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Montag, 2. Juni 2025

ist das Kunst oder kann das weg ?

 was ist was wert; -  eine gute Frage die ich mir schon oft stellte wenn ich die Sachen meiner Mutter und Großeltern durchsah - von denen ich mich bisher nicht trennen konnte oder auch nicht wirklich wollte, wahrscheinlich war die Zeit dafür noch nicht richtig reif - der Gedanke und das Gefühl muss von ganz Innen kommen - ist meine langjährige Einstellung dazu.

Einerseits aus Respekt ihnen gegenüber, andererseits weil mir vieles selbst gefiel, ich aber nicht so wohne wie die Berliner in ihren hohen Altbauräumen die früher vor langer Zeit immer schon ein Traum von mir waren.

                        Träume oder  auch große Räume muss man sich leisten können

 in so ein Häuschen passt vieles hinein...
doch ein Haus ohne Bücher -
 ohne Erinnerungen  ist leer


Knapp 8°° es ist noch früh heute Morgen. Draußen ist alles pitschnass, kein Wunder nach all dem endlich ersehnten Regen. Es hat ganz schön geplätschert. Das Gewitter dabei hat zwar ein wenig erschreckt ist aber in unseren Breitengraden fast schon selbstverständlich.

Ich denke etwas versunken in mich an den gestrigen, sehr sympathischen Besuch zurück und wünschte mir, solche netten und besonderen Menschen würden auch hier im Park wohnen. Tja - auch so ein Traum von mir.

 Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus. Sieben Treppen hoch – hach ; - hab die volle Kaffeetasse vergessen - sieben Treppen wieder herunter, keiner kann sagen ich bewege mich zu wenig, das ist im Laufe des Tages fast schon Sport.

Einer muss wieder das nach oben schaffen, was zurückblieb - denn das Haus ist wieder leer und zwar im doppelten Sinne.

                  Menschen und ihre Dinge.

Seit dem letzten Antikflohmarkt in Sickendorf, der einzige in der Gegend der antikes gerne anbietet - war mir im Sinn geblieben* etliches aus meinem Haushalt abzugeben, damit es in neue Hände kommt. Aus dem Nachlass meiner Mutter, ihre Malermappe mit ihren  besonderen Aquarellen, die alten Bücher und Zeichnungen,  ihre so schönen zarten  Bleistiftskizzen, ihre uralte wunderschöne Holzschmucktruhe mit dem geschnitzten Deckel , viel anderes Geschnitztes, vielleicht auch der russische Samowar, die Graphik eines bekannten Malers aus Paris von xxx; kunstvolle Ledereinbände, Bilder meines Urgroßvaters, alte Kreuze, altes Silber aus dem  alten Vitrinen Schrank meiner Großmutter, auch die wunderschönen  Holzworkerarbeiten von Peter, die ich nach seinem Tod gerettet und bei mir  oben auf dem Glas - Vitrinenschrank stehen  hatte,  sollten in keinem Fall irgendwann in der Tonne landen. Hier in der Gegend gab es ja keine Interessenten dafür obwohl ich mich dazu umgeschaut hatte.

Ein Anruf am AB hatte mein  ursprüngliches Ansinnen wieder aufflammen lassen und ich schleppte alles zusammen morgens schon die Treppen herunter, denn die nette Dame die ich schon vom Antikmarkt  kannte, bot sich an vorbeizukommen um sich all diese Dinge anzusehen. Sie würde ihren lese- begeisterten Begleiter mitbringen erzählte sie mir noch am Telefon vorher.

Als erstes wollte ich Kaffeekochen ehe sie kamen, suchte meine Beleuchtungsarmatur um die Glasschränke und Ecken des Zimmers hübsch auszuleuchten , fand sie aber bei all dem Herumräumen nicht mehr.

Wie sich herausstellte, war das beim früheren Eintreffen meiner Besucher auch nicht nötig.

