Dienstag, 5. August 2014

unbedacht

Nur eine kleine Geschichte...
Wir schreiben
meist leben wir auch danach
Wie wir denken
Was wir denken
Worüber wir nachdenken
Über das was uns bewegt
Was uns interessiert
Was uns beschneidet
Einengt, stört oder wundert
Wir schreiben über unsere Freude, unsere Schmerzen, unser Leid
Unser leben wollen
Über unsere Gedanken die von gestern und heute
Und zu jeder Zeit
In Dankbarkeit dass wir darüber schreiben können
Nicht stumm sind
Wir schreiben über unsere Lieben
unser Leben

was wir suchen , uns erträumen
Und was wir wollen
Solange wir den Stift halten können
Jetzt, heute und in Ewigkeit
wer Fragen   zu meinen Texten hat, kann mich gerne anschreiben.....!

    Fräulein Unbedacht

 Still sein
nur mal....
über den Gartenzaun schau `n
den Wolken nachträumen...
staunen
still sein
bis die Erde
mit dem Himmel zusammenwächst
es war dein Gedanke
der mich
von Heute
ins Morgen trug .................      @ Gedicht von Angelface

Es gab einmal ein Wörtchen, das hieß unbedacht. Keiner wunderte sich,  dass dies weibliches Geschlechts war.
 Es hatte eine große Familie mit vielen Brüdern und Schwestern die alle in einem Menschenmund wie in einem Haus  zusammen wohnten.
Die Brüder hatten Namen wie: bedacht,vorsichtig, sich absichernd, zuverlässig, gelassen und  verschroben.  Es gab den Bruder, der sich selbst  verrückt nannte, einen, der den Namen Bruder Leichtfuß hatte, einen der Zusammenhalt hieß, einer nannte sich überlegen, einer" Vorsicht, ich bin ich, sehr wichtig und komme"  und der andere hieß: gewissenhaft. Es gab auch noch weitere, die  sahen sich als Laut.  Manche Brüder waren selbstsüchtig und egoistisch,  ungehörig, dreckig und schmutzig und hießen auch so. Davon gab es viele.
 Dann gab es noch den Bruder kränkend, den Bruder verletzend, den Bruder, der sich stolz und selbstsicher rechthaberisch nannte und überaus wichtig nahm.
Dieser Bruder, der sich sofort  unwohl fühlte und nicht mehr wichtig wenn er nicht in allem Recht bekam. Er  sah sich  immer im Vordergrund von Geschehnissen. Er fühlte sich per se immer persönlich angegriffen und dann haute er so sogleich mit harten Worten zurück indem er sich wichtig benahm. Er war allerdings ein ziemlich einsames Wesen als Wort, hatte keine Weggefährten oder Freunde und war viel alleine, keiner mochte ihn so recht.
        Die Schwestern hatten hingegen ganz andere Namen. Sie  hießen zärtlich, leise, vorsorglich, fürsorglich, mitleidsvoll, bedächtig, bedacht,  aber auch  unterlegen , unbeherrscht, eines schrie ständig laut. Dieses hatte keinen richtigen eigenen Namen.
 Es gab eine die sich sorgend, behütend, beschützend nannte. Es gab eine Schwester die hieß mild, eine andere die sich mütterlich , eine die sich -  ich bin recht streng -, eine weitere die sich" ich passe auf mich auf"- und eine,  die sich einfach mal so" zickig"  nannte.
Dazwischen lag nun das kleine Wörtchen unbedacht. Dem tat manchmal leid wenn es zuviel plapperte und oft fielem ihm unbedacht, nie böse gemeint,  die Worte einfach so,  heraus dem Mund.
All diese unzähligen Worteaus der Familie  krabbelten am Morgen aus ihren Betten und machten ihre Arbeit. Sie gingen zu den Türen und Fenstern aus dem Mutterhaus hinaus und unterhielten die Menschen die draußen wohnten. Alle hatten eine Aufgabe,  nur das Wörtchen unbedacht,  das sollte zuhause bleiben, es hatte strengstes Fahr und Laufverbot. Irgendwie passte es nicht in die Familie, keiner akzeptierte es, meist war es nur als seltsames Etwas geduldet, dabei   wollte es  niemandem etwas Böses tun, es  war nur  zu schnell und zu flitzig, es war eben so geboren worden.
 Es war  zu temperamentvoll,  eben unbedacht  wie  schon der Name sagte,  die Mutter meinte, es passte nicht auf den Verkehr auf und so konnte es nicht lernen und  blieb kindisch und unbedacht  sein ganzes Leben lang.
Deshalb passte die Mutter im Muttermund lieber auf das kleine dumme Ding  in ihrem Inneren auf und sperrte es den ganzen Tag ein,  damit ihm  draußen in der kalten Welt nichts zustoßen konnte und damit es nirgendwo einen Schaden anrichtete..
Im Hause durfte es alles tun was es wollte, da konnte es niemanden stören, es wurde aber auch nicht geliebt,  denn auch die Mutter verließ oft schon  am Morgen das Haus und kehrte erst abends wieder.
 Aus Langeweile und Einsamkeit schüttelte  es jeden Morgen die Decken und Bettchen aus, wusch  seine  Fingerchen und Beinchen, denn es war recht klein gewachsen und sorgte dafür, dass alles zuhause in Ordnung war bis seine Brüder und Schwestern  müde von der Arbeit nach Hause kamen. Dann spielten sie wieder miteinander bis sie müde - und ins Bett geschickt wurden. Jeden Tag übte es nicht mehr so unbedacht zu sein, doch so recht gelang ihm das nicht, es war ja keiner da, der ihm sagte wann es zu unbedacht war.
