Mittwoch, 23. September 2026

Stricken und Schreiben als ° T h e r a p i e oder als Zeitvertreib...(?)

 

meist unfreiwillige  *Farbverläufe sind was Schönes an Hand - und Fußgelenken
und mag ich sehr - witzig dagegen,  dass beide Exponate  nie ganz gleich werden..
so kann man sie beliebig austauschen und sehen immer wieder anders aus.
Anders oder überraschend sein - mag ich auch sehr..

Stricken und Schreiben kann fast schon eine Art der Therapie sein.

 - bunt ist Lebendigkeit - 
aber wer ist hier farbenblind?

man fragt sich beim Hobby ja oftmals: - etwas zögerlich  - was ist es für mich????

Ehe man eine freie Couch dazu bekommt vergehen oft Jahre. Wenn man Glück hat sind es Monate bis ein Platz frei wird, wo am anderen Ende ein offenes Ohr sitzt und dir zuhört was du nicht alleine im Laufe deines Lebens *verdauen konntest. Dann ist 's aber auch oft schon zu spät..

Wie verarbeitet man  Geschichten, die im trüben Nebel deiner Erinnerungen auftauchen?

Gerade bei älteren Menschen die plötzlich viel-Zeit-für-sich – haben, verstummt oft die Sprache, man wird still und macht alles mit sich alleine aus was man früher vielleicht auch mal mit einer Freundin besprach, die im Heute längst verstorben ist. Der Balken der Abschiede wird länger und länger auf dem man selbst noch herumturnt und das Leben einen noch so lange dehnt, bis das Strecken, Bücken und Knien beschwerlich wird..so wird mancher  zumindest im Winter zum unfreiwilligen Stubenhocker.

Alexandra - bei mir gegenüber -  an die ich oft denke
strich damals ihre Garage in grün-gelb
dafür holte sie sich ein Stühlchen aus dem Haus
was viel Schöner  im Gesamtausdruck aussah
 als das langweilige Grau
und wir unterhielten uns ganz oft über
 die Farben im Leben und welche Bedeutung sie für uns haben..
sie machte ihre wunderschönen IKONEN alle selber...
meinte aber auch: .

"Sport sei ihr zu anstrengend - spazieren- gehen zu beschwerlich - auf 's Bäume klettern hat man sich abgewöhnt - langweilig das Bummeln durch die Stadt - selbst die Gartenpflege geht schwer von der Hand - lesen fällt oft schwer, es fehlt die Konzentration oder das Augenlicht wird schwach - fernsehen erledigt sich oft von selbst",  - was dem Programm zuzuschreiben ist, das Interesse am PC lässt nach.

Mein – in manch Augen vielleicht übertrieben „vieles Stricken“ hat mich vieles gelehrt, auch andere Betrachtungen anzustellen.

Wie meine bunten Stühle, die auch so unvollendet entstanden, ich ihnen aber eine Bedeutung zuordnete und nicht nur die, dass „altes nur zum wegwerfen gut ist“, sondern praktisch und hübsch bunt ist, mehrere im Garten für mich, die Katzen und unvorhergesehene Besucher und nicht nur zur reinen Dekoration stehen zu haben; - ist auch das Stricken weit mehr als nur ein Hobby zum Zeitvertreib für mich.(geworden)

Nach einiger Zeit entdeckte ich, dass ich manche meiner Geschichten gedanklich in die Maschen und Farben hineinfließen und darin tanzen lassen konnte - wie im Erinnern die Projektion eines Bildes entsteht.

Es lenkte mich ab, manchmal mehr als ein Buch, mehr als ein Sonntagsspaziergang im Grünen, ein Film im Fernsehen oder ein Gespräch am Gartenzaun.

Plötzlich *empfand und sah ich beim stricken in der Farbe lila die langsam aber nachdrücklich vom hellen ins Dunkle überging ein ernstes Gesicht an meinem Bett, dass mir mitteilt, wenn ich nicht binnen 14 Tagen am Herzmuskel operiert werde, überlebe ich die nächsten Jahre nicht. Das war die Diagnose HOCM im Oktober 2019. und während dessen der plötzliche Tod meiner Mutter über den ich nie mit jemandem gesprochen habe..