 Sie war begeistert – ja geradezu erschlagen und fast sprachlos-  was ich ganz bezaubernd empfand-  von all dem Angebot der alten Bücher, wobei ich ihr zu meinem Bedauern gestehen musste, dass leider die beiden wichtigsten dicken Wälzer von denen ich ihr auf dem Antikmarkt erzählt hatte,  mir unerklärlicherweise irgendwie abhanden gekommen waren. Die verflixten zwei Bände meiner Großeltern aus dem letzten Jahrhundert waren verschwunden und ich wusste nicht mehr wo ich sie hingeschafft hatte. Irgendwo in den Annalen meines Hauses hatten sie sich unsichtbar gemacht. Dafür hatte ich andere alte Bücher aus den 50iger Jahren, alte Filmalben und Biographien, Cartoons von W. Busch, alte Sagen und Fabeln, Kindermärchenbücher, uralte Fotos von Berlin aus den Händen meines Großvaters, die golden verzierte Schmuckkassette meiner Mutter und vieles andere zurechtgelegt mit der Frage ob sie das auch interessieren würde.

 einige Auszüge dessen was wegging...

wohl das Kollegium in Berlin-Charlottenburg


ihre Skizzen und Entwürfe auf
federleichtem Seidenpapier sind fast durchsichtig



ein ganzes Skizzenbuch  entdeckt
gebunden mit  zarten Zeichnungen gefüllt..
einzigartig...

                                          
einzelne Blätter daraus

                                               

Fotographien von Menschen die
 wohl vielleicht Familienmitglieder meines Großvaters 
 in Irland waren ( auf Pappe)
alles gut erhalten

Fotoalben meiner Mutter die ich entleert
und zu Collagen zusammengefügt hatte

das verschwundene Unsichtbare
 interessant eingebunden

die letzten die man aus
dem Berliner Antiquariat bekommen konnte


Großvater Johannes Reiske
ihn hätte ich gerne kennengelernt
nur kam ich zu spät auf die Welt

eines seiner Bücher
für den " Selbstuntericht" in Deutsch

                                               

ein wunderschönes Bild meiner Großmutter

sagt mir persönlich nichts - 

 Mami und ihr  gebundener Katzenkalender
 einzelne Blätter extra behalte ich
sie hat ja wundervoll gemalt -
Aquarelle von Blumen - Häusern, Schuhen
 Landschaften, Gärten, Straßen, Wiesen und Weiden 
Tieren wie Gänsen, Kühen, Pferd und Rind, Hund und
 immer wieder war wohl Katze ihr Ding.
 

ihre  Gedanken - und Erinnerungen
skizziert auf seiden Papier

 der Druck der Lithographie von 1929 la park
die Christiane zum Gutachter brachte um zu sehen ob sie echt ist

ja  - auch du darfst  jetzt weg...




irgendwann werde ich das Original wohl wieder finden,
dann bekommt sie es nach - hab ich ihr in die Hand versprochen..

 das bisher spurlos verschwundene Buch von 1840
aus dem 18.Jahrhundert wurde es 1725 geschrieben
  indische Hütte
von Henri Bernadin de Saint-Pierre
mit 2 Titelbildern von Emilie Weißer
die Geschichte spielt sich auf der damaligen Insel Mauritius ab





                                                     

Theaterstücke

                                         
_..das Verb ist wichtig ...._

                                     

Ihr Besuch hat mich sehr angenehm berührt, ihr offensichtliches Interesse, auch ihr Erstaunen darüber dass ich dafür nichts wollte, letztendlich aber nahm ich gerne eine Spende für das Kinderhospiz von ihr an weil sie darauf bestand.

Beide Besucher - Er und Sie - fanden das Häuschen, die Anordnung der Räume und Treppen sehr eigen, aber schön und - obwohl es so „voll“ (was den extrem kleinen Räumen zuzuschreiben ist) – außergewöhnlich individuell und sympathisch eingerichtet - es würde zu mir passen“ , meinte er,  während er auf die Leiter stieg um die Großdrucke der Bilder näher in Augenschein zu nehmen.

