Montag, 16. Juni 2014

was oder wer macht uns traurig?




„Woher kommst du Traurigkeit, “ fragte sie leise den stillen Raum
als sie spürte, dass diese sie wieder erfasste.
Empfindungen und Gefühle hat man nicht im Griff
sie kommen und gehen
ungefragt
sie schützen uns
und lassen uns andererseits
völlig ohne Schutz zurück
wenn sie wieder gehen

Vorahnung

Der Zeiger der Uhr stand auf kurz vor sechs, als sie ihre Tränen weckten.
" Manchmal könnte man dem Leben eine Ohrfeige geben, weil es so oft verhindert, dass man sich spürt," dachte sie, während sie sich - ganz tief drinnen schmerzlich und sehr deutlich wahrnahm..
Ihr Puls pochte laut in ihren Ohren und sie spürte jede Faser ihres Körpers.
Es war nur eine Vorahnung, die dort durch ihre Gedanken schlüpfte, als die Nässe ihrer Tränen sich im Augenwinkel sammelte, eine Vorahnung, dass die endlose Traurigkeit nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken war, ja immer wiederzukehren drohte. Es gab keinen aktuellen Anlass plötzlich zu weinen oder gar etwa verzweifelt zu sein, dennoch hatte sie vor einigen Tagen ein Wildfremder darauf angesprochen. Wie eine unsichtbare Aura schien sie diese Ausstrahlung zu umgeben, nistete sich, noch während sie lächelte - in sie ein und wurde nur von der schnellen Hektik ihres Alltagslebens zugedeckt.
Das ist meine Vergangenheit, dachte sie, die kann keiner verstehen, der sie nicht gelebt hat. Andere nahmen ihre Stimmungsschwankungen nicht wahr oder verstanden sie nicht, versuchten jedoch oft zu ergründen warum sie mal hochjubelnd lebendig beglückt oder dann wieder tieftraurig und unergründbar verletzt, gar ärgerlich auf sich selbst oder auf die fehlende Wahrnehmung der Anderen war.
Er wird der Nächste sein, - sie dachte an den Hund, der eine Etage unter ihr friedlich in seinem Korb schlief.
Ob er sich wohl freut, die anderen Gefährten seines Lebens wieder zu sehen, wenn er auf seine Wolke hinauffliegt?
Alles hat seinen Platz, es ist vorherbestimmt, wann, wo, und wie es geschieht, dass wir Lebewesen verlieren, die unser Leben lange begleiten.
Egal ob es nun ein Tier ist, das unser Herz ganz tief innen berührt, oder ein Mensch, dem wir unsere Liebe schenken, es macht keinen Unterschied. Der Verlust ist derselbe wenn wir ein Teilstück unseres Gefühls an einen Andern weggeben und der ist dann nicht mehr da.
Dann kommt die große Traurigkeit und sie umringt und nagt an uns, als hätte sie unsichtbare Zähne.
Wir geben etwas von uns damit weg, was unwiederbringlich verloren ist...
wie viel haben wir an verschenkbarem Gefühl ?
Das Leben ist hart und macht uns Menschen oft aus Gedankenlosigkeit zu nahtlos funktionierenden Maschinen, nur ab und zu lässt es uns durch Verluste und unser Bewusstsein inne halten und uns selbst ein wenig deutlicher spüren.
Aber vielleicht war das ja so absichtlich eingerichtet worden, von dem da oben, an den man doch - irgendwie und dann gar nicht, zu glauben scheint. Er, der unser Leben einrichtet und es führt, auch wenn wir ihn ablehnen und nicht an ihn glauben, er hat uns diesen Schutz als Geschenk gegeben, nicht zu zweifeln und zu verzweifeln, sich nicht zu grämen, wenn wir eine geliebte Seele verlieren und wieder mit der Zeit gesunden.
Wahrscheinlich könnten wir gar nicht existieren, wenn wir uns selbst dauernd so spürten, dass es richtig weh tut - war der Gedanke, der sie tröstete, während sie langsam unter die Brücke ihrer Traurigkeit kroch.
Und der Trost nahm sie wieder mit in den Schlaf, während der einsetzende Regen an das Fenster trommelte und die Wärme der Decke sie schützend umschloss.



