Sonntag, 6. September 2015

abwenden oder zuwenden?

Erst die Not behandeln, dann reden...., denken, handeln, umgekehrt wäre besser gewesen!
Sich umdrehen und den Rücken zeigen, ist die leichteste Tat.
ich schäme mich, wenn ich
höre was viele sagen, vielen geht es
nur um die eigene Haut

Was ist zuerst dran, der Plan oder die Tat.
Ein Thema bewegt sich rund um die Welt, das der Auswanderer oder Einwanderer, so auch mich.
Doch wer bezieht Stellung, informiert sich wirklich und plappert nicht nur nach was er von Dritten hört?
Vieles ist völlig sinnentfremdet. Man spricht von Braunen, von Agressivität, von Rassisten, von Gefahr für Leib und Seele, von Überfremdung, von Terroristen,  von Menschen die uns die Arbeit wegnehmen,  viele plappern. Viele haben Angst, Angst wovor?
In jedem Land wurde eingewandert, eingebürgert – irgendwann und ebenfalls irgendwo. Kein Land verfügt noch nur noch über seine Ureinwohner. Ob in  Australien, der Schweiz, USA , Kanada, viele von uns sind dort jetzt zuhause und fühlen sich alles andere als fremd. Viele wollten aus völlig unterschiedlichen Gründen das Land verlassen, ob sie – ohne Arbeit, ohne Ziel, ohne Unterkunft   und Planung  aufgenommen werden würden, wussten sie damals  auch nicht.
Die freiwilligen Einwanderer:   Nicht die Juden die vor Hitler und seinem Krieg in ihre Heimat zurück  und nach USA flohen. Das ist und war eine ganz andere Geschichte, auch unsere Geschichte.
Man hatte sich auf den Weg gemacht, manchmal naiv, blind, nur von eigenen Zukunftsplänen besessen. Kriege gab es damals nicht, keinen der sie vertrieb, sie gingen freiwillig und voller Vorfreude. Wo bleibt der Blick zurück?
Heute sind die damaligen Auswanderer integriert, haben die Sprache gelernt, sich einen Job ergattert, Häuser gebaut, Karriere gemacht.  Das für sie einst fremde  Land weiter aufgebaut..
Im HEUTE….und Hier:
Man kann so wenig und gleichzeitig so viel tun.
Gäbe es keine freiwilligen Helfer die ohne groß zu  fragen  tatkräftig zugreifen, sich über die Bürokratie hinwegsetzen, statt zu warten bis der nächste Beschluss auf den Tisch kommt, würden Kinder weiterhin hungern, in abgerissener Kleidung am Zaun stehen und  darauf hoffen, dass einer vorbei kommt und ihnen hilft. Kinderaugen….voller Not, warum gehst du vorbei und siehst sie nicht?
Warum erst planen  statt sofort zuzugreifen, wenn man doch genau weiß, dass morgen der Plan wieder nichtig sein wird. Und er wird es, zu viel hängt davon ab wenn die falsche Entscheidung getroffen ist.
Warum nicht gleich helfen, sofort -  nicht nur mit Wort, mit Tat.
Ich habe zwei Bademäntel zu viel, gebe einen ab, warum nicht, kann eh nur einen tragen.
Sie flohen  - und fliehen weiter - voller Angst vor der Zukunft die sie nicht hatten, Angst vor Vergewaltigung, Morddrohung und Leid,  haben nichts außer dem was sie am Leib tragen.
Winterpullover, Schuhe,  Hosen, Decken, Mäntel, es fehlt an so vielem.
Nehmen wir all die überflüssige Liebe die wir im Herzen tragen, als Nächstenliebe an und verteilen sie an jene, die sie dringend brauchen wie die Decken und die Kleidung, die Nahrung und  all das was fehlt. Ersetzen die Sprache erst durch Handeln.
Auch wir als Ausländer im fremden Land wissen wie schwer es ist sich zu verständigen um eine Unterkunft, ein warmes Essen und ein Bett zu bekommen wenn wir die Sprache des Landes nicht sprechen. Haben wir alles vergessen, die Kriege, das Elend und das Leid darin?
Haben wir tatsächlich vergessen, dass auch wir, Ausländer in jedem anderen Land sind?!
Mauern bauen, Grenzen ziehen, Zäune errichten - das haben wir gelernt um uns abzugrenzen, dabei wünschten wir uns doch so oft, dass es keine gegeben hätte. Jetzt eine Grenze und dahinter? Was wird dahinter?
Es ist leicht vorbeizugehen und die Augen zu schließen. Das tut nicht weh. Uns geht es ja gut. Aber was, wenn es uns so ginge? Wenn wir nichts zu beißen hätten?
Die Bürokratie ist kalt, unpersönlich, herzlos, langwierig, überlegt und fordert ehe sie gibt. In der Zwischenzeit leiden die Kinder weiter, hungern und dürsten nach Aufmerksamkeit. Müssen erneut Bomben fallen, Menschen sterben um unser Bewusstsein zu schärfen?
Asylanten – fast schon ein Schimpfwort bedeutet auf jeden Fall Ausgrenzung – Abgrenzung – aber  es  sind,   wie wir, Menschen. Wer erst fragt ob es Wirtschaftsflüchtlinge  oder Vertriebene sind , Menschen voller Hoffnungslosigkeit,  ehe er das Brot aus der Hand gibt, hat vergessen wie weh der Hunger und die Kälte  tut. Kein Wunder, er selbst ist ja satt.
Wer mit vollgefressenem Bauch mit erhobenem  Zeigefinger voller Planung am Schreibtisch sitzt, voller Unkenntnis Angst um die eigene Habe hat,  hat sicher noch nie eine Flucht über die Berge mitgemacht, war noch nie vorm Ertrinken bedroht, hatte noch nie die Hand des Schleppers gespürt die drohend über ihm hing.
Jetzt wird überlegt; wer war schuld, wie ist es  dahin gekommen, hätte man, würde man, hätte es nie eine Flucht gegeben.
Warum reden wir wie Feiglinge, überlegen, planen statt erst zu handeln. Wo bleibt der Mut einer eigenen Entscheidung? Wir entscheiden, wie es weitergeht.
Wir können uns verkriechen, die Augen schließen und tun, als ob das alles uns nichts anginge.
Wir können weiterhin im Luxus schlemmen, für unser eigenes Wohlbefinden sorgen.
Wir können aber auch die Augen und die Herzen öffnen.
Die Not der Flüchtlinge ist groß, egal aus welchem Land sie kommen, fragen, planen, reden,  organisieren verteilen und  demokratisieren können wir hinterher, wenn sie satt sind.
Hunderte von Zeltstädten sind erst eine vorrübergehende Alternative, keine Lösung, Abschiebung in jedem Fall -  auch nicht.
Gezielte Planung tut not, aber hätte diese nicht schon lange vorher mit am grünen Tisch der Politik sitzen müssen? Wo bleibt der bezahlbare Wohnraum, wir nennen uns Sozialstaat.
Viele haben den Schuss nicht gehört als der schon vor Jahren nach hinten losging, nun wird palavert wer den ersten abgab, nutzt das noch was und wem?
Deutschland das Wirtschaftswunderland, kein offiziell ausgewiesenes Einwanderungsland,  nun kann es sich - - und jeder einzelne darin - beweisen.
Es wird wieder Grenzen geben.
Wir tun schon viel, das stimmt, aber es kann nie genug sein.
Die, die tun könnten, sind still.
Es ist nun mal wie es ist, die einen haben zu wenig, die anderen haben zuviel.
Vielleicht gibt es in München oder Hamburg, in Berlin oder anderen Großstädten worauf die Politik ein Auge hat, genug ehrenamtliche Helfer, es mag sogar ein Überangebot sein, in den Dörfern merkt man davon nicht viel.
Nur ein Link - Worte oder mehr?
© Angelface