Puh, wo kommt das plötzlich her“? 




Schnell strickte ich ein helles türkisgrün hinzu, was ja Hoffnung bedeutet-egal ob hell oder dunkel. Doch davon hatte ich nicht mehr all zu viel in Reserve

Auch lila tauschte immer wieder auf, mal heller, feiner in der Strickdichte, mal wieder sehr sehr dunkel fast zum rot tendierend , was mir als Farbe mehr als einmal auszugehen drohte.

Helle Farben, changierend ins eigene Bunte übergehend bedeutete fast ein Muster zu werden, was gar nicht beabsichtigt war. Einmal links, mehrmals rechte Maschen beim wechseln genügt völlig um überraschend zu wirken.

Eher wollte ich Streifen, Blockstreifen durch die unterschiedlichen Farben  getrennt - dicke und dünne abwechselnd, das waren die Gesichter der Katzen und ich konnte genau unterscheiden, jetzt ist es Merlin, dann Paulchen, dann Mimi und dann plötzlich kam mit °gelb leuchtend° meine Birke mit ins Maschenspiel und mir die Tränen.
Jede Masche eine Geschichte und dahinter die Gesichter, die dazu gehörten.

Beim zurückdenken - viel Bunt – 13 Jahre – warme Nächte auf dem Balkon und viele Gespräche mit meiner liebsten Freundin , Sommer am See, dann etwas verhangen im Nebel der Erinnerungen – auch mal schwarz, bedeutet Schmerz, - der Verlust der Tochter, - aber auch Enttäuschung und Ärger -  dann kamen wieder ganz viele rosa Farbmaschen, wie der Frühling wenn die Blumen im Garten erblühen und die Hagebutten dick und fett fast dunkelrot wurden. Aber immer wieder ganz viel Grün - was die Bäume im Garten für mich bedeuten. Der Blick vom Balkon und ins Weite bis zu den Segelfliegern am Himmel.

Ich *sah die Farben des Gestrickten  an den Beinen der Kinder in der Ukraine die im Winter oft frieren. Mit der Aufgabe zu wärmen..an Doris Händen wenn sie zum Füttern auf den Hof kommt und die Schafe begrüßt....

an einer alten Frau an einer Ampel wie sie über die Straße läuft und sich freut, sie lächelt vor sich hin. Das war Frankreich in den Siebzigern und der alberne Kauf eines Brautkleides auf einem sonnigen Markt, das ich später in leuchtend rot umfärbte weil die alte Spitze darin so wunderschön war und mich faszinierte.

Geschichten in Episoden die mich das Leben lehrte....die nie ganz aus dem Gedächtnis gehen.

So ist stricken mehr als „etwas  n u r  produzieren für mich /* und oder andere - „.sondern  ab und zu Teilabschnitte vom Leben und wenn ich die Farben am Handgelenk trage, bin ich auch noch - immer wieder ein wenig - das frühere ich.

Deshalb stricke ich so gerne, wahrscheinlich bin ich aber auch nur * farbverliebt weil ich Überraschungen mag - ich weiß ja nie vorher, welche Geschichte darin auftaucht.

 dicke, fette nur Grautöne kommen übrigens  relativ selten darin vor. Auch wenn ich es an mir mag wenn ich es TON in TON  als Rock oder Hose trage , allenfalls ein ganz zartes Silbergrau, was mich an meine Haare erinnert wenn die Sonne darauf scheint oder an die Farben des bunten Herbstes vor meinem Fenster..





@ angelface

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Vielen Dank für Euer bisheriges, sehr reges Lesen bei mir, für eure Besuche und das Interesse an meinen Beiträgen.
Lieben Gruß, bleibt gesund und Adieu, > bis zum nächsten lesen.. @ Angelface