so gedankenloses
vor uns hindenken
zwingt uns
von Zeit zu Zeit hoffentlich
näher darüber nachzudenken
worüber wir früher
nie gedacht hätten
dass wir darüber näher
irgendwann nachdenken würden

Das von uns Gewohnte und Vertraute sind manchmal nur Angewohnheiten denen man vertraut weil wir sie uns angewöhnt haben, wie ( z.B.)  an die Anwesenheit eines Menschen.

Gewohnheiten sind vielleicht auch nur wie Handschuhe, die man bisher täglich getragen hat. Wenn man sie verloren hat, sucht man sie erst eine Weile bis man akzeptiert, dass man sie endgültig verloren hat.

Irgendwie ist es wie ein kleiner Verlust dem man nachtrauert, oder wie eine Krankheit die man plötzlich bekommt, und über die man sich wundert, weil man sie vorher nicht kannte, denn der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier und stellt sich schwer um.

Daran sieht man, wie gefährlich und gleichzeitig selbstverständlich eine gewisse Gewöhnung ist.
Man nimmt es gar nicht mehr bewusst wahr, wenn man es hat, umso mehr, wenn es wieder weg ist.

Genauso oder so ähnlich ist es mit Menschen.
Auch an Bekanntschaften mit Menschen kann man sich gewöhnen. Wenn sie länger andauern, sind sie irgendwann einem so selbstverständlich geworden wie abendliches und morgendliches Zähneputzen. Wenn diese Bekanntschaften dann beendet werden, fehlen sie einem für eine gewisse Zeit.

Schlimmer ist es, wenn ( echte ) Freundschaften, oder das was man dafür hielt, gebrochen werden.
Das ist dann, als fehlte einem plötzlich eine Liebe, ein Gefühl - eine Sympathie die man hatte.

Woher kommt dieser empfundene Unterschied?
Ist es, weil Gefühle und Emotionen mit im Spiel sind?
Oder kommt es daher, weil eine gewisse, mal mehr oder weniger empfundene oder tatsächliche Abhängigkeit voneinander entstanden ist?
Wobei es vollkommen egal ist ob es eine emotionale, wirtschaftliche oder soziale ist.
Wenn Masken bröckeln, steckt oft dahinter die Leere und das Nichts.
Und mit dieser - vielleicht für manchen schmerzhaften Erkenntnis gilt es, fertig zu werden.

Das sind Themen, die mich beschäftigen und über die ich nachdenke.
Gedanken die in meiner Gedankenschublade wohnen, diese, ähnliche und viele andere.
Jeder hat sie, aber ich glaube manchmal, ich habe besonders viele davon.

Nein, um diese eventuelle Frage vorwegzunehmen; es gibt keinen aktuellen Anlass dazu, es sind einfach Dinge, die in meiner unmittelbaren Umgebung geschehen, geschehen sind oder geschehen werden. Ich registriere sie und denke damit darüber nach.
Das ist bei mir nicht ungewöhnlich, denn ich denke über Dinge nach, an die andere nicht eine Sekunde lang denken, vielleicht, weil es für sie, nicht wichtig ist. Ich messe allem was geschieht - eine gewisse Bedeutung bei.
Denn nichts geschieht im Leben, ohne dass es Folgen hat.
Emotionale, wirtschaftliche, oder soziale.
Ja, man wird nachdenklich warum der Mensch so ist, wie er ist.
Eigentlich ist der ein gespaltenes Monster, das nur an sich selber denkt, denn er geht so flüchtig und oft gedankenlos über seine Mitmenschen hinweg und oftmals mit ihnen um, dass dieser Egoismus fast schon körperlich schmerzt und nicht nur auf der Seele brennt.
Einen anderen fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, an der man sich die Finger verbrannt hat, fällt mir dazu spontan ein.
Auch das schmerzt für den Augenblick, es ist, als ob sich eine schmerzhafte Wundblase an einer bestimmten Stelle des Körpers gebildet hätte.
Die Blase muss erst richtig austrocknen bis man sie nicht mehr merkt, oder, man sticht sie auf, um den Bluterguss abzulassen. Das ist am Anfang noch einmal ein anderer Schmerz, der erst langsam abklingt wie eine alte Gewohnheit die nicht mehr da ist.
Ein heilendes Pflaster hilft um den Vorgang zu beschleunigen. Oder sollte man es austrocknen lassen?
  - ist Abnabelung, sich lösen, vergessen, verarbeiten, das Thema bearbeiten.-
Der Kreis schließt sich zu den obigen Begriffen - Gewohnheit – Bekanntschaften – Freundschaften – Gedankensplitter darüber.

Man kann sie, und zwar jeden einzelnen - auch letztendlich wie eine schmerzhaft entzündete Blase ansehen, erst wenn sie geheilt ist, denkt man nicht mehr daran, erinnert sich aber lange zurück.
Ich denke, jeder von uns kennt diese Wunden.
Gedankensplitter @ Angelface
Nimm alles nicht so ernst
Denk nicht darüber nach
Du kommst darüber hinweg
Du gewöhnst dich wieder um
Irgendwann, heißt es
Ja  - irgendwann denkt man - vielleicht - an vieles nicht mehr zurück
Nicht an das was schön war
Nicht an das was hässlich war
Nicht an das was selbstverständlich wurde
Nicht an das, was einem lieb und teuer war
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier
Er gewöhnt sich irgendwann an alles
Auch an die Einsamkeit
Aber ist das nun ein Trost
für uns Gewohnheitstiere
dass zu wissen?

okay, ich denk drüber nach...
und wenn ich so in meinem Inneren bedenke
an was wir so alles gewöhnt sind
wo sogar eine gewisse " Abhängigkeit" besteht, dann lohnt es sich schon, ein wenig darüber nachzudenken...

denken wir an
die Hand des Arztes der uns behandelt
den Vermieter, mit dem man hoffentlich ein gutes Verhältnis hat
den Chef, der einem Brot und Arbeit gibt
den Kaufladen und die Apotheke um die Ecke, die alles haben was man braucht...
an all das haben wir uns gewöhnt und würden es ( ) vermissen, wenn sie urplötzlich weg wären,
ja, es gibt X-solcher Beispiele
an die man nicht mal denkt
weil sie so selbstverständlich und damit gleichzeitig - uns - so vertraut geworden sind...

schon mal darüber nachgedacht, warum wir so "ticken" und sind wie wir sind?

Bin sehr gespannt ob jemand anderer Zugang zu diesen Gedanken findet.
© Angelface

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herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit die meinen Beiträgen gelten, denn mich interessiert auch die Meinung der anderen zum Thema das ich auswähle, lieben Gruß an Euch alle - Angelface -