zu den Worten ein Gedicht - von Sissi Kallinger; (verfasst 2013) sie nennt es einen lyrischen Versuch - ich
"treffend einen aktuellen Zustand beschrieben", schmerzhaft der Wahrheit auf den Mund geschaut.
http://www.bookrix.de/_ebook-sissi-kallinger-fassungslos/
ich hoffe, das Buch öffnet sich auch für fremde Leser...

Kommentare:

  1. Liebe Angel, Du hast ausgesprochen was viele bewegt in dieser Zeit.
    Es gibt schon viele Menschen die helfen und an denen das Flüchtlingsproblem nicht vorbei geht. Es muss von den Politikern in Europa grundsätzlich eine Lösung gefunden werden. es ist nicht einfach, denn der Flüchtlingsstrom hört nicht auf. Bei uns in den Orten wurden schon viele Flüchtlinge aufgenommen, auch hier in Ostfriesland wo ich gerade weile. Es gibt Anlaufstellen wo man Kleidung usw. hinbringen kann. Es fehlt an Dolmetschern und Menschen die koordinieren können und alles in richtige Bahnen leiten damit die Hilfe da ankommt, wo es notwendig ist.
    Man kann bei den Gemeinden anrufen und seine Hilfe anbieten. Wild durcheinander Hilfe leisten ist sicher nicht immer hilfreich.Die Menschen brauchen Unterkunft, das ist wichtig und ein großes Problem zur Zeit.
    Die gegen Ausländer, Flüchtlinge und Fremde sind, die gab es schon immer. Wenn es aber so wie jetzt, nicht möglich ist, Kapazitäten, Wohnraum zu schaffen für Flüchtlinge, kann das noch zunehmen und zu Unruhen führen.
    Wer kann sollte einen Flüchtling aufnehmen, damit tut er was Gutes.
    Liebe Grüße in den Sonntag, Klärchen

