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Donnerstag, 14. Januar 2016

Rückschau…auf rote Schuhe.



Flohmarkt, bald ist wieder die Zeit.
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Könnte ich mal machen, wenn, dann aber für Antiquitäten, denn manche Sachen sind antiquierter als  ich.

"Was räumst du denn schon wieder“? fragt mich der Nachbar, der unvermittelt hereinschaut, „schmeiß doch mal weg, was du nicht mehr brauchst“, doch mir fällt das schwer. Was sich so im Laufe eines langen Lebens alles ansammelt ist schon beachtlich. Eigentlich brauche ich ein ganzes Haus um alles unterzubringen was ich aufheben möchte, weil es schön ist, weder abgenutzt, noch viel getragen, benutzt und in den Schrank zurückgestellt. Ausmisten ist die Devise. Nur, mein Haus ist klein und fein, da passt nicht so viel hinein, man spricht ja gerne davon,“ ich habe mich verkleinert, so fühle ich mich wohler, hab weniger zu tun".
Einen ganzen Karton für das Asylantenheim gibt es wieder, sie werden sich freuen, egal ob das nun Mützen sind, Handschuhe, oder dicke Pullover, das eine oder andere Hemd, ich weiß ja, die ziehe ich nicht mehr an, also weg damit, denn die brauchen ja alles was tragbar ist.
Ich „räuse“ ein wenig, obwohl mir gesagt wurde den Ausdruck gibt es gar nicht, ich hab ihn erfunden und erkläre freundlich “räusen“ ist: aussortieren, ordnen, durchschauen, entscheiden ob`s  weg oder bleiben darf.
“ Du mit deinen Wortfindungen höre ich darüber, du erfindest Worte und dich jeden Tag neu“!

Macht’s  was? Mir nicht – und freue mich darüber als ich Kartons vom großen Schrank  wuchte, hineinschaue und:
meine alten Tanzschuhe entdecke. Gott, was sind die noch schön. Nicht mehr ganz neu, vielleicht 10 x getragen, haben sie mich über gar manche Tanzfläche geführt unglaublich bequem, fast wie ein Hausschuh haben sie mir am Fuß gehangen und mir Freude gemacht, sogar Preise und Abzeichen hab ich mit ihnen gewonnen. Jetzt dürften sie allerdings nicht mehr passen. Größe 36 trage ich schon lange nicht mehr, irgendwie werden die Füße immer größer - breiter, oder gar platter? Pech für den Träger. So ein Mist! das machen die ewigen Turnschuhe die so bequem sind, doch keiner mag sie wirklich, denn ein richtiger Schuh sieht doch am Fuß toll aus.
Will ich die wegschmeißen obwohl ich ganz genau weiß, sie trage ich nie mehr? Es hängen so viele schöne Erinnerungen daran. Und wer weiß,  tanzen werden die Asylanten eh nicht, denn die kennen wahrscheinlich keine Disco weil sie ihre Kinder erziehen, Fuß fassen und die Sprache erst mal lernen müssen. Außerdem haben sie wahrscheinlich eh viel größere Füße.
             Daneben im Karton stehen einsam und allein die roten

Schuhe, eine Farbe zum weg knien, leuchtend rot.  Ganz persönlich finde ich ja: jede Frau, egal wie alt, braucht einmal im Leben einen roten Schuh.
Zwar weiß ich nicht warum, aber es ist so ein Gefühl, rote Schuhe sind aufregend, elegant, riechen nach Abenteuer, machen einen schönen Fuß:

Die  waren einmal sau teuer- nicht die auf diesem Bild natürlich, die Originale mit dem 10 cm hohen Absatz wie Waffen, die gibt es schon lange nicht mehr im Regal, ich hab sie verschenkt. Doch, nur weil rot - wollte ich andere haben.  Bequemere tragbare auch für den Alltag, fürs passende rote Kleid. Nicht ganz auf die Leuchtfarbe verzichten.
Ein klitze-klein wenig ähneln sie den alten, ach so teuren die ich kaum trug weil die Gelegenheit fehlte, denn irgendwann war die Zeit der schicken Bälle vorbei. Diese hier sind  eine Nummer größer, wirken schwerer und der Absatz ist bedeutend kürzer, was sie plumper macht..
Meine Gedanken eilen hinter ihnen her, ich seufze schwer, putze sie und lege sie beiseite, vielleicht kommen sie eines schönen Tages mit Nagel an die Wand, ich weine ihnen ja nicht hinterher.
Mein Foto Doch sollte ich sie tatsächlich noch einmal tragen wollen, müssen neue Absätze dafür her, die alten sind nämlich längst abgelaufen.


© Angelface