Ein tolles , sehr schönes und seltenes Kompliment das ich fast noch nie bekommen habe und ein Zeichen - wer es wie ich empfindet, ist damit genau auf meiner Wellenlänge.

 Nero kam zwischendurch herein und strich dem männlichen Part des Besuches ziemlich aufdringlich um die Beine -  was durch viel Streicheln belohnt wurde - aaha  - auch ein Katzenliebhaber, wie schön -  - Wir kamen noch näher ins Gespräch. Dann suchten sie aus und sortierten was für sie interessant war. Daran merkte ich Kunstverstand. Bilder, Bücher wurden durchblättert, angelesen gelobt echtes Interesse gezeigt, ja gerne würden sie etwas davon mitnehmen wenn der Platz in ihrem Auto dazu reicht. Die Holzskulpturen von Peter nachdem sie die Geschichte die dahinter stand, leise zustimmend belächelten, würden sie sie gerne mitnehmen. Beide vom Glasschrank runterzunehmen erwies sich als Gewicht ziemlich schwer.

Zum Abschluss ihres Besuches während alles in ihrem Auto verschwand , machten wir noch einen kleinen Rundgang durch den durchnässten bunten Garten und ihr Begleiter, ein sehr netter attraktiver Besuch wohl aus B, ( übrigens mit hellblauen ausdrucksstarken Augen)- der mich in seiner Gestik, schmalen hohen Gestalt und Art sehr an Peter erinnerte;  war etwas erstaunt aber wohl auch entzückt über die so individuelle Gestaltung meines bunten Paradieses. Während er Nero der ihm ständig um die Füße strich immer wieder streichelte , erzählte er mir, dass er auch Katzen liebe und wohl auch eine hätte.

Katzenliebhaber sind mir ja immer willkommen weil es einfach freundliche Besucher sind.

Er wird – hat er sich überlegt - nachdem beide Holzskulpturen erst mal auf dem Antikmarkt ausgestellt und mit ihrem schönen Schmuck belegt, Peters Holzworkerarbeiten wahrscheinlich bei seiner Rückkehr nach B mitnehmen, was mich glücklich macht wenn sie ein würdiges neues Zuhause bekommen, das lässt mich erleichtert zurück.



wo bist du - wo hast du dich versteckt"!!!


 alte Märchen -  Fabeln und illustrierte Geschichten

Eine herzliche Umarmung für beide lässt mich glücklich erfahren, dass nun all die Werte die Beide erkannten, nun in guten Händen sind.


Mann aus dem Wald -
Kunst -  Handarbeit - schön oder ein klein wenig  eigen -
oder gar frivol? kann man sich 's aussuchen wie er es findet - 
wenn interessiert das  - wenn er es gut findet...
 eine Ausstellung im  Laden -  eine Schmuck Boutique
 in Giessen hatte es mal für ein halbes Jahr ausgeliehen
um ihren Schmuck darauf zu drapieren
der daraufhin reißenden Absatz fand erzählte man mir..
ade ihr beiden ....machts gut

 - Holzarbeiten aus dem Wald - 
 nur  frech und  besonders phantasievoll bearbeitet
was sich anbot  - dann geölt...
wir haben immer herzlich über
 die " ursprüngliche Bedeutung der Skulpturen gelacht 





                                          
das Innere des Hause verriet seine Natur...


ich rettete die beiden Skulpturen die  wohl für andere etwas merkwürdig aussahen _ bei der Räumung seines Hauses vom ersten Stock aus dem Fenster  direkt vor' s Haus geschmissen wurden. 