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  2. Ich glaube, Deutschland - und auch der Rest Europas - steht nicht (nur) vor einer großen Herausforderung, sondern auch davor, der Welt zu zeigen, was es bedeutet, ein großes Herz zu haben. Wir haben die große Chance, zu zeigen, dass wir aus unserer Vergangenheit gelernt haben; dass wir ein Land der Toleranz, der Hilfsbereitschaft, der Brüderlichkeit sind. Klar macht das auch Angst: Werden wir das schaffen? Wenn wir die Liebe mit ins Boot nehmen, lautet die Antwort: Ja! LG Martina

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  3. Ich habe diesen Artikel sowie die Kommentare von Euch beiden liebes Klärchen und liebe Martina so gerne gelesen. Man merkt dass alles voller Herzschlag steckt. Mich macht das auch alles sehr traurig und nachdenklich; ich meine damit dieser Haß der hier in unserem Land sowie in Nachbarländern daheim ist. Deutschland hat einmal eine Riesenschuld auf sich geladen und ich glaube, dass wir mit unserem Land eine zweite Chance bekommen haben. Nun können wir zeigen was wir gelernt haben und vor allem dass wir bereit sind zu helfen. Gewiss wird es nicht immer leicht sein aber es ist zu schaffen. Wünschen würde ich mir dass unser Land aufhören würde Waffen zu verkaufen in jene Länder wo unsere Flüchtlinge herkommen. Für was braucht man so etwas überhaupt~~~ich weiß ja, das sind Wunschträume.... Ganz liebe Grüße in diesen Sonntag-Nachmittag von Celine

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  4. Bin stolz auf Dich!
    Deine Tochter :-*

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    1. oh...es hat geklappt, wie schön!!!!

      eigentlich sollte es ja anders sein, aber eigentlich gibt es ja nicht.
      Tausend Grüße und ein Kuss nach Berlin....Mami

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  5. Ich gebe mich mal bewusst auf Glatteis.
    Vieles, was gesagt wurde, ist richtig. Die Bürokratie malt langsam, ist eine in die Jahre gekommene Mühle. Leider reicht Menschenliebe, Kleidung und Brot nicht aus, um das Elend der Welt zu beseitigen.
    Es gibt zu viele Menschen, die an der Armutsgrenze leben und leider auch zu viele Kriesengebiete.
    Wir können nicht allen Menschen helfen und die Politik hat versagt. Auf das
    Ehrenamt zu hoffen bedeutet, der Staat hat mal wieder Menschen mit sozialer Kompetenz gefunden und spannt sie sich vor den Karren. Ich sage dazu *Nein*.

    In den Kriesengebieten muss das Leben wieder lebenswert werden. Eine Abwanderung von Fachkräften bedeutet das Aus für jedes Land, daran muß gearbeitet werden.

    Die Hoffnung ist, was bleibt.

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    1. Liebe sissi, du begibst dich gar nicht auf Glatteis, du hast ja recht, sehr recht, nur jetzt sind sie da - und sie brauchen unsere Hilfe da die Politik sich mal wieder nicht entscheiden kann, erst redet, dann - vielleicht - und man weiß nicht wie - handelt.
      Man hätte, könnte sollte vorher - ehe sie die Boote zum sterben oder leben zu besteigen tun und direkt im Land...dort die Abfahrt verhindern sollen. Die Schlepper die ausbeuten verhindern...ach, was können die Menschen dafür die jetzt hier sind....du merkst mir fehlen die Worte....

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  6. Jeder hat Recht, du liebe "Angelface" und auch du, liebe "sissi,"
    Ich stimme jedem von euch zu, wie schwer es doch ist, den richtigen Weg zu finden.
    Aber eines steht fest, es sind Menschen wie du und ich und sie brauchen Hilfe, egal von wem, wo und wie, sie brauchen einfach Hilfe !
    ♥liche Grüße

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herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit die meinen Beiträgen gelten, denn mich interessiert auch die Meinung der anderen zum Thema das ich auswähle, lieben Gruß an Euch alle - Angelface -