Reflexion


mal grob, mal versonnen
mal leicht, mal versponnen
mal einfühlsam schwer
kommt der Mensch oft daher

er wundert sich dann
über Stimmung und pro
die mal so, und mal so
je nach Stimmung und Co
sich gerade entlädt
wenn sonst gar nichts mehr geht

der Mensch ist keine Maschine
nicht immer nur pro
das Contra hat Einfluss
auf Menschen und so
geschieht es gar manchmal
dass kein klarer Verstand
einen pfeilgerichteten Weg
Einzug in die Stimmung
der Anderen fand
 

Langsam ganz langsam verstehe ich
Mich
Gebe endlich Gesichtern einen  Namen
Auf die ich so wütend bin
Weil sie mich so unendlich traurig machten
Dass ich denke
Kotzen ja, auch auf`s Leben
Dies ungerechte dreckige und oberflächliche
Leben, das so viele unaufhaltsam  und stetig verändert
doch das hat wenig Sinn


im Frühling und im Herbst überfällt uns oft eine unerklärliche Traurigkeit.
Wir können sie uns nicht erklären, vielleicht sehen wir darin unsere eigene Vergänglichkeit im Verblühen und Fallen der Blätter -im Farbwechsel der Zeiten - im Rausch der Farben - die langsam verblassen
wer weiß...wir haben es nicht in der Hand
Er lenkt uns Tag für Tag und Nacht für Nacht wie er uns das Leben schenkt
dort leben, uns darin einrichten und daran freuen müssen wir uns selbst
wie die  Blumen die von selber blühen

doch dann fiel es ihr wieder ein warum sie so traurig war. Sie setzte sich ins Auto und fuhr zu ihrer Freundin denn sie wusste, sie brauchte sie.
Diese trauerte um ihren geliebten Kater, der sich vor  2 Tagen
vor Neugierde und Langeweile den Kopf in eine Plastiktüte
voller Krumen von Muffins gesteckt hatte und von dort nicht mehr unbeschadet herausgekommen war.
Er war daran elend erstickt.

Geschichten © Angelface



Kommentare:

  1. Ein sehr schönes Buch... das Bild mit dem Hut und die Pumps haben es mir angetan.
    Dein Text berührt mich sehr... wenn du von dieser endlosen Traurigkeit im Leben sprichst, die grundlos zu sein scheint und es doch nicht ist. Ich verliere mich in deinen Worten, schließe die Augen und denke über die unerträgliche, nicht vorhandene Leichtigkeit des Seins nach.
    Ein Text, der berührt, der sich in den Windungen der Gedanken festsaugt und mich ins Grübeln bringt.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche...
    dicken Umärmler sissi

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  2. Liebe Sissi
    deine Gedanken dazu - jaha....diese Traurigkeit die aus dem nebulösen manchmal in uns aufsteigt, die wir kaum einzuschätzen wissen, die kennen wir doch alle - von Zeit zu Zeit, mit ihr umzugehen oder sie wieder zu vergessen ist ein Teil unseres Alltags der uns verschlingt....
    auch dir eine schöne Woche die sich auf die Schafskälte zuneigt, dann gilts wieder sich ins Warme zu kuscheln.....dir ein lieber Gruß Angel

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  3. ja, die traurigkeit. meistens wird sie unterdrückt, denn dauernd an gewisse sachen erinnert zu werden - nein das geht nicht. aber sie bricht sich manchmal bahn, und man kann nichts dagegen tun. sollte man auch nicht. es ist ein tribut an alles, was jemals passiert ist und noch passieren wird.
    sehr schön geschrieben, liebe angel!

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  4. Liebe iggy und du bist wunderbar auf meinen Text eingegangen, hast also auch keine "Sommerpause" - Urlaubszeit - die man so allgemein hier sieht....:)) - überall herrscht ein klein wenig FLAUTE, man ist im Draussen und geniesst den "Sommer" der uns nun auch "offiziell" seit 21.zigstem beglückt....
    dir einen sonnigen Tag ohne Traurigkeit....Umärmler Angel

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herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit die meinen Beiträgen gelten, denn mich interessiert auch die Meinung der anderen zum Thema das ich auswähle, lieben Gruß an Euch alle - Angelface -