Sonntag, 3. August 2014

Gewohnheiten

Augenblicke

Die ich so
In dieser Intensität
Mit niemandem teilen will

Der frühe Morgen
Das weite Feld
Das saftige Gras
Diese Sonnenfarben
Noch vom leisen Nebel verhüllt
Wenn der Morgen duftend über die Felder zieht
Mein Blick trifft auf braunes samtiges Fell
Ein Reh im Gras
Direkt vor mir
Zwei braune sanfte Augen
Sie blicken mich an
Ich in sie zurück
Über uns nur der Adler
Der mit seinen weiten Schwingen
Tiefe Kreise zieht

Augenblicke
In denen ich die Augen schließe
Kraft für den Tag schöpfe
Die ich so
In dieser Intensität
Mit niemandem teilen will
Die Welt steht
Für einen Moment lang
Still

In Augenblicken
Blicke ich nicht zurück
Dann lebe ich

immer wieder " Gedichte © Angelface"

Obwohl man sich ja täglich verändert und vieles in seinem Leben an neue Lebensumstände  anpasst, es andere Dimensionen bekommt,  irritiert es mich beinahe festzustellen wie viele Gewohnheiten wir doch über all die Jahre beibehalten.
Wie beispielsweise das "Helfen" beim anderen Menschen, es scheint dann doch eher nicht eine Gewohnheit oder Angewohnheit zu sein, sondern eher im Charakter zu liegen.
Im Heute - und es" passt" vorzüglich in meine momentane Situation - habe ich ein Buch entdeckt, das ich vor ziemlicher langer Zeit geschrieben hatte, noch im  Heute zu dessen Inhalten stehe und deshalb auch hier veröffentlichen möchte. Es geht um Gewohnheiten wie sie jeder von uns hat und die Tatsache wie der Mensch mit diesem Thema  täglich
 u m g e h t.
Gewohnheiten – Bekanntschaften –  Freundschaften - Gedankensplitter
                         Buch Gewohnheiten 


Wenn einem eine lieb gewordene Gewohnheit abbricht, ist es erst einmal eine Umstellung, das dauert bis man sich von ihr wieder entwöhnt hat.
Egal welche, ob es nun der Verlust des Handys, das Fahren mit einem bestimmten Auto oder
ob man auf bestimmte Daten, Bilder, Bücher, oder eine lieb gewordene Angewohnheit nicht mehr zurückgreifen kann. Es ist wie ein täglich eingenommenes Medikament, das einem plötzlich fehlt.
Man merkt es einfach.
Was es im Einzelnen ist, ist völlig egal, die Gewohnheit ist eine Gewöhnung, die man ungern verliert.

Gewohnheitsdenken

unser oftmals so gedankenloses
vor uns hin denken
zwingt uns
von Zeit zu Zeit hoffentlich
näher darüber nachzudenken
worüber wir früher
nie gedacht hätten
dass wir darüber näher
nachdenken würden


Das von uns Gewohnte und Vertraute sind manchmal nur Angewohnheiten denen man vertraut weil wir sie uns angewöhnt haben...wie an die Anwesenheit eines anderen Menschen.

Gewohnheiten sind vielleicht auch nur wie Handschuhe, die man bisher täglich getragen hat, wenn man sie verloren hat, sucht man sie erst eine Weile bis man akzeptiert, dass man sie endgültig verloren hat.
Oder sind es doch sog. Hilfeschreie und Ängste gewisse "Gewohnheiten" nicht abzulegen weil man mit den "Veränderungen"  im Leben nicht klar kommt? Keine Ahnung, ich weiß es - wie viele andere - auch nicht, keiner ist allwissend auch wenn einige es von sich glauben..
Irgendwie ist es wie ein kleiner Verlust dem man nachtrauert, oder wie eine Krankheit die man urplötzlich bekommt, und über die man sich wundert, weil man sie vorher nicht kannte, denn der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier und stellt sich ( meist) schwer um.

Daran sieht man, wie gefährlich und gleichzeitig selbstverständlich eine gewisse Gewöhnung ist.
Man nimmt es gar nicht mehr bewusst wahr, wenn man sie hat, umso mehr, wenn es wieder weg ist.

Genauso oder so ähnlich ist es mit Menschen.
Auch an Bekanntschaften mit Menschen kann man sich gewöhnen. Wenn sie länger andauern, sind sie irgendwann einem so selbstverständlich geworden wie abendliches und morgendliches Zähneputzen. Wenn sie dann beendet werden, fehlen sie einem für eine gewisse Zeit.