Eines schönen Tages entwischte es flink mit einem der Brüder durch die Tür, keiner beachtete es.
      Es wollte sich wie seine Brüder und Schwestern die Welt ansehen. Es wollte spielen und arbeiten, sich den Himmel beschauen, mit dem Verkehr fließen, sich hübsch kleiden, weniger unbedacht sein und damit ein gern gesehener Gast bei all seinen Brüdern und Schwestern sein.
Aber es sah seine Geschwister nicht, all jene Wörter die im Haus als Familie zusammengehörten waren in alle Winde verstreut und verrichteten ihre Arbeit.
Das eine war in einem Bankhaus, das andere bei einer Versicherung, das nächste hatte sich in eine Familie eingenistet und  eines verbog sich gerade ziemlich ungehörig in einem Kloster, das hieß Unehrlichkeit. Wie gerade dass sich dahin verirren konnte war ihm selbst nicht klar, wahrscheinlich hatte es sich verlaufen.
Eines war bei einem Zahnarzt in der Praxis gelandet und sah sich an wie der Meister fremde Zähne aufbohrte, eines  erlag der Versuchung in einen Atombunker hineinzuschauen und entdeckte die Bundeskanzlerin die gerade dort einen Antrittsbesuch machte. Um sie tummelten sich viele Schwestern und Brüder die sich im Mund der Kanzlerin verkrochen weil es so schön warm darin war.
      Das waren die gewichtigen Brüder Integrität und Zusammenhalt, der Bruder Verlässlichkeit, der Bruder Zuversicht und  der Bruder: tolle Worte ohne Inhalt", hinzu kam der Bruder" ich verspreche".
Sie hatten ein wenig Krach miteinander so wie es unter Brüdern öfters vorkommt, immer verstehen sie sich nicht.
Das kleine Wort unbedacht, dachte sich,  da gehöre ich nicht hin, die akzeptieren  und nehmen mich nicht auf und eilte weiter.
Es suchte ein Zuhause weil es ihm kalt war. Es frierte. Es war einsam.
Tagelang war es unterwegs und suchte sein Heim, unbedacht wie es war, hatte es den Weg zurück vergessen.
Auf seiner Reise begegnetem ihm viele seiner Brüder und Schwestern aber alle hatten zu tun und schickten es weiter, sie hatten für das kleine Elend das sich verlaufen hatte  keine Zeit.
Es weinte, fühlte sich verlassen und von niemandem akzeptiert, keiner wollte ihm ein Begleiter sein.
Ein Kind, ein Mädchen lief ihm über den Weg, verlassen und traurig  weinte es auch, denn es hatte sich ebenso verlaufen und war weit weg von seinem Zuhause, doch das Mädchen hatte  genauso  wie das Wörtchen unbedacht - den Weg  zurück in den Schoß der Mutter vergessen.
 Ihm schloss es sich an und das Mädchen hatte nichts dagegen. Die beiden verstanden sich gut weil sie sich gegenseitig akzeptierten und  den anderen ließen wie sie waren, eben klein und lernfähig und so gingen sie zusammen ihrer Wege bis das Mädchen erwachsen war durch Berg und Tal und erlebten zusammen  viele Abenteuer.
Die Zeit verging, viele Tage und Nächte, Monate und Jahre  durchwanderten die beiden Kontinente, das Mädchen wurde älter und besonnener, während das Wörtchen unbedacht so blieb wie es war, in seiner Welt gab es kein wachsen.
Als die Zeit der Trennung kam,  mussten sie sich voneinander ablösen wie die Mutter vom Kind ,  versprachen sich aber, sich nie aus den Augen zu lassen, denn sie hatten auf ihren Reisen viel Schönes erlebt und hatten einen Zusammenhalt gefunden.
Das End von der Geschichte.
Das Wörtchen unbedacht fand den Weg  nicht zurück, es wohnte mal hier mal dort und wurde innerhalb kurzer Zeit immer wieder aus dem Hause in dem es geduldet wohnte geschmissen. Ungeliebt und alt nie irgendwo richtig angekommen, verknittert und verkrüppelt beendete es seine  Reise ins Ich  und verstarb. Seinen Brüdern und Schwestern begegnete es nie wieder.
Aber eines wusste es in seinem Inneren, viel Schaden hatte es nicht in der Wunderwelt der Menschen angerichtet, denn dazu war es zu niedlich und fein, voller Fröhlichkeit und guter Laune  voller  Gelassenheit,  denn es hatte gelernt sich auf seiner Reise selbst  als erwachsenes Wort zu akzeptieren, es war  immer guter Hoffnung die auch anderen Menschen gefiel, denn es war winzig klein.

@ Angelface
auch hier zu lesen
http://www.giessener-zeitung.de/muecke/beitrag/95328/worte-kommen-aus-unserem-mund-wie-das-von-fraeulein-unbedacht/
und noch eine Geschichte (von mir und aus 2010)  aus der Gießener Mitmachzeitung die ich sehr "hübsch" finde.
immer meede"    ich will überall dabei sein
der eigentliche Titel lautet

Franziskaner sind der Schutzpatron der Tiere, eine wahre Geschichte

und heute am 7.08.ist weltkatzentag.

Presse-Mitteilung
Weltkatzentag:
TASSO e.V. fordert weitreichenden Schutz für Katzen

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herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit die meinen Beiträgen gelten, denn mich interessiert auch die Meinung der anderen zum Thema das ich auswähle, lieben Gruß an Euch alle - Angelface -