Schlimmer ist es, wenn ( echte ) Freundschaften, oder das was man dafür hielt, gebrochen werden.
Das ist dann, als fehlte einem plötzlich eine Liebe, ein Gefühl  - eine starke Empfindung  die man hatte.

Woher kommt dieser empfundene Unterschied?
Ist es, weil Gefühle und Emotionen mit im Spiel sind?
Oder kommt es daher, weil eine gewisse, mal mehr oder weniger empfundene oder tatsächliche Abhängigkeit voneinander entstanden ist?
Wobei es vollkommen egal ist ob es eine emotionale, wirtschaftliche oder soziale ist.
Wenn Masken bröckeln, steckt oft dahinter die Leere und das große Nichts.
Und mit dieser - vielleicht für manchen Menschen schmerzhaften Erkenntnis gilt es, fertig zu werden.

Das sind Themen, die mich beschäftigen und über die ich nachdenke.
Gedanken die in meiner Gedankenschublade wohnen, diese, ähnliche und viele andere.
Jeder hat sie, aber ich glaube manchmal, ich habe besonders viele davon.

Nein, es gibt keinen aktuellen Anlass dazu, es sind einfach Dinge, die in meiner unmittelbaren Umgebung sowohl mit mir als auch mit anderen geschehen, ich registriere sie und denke damit darüber nach.
Das ist bei mir nicht ungewöhnlich, denn ich denke über Dinge nach, an die andere nicht eine Sekunde lang denken, vielleicht, weil es für sie, nicht wichtig ist. Ich messe allem was geschieht - eine gewisse Bedeutung bei.
Denn nichts geschieht im Leben, ohne dass es Folgen hat.
Emotionale, wirtschaftliche, oder soziale.
Spinnweben
Vor manchen Geschichten und Geschehnissen
Steht man fassungslos
Und schüttelt nur noch den Kopf
....man denkt
spinn ich jetzt
oder ist`s der Andere....
der alles verdreht sieht
Ist mein Hirn vernebelt
.... oder Seines
wahrscheinlich sind wir alle ein wenig verrückt
So, wie diese Welt
rings um uns her
.... sich um Ziele; Pläne
und Wünsche ver -rückt

 schrieb ich schon by Angelface  im  September 2007
Ja, ... man wird nachdenklich und überlegt warum der Mensch so ist, wie er ist.
Eigentlich ist er ein gespaltenes Monster, das nur an sich selber denkt, denn er geht so flüchtig und oft gedankenlos über seine Mitmenschen hinweg und oftmals mit ihnen um, dass dieser Egoismus fast schon körperlich schmerzt.
"Einen anderen fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, an der man sich die Finger verbrannt hat, wenn man ihn nicht mehr BRAUCHT -  fällt mir dazu spontan ein. Kann auch das zur Gewohnheit werden?
Es schmerzt für den Augenblick, es ist, als ob sich eine schmerzhafte Blase am Fuß gebildet hätte. Man tritt täglich damit auf.
Die Blase muss erst richtig austrocknen bis man sie nicht mehr merkt, oder, man sticht sie auf, um den Bluterguss abzulassen. Das ist am Anfang noch einmal ein anderer Schmerz, der erst langsam abklingt wie eine alte Gewohnheit die nicht mehr da ist.
Ein heilendes Pflaster hilft um den Vorgang zu beschleunigen. ( das kann auch ein klärendes Gespräch sein)
Abnabelung, sich lösen, vergessen, verarbeiten, das Thema bearbeiten.
Der Kreis schließt sich zu den obigen Begriffen - Gewohnheit – Bekanntschaften – Freundschaften – Gedankensplitter darüber.

Man kann jede Gewohnheit, und zwar jede einzelne - auch letztendlich wie eine schmerzhaft entzündete neu entstandene Blase ansehen, erst wenn sie geheilt ist, denkt man nicht mehr daran, erinnert sich aber lange zurück.
Ich denke, jeder von uns kennt diese Wunden.

@ Angelface

G e d a n k e n s p l i t t e r als Gedicht und Vers

Nimm es nicht so ernst
Denk nicht darüber nach
Du kommst darüber hinweg
Du gewöhnst dich wieder um
Irgendwann, heißt es
Ja irgendwann denkt man an vieles nicht mehr zurück
Nicht an das was schön war
Nicht an das was hässlich war
Nicht an das was einem selbstverständlich wurde
Nicht an das, was einem lieb und teuer war
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier
Er gewöhnt sich irgendwann an alles
Auch an die eigene Einsamkeit



Aber ist das nun ein Trost
für uns Gewohnheitstiere
dass zu wissen?
okay, ich denk drüber nach...
und wenn ich so in meinem Inneren bedenke
an was wir so alles gewöhnt sind
wo sogar eine gewisse " Abhängigkeit" besteht, dann lohnt es sich schon, ein wenig darüber nachzudenken...

denken wir an
die Hand des Arztes der uns behandelt
den Vermieter, mit dem man hoffentlich ein gutes Verhältnis hat
dem Chef, der einem Brot und Arbeit gibt
den Kaufladen und die Apotheke um die Ecke, die alles haben was man braucht...
dem Gegenüber der zum Freund wurde
an all das haben wir uns gewöhnt und würden es vermissen, wenn sie urplötzlich wegwären

ja, es gibt X-solcher Beispiele
an die man nicht mal denkt
weil sie so selbstverständlich und damit gleichzeitig - vertraut geworden sind...

schon mal selbst der du dies liest - darüber nachgedacht?
ich schon und damit komme ich zum Ende meiner Ausführungen...

© Angelface

Kommentare:

  1. Gewohnheiten, oft lieb und teuer, doch manchmal gilt es auch, sich davon zu trennen. Auf zu neuen Ufern, die Trägheit beiseite legen, sich öffnen für Neues.
    Manchmal schmecken neue Brötchen sogar besser als die Alten.
    Ich könnte noch so vieles schreiben ... über das Leben, Freunde, Kochrezepte, neue Schuhe, eine andere Haarfarbe.


    Ich bin gewöhnt an dein Gesicht, ich bin gewöhnt dran, wie du sprichst und doch verlaß ich dich... oder ... oder ....
    Habe Schicht und geh zu Bett mit dem Gedanken, was ich noch alles verändern will... und dabei möcht ich eine neue Rose pflanzen.
    Der Mond lugt nicht durch verdreckte Scheiben,
    die Nacht zeigt mir Gesicht,
    die Katze schmiegt sich in ihr Kissen,
    ich träum den süßen Traum
    von schaumigen Küssen ... lach... Poesie zur Nacht

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  2. welch eine wunderschöne süße Poesie zum frühen Morgen entdecke ich da in deinem Kommentar, das ist ja schön geschrieben, ich denke das ist ein unmittelbarer Anlaß dir ein kleines "nur mal so" in deinen Briefksten zu legen, Moment, warte...es kommt...gleich, wart, ich bin doch noch müd...gähn...aber der gute Morgen für dich, während du sanft noch schlummerst, der ist schon da...

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  3. liebe sissi, hoffentlich liest du es: leider muss ich es hierhin schreiben...bitte maile mir deine e-mail erneut zu, eine Post - Adresse hab ich nur in xp gespeichert und an die Kommentaradresse hier geht keine Post" raus....

    meine Post an dich ist im Speicher....und wartet darauf abgeschickt zu werden...:))

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  4. Hallo Engelchen -
    schön, Deine Gedanken zu lesen, die etwas tiefer gehen. Aber - ein kleiner Wermutstropfen:
    " Nimm es nicht so ernst,
    denk nicht drüber nach ...usw"
    Meinst Du das wirklich so? So kenne ich Dich gar nicht.

    Man kann sich an vieles Neue gewöhnen, deshalb ist das Alte doch nicht vergessen, glaube ich. Und: Neuanfänge beinhalten immer auch die Chance, sich selber zu verändern. So jedenfalls habe ich es erlebt.
    Dir wünsche ich das besonders, Engelchen.
    Ganz liebe Grüße von Horst

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  5. Lieber Horst, wie schön dich bei mir zum lesen zu sehen, -
    den text im Buch, die Gedichte und Verse hatte ich - keine Ahnung in welcher "Stimmung 2007 geschreiben, ich glaube in einer "sog.Trennungsphase, das schreibt man dann schon mal unreales nicht übertragbares unsinniges hin, :))also mach dir keine Sorgen um mein heute da hab ich alles im Griff, dichte aber auch mal so und so was nicht der Wirklichkeit entspricht, zumindest nicht meiner..oftmals" spreche" ich auch gedanklich nur jemanden °anderes° an..das ist so meine Art zu schreiben...lacht dir zu:
    ich grüße dich, freue mich dich zu sehen und danke dir...Angel

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  6. ach ja - lieber Horst noch ein "nachwort" zum besseren verständnis:
    aus dem gedicht das " magische Mantra"
    "Nimm es nicht so ernst
    Denk nicht darüber nach
    Du kommst darüber hinweg
    Du gewöhnst dich wieder um" wurde mir immer gesagt wenn ich zuviel in den Augen anderer nachdachte...!lacht...

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herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit die meinen Beiträgen gelten, denn mich interessiert auch die Meinung der anderen zum Thema das ich auswähle, lieben Gruß an Euch alle - Angelface -