 Das konnte ich natürlich nicht zulassen - sie sind schließlich Handarbeit.- Seitdem standen sie bei mir auf dem Schrank, und hatten unsere Strohhüte als Tarnung auf, die ich jetzt wieder im Sommer trage. Man darf mir glauben wenn ich sage sie sind außergewöhnlich und in der Art wird wahrscheinlich Holz aus dem Wald nicht so "verarbeitet was ihm großen Spaß machte -  auch um andere ein wenig zu schockieren...

 sein Haus war  das Gleiche wie meines - seine Arbeiten ungewöhnlich - da passte auch viel hinein und war wie sein Waldgarten etwas ganz besonderes -  ich wusste, dass er darin glücklich war, denn es war voller Liebe gestaltet. Er liebte den Wald und seine Bäume, deshalb gab er mir auch einen davon ab, der heute bei mir 2 Meter hoch ist. 

sein Häuschen war schon ganz besonders
auch von Außen wo er liebevoll jahrelang Hand anlegte
Innen konnte man nur staunen
wie es heute aussieht ist es nicht mehr wieder zu erkennen-
modern - Weiß - mit Fußbodenheizung umgebautem Bad
neuen Fenstern und Türen
und neuer Küche die den alten Charme der letzten nicht hat
 das Drumherum des alten bewaldeten Gartens gibt es längst nicht mehr 
 das was mich einst so bezaubert hat.
 Er sammelte auch alte Schätze wie ich - die heute in alle Winde verweht sind
oder leider ziemlich brutal samt Gemälden und Bildern in blauen Säcken
in der Tonne landeten.


der rote Balkon -  längst abgebaut - die Skulpturen am Haus aus Holz gemacht
entfernt - das persönliche Flair - die Seele des Hauses  fehlt
heute ist es ein normales Haus das überall stehen könnte
und so mit dem alten Park nichts mehr zu tun hat.
 Rund ums Haus war alles dicht begrünt das Haus versteckte sich dahinter.
Es wuchsen Bohnen  an Ranken empor, an langen Tischen wurde draußen gearbeitet
gesägt und bearbeitet was er aus dem Wald holte
während Eichhörnchen durch die großen Bäume des Grundstücks flitzen.
Heute ist für sie dort kein Platz mehr. Das drum herum kahl und ohne Bepflanzung
 gefällt es anscheinend mehr..
 Er schlief und grillte fast ausschließlich bis weit in den Herbst
außen im Garten der still und ruhig war..
 ich dachte jetzt sehr an ihn als ich seine Skulpturen verschenkte
und damit weiter ehrte.

Frau aus dem Wald   
wer das sein soll musste keiner lange raten;-)
ich mochte seine Holzfrau sehr...

Ob allerdings irgendwer von hier be/merkt – dass etwas im Hause fehlt-was offensichtlich erkennbar ist, wage ich zu bezweifeln, denn hier schaut keiner genau hin. Da fehlt wohl leider zu meinem großen Bedauern ein gewisser Kunstsinn /ein Auge &Verstand , das Interesse und das Empfinden für besondere Dinge die außergewöhnlich sind.

" Kommentare jeder Art" seid mir herzlich willkommen, als Leser erfährt Mann/Frau vieles
über den anderen
über etwas /was man selbst nicht kennt/oder nie erfahren hat
über Unwissenheit und Wissen
über die Gedanken der anderen
die Gefühle und Empfindungen
über Gott und die Welt...
sie sind das Salz in der Suppe ,erfreulich - willkommen - -mal würzig, zu-salzig-zu wenig gesalzen-mutig-ehrlich- - höflich-kreativ- interessiert oder erlebnisorientiert-klug -oder dumm-
doof - frech- erheiternd - lustig-unverschämt heftig - dümmlich - -  auch gefährlich - neugierig - skeptisch - kritisierend - heftig widersprechend -  wütend -oder mit Fragezeichen behaftet -in Kommentaren ist alles enthalten - deshalb liebe und schätze ich sie sehr.

mit ihnen könnte man wie Loriot ein ganzes Buch damit füllen und erfährt über den Menschen der sie schreibt - mehr als er je über sich selbst verraten wollte.
A n g e l.'s  Notizen und Gedanken



der alte Baum der Eichhörnchen im Herbst wenn die Stürme tobten
 nun schon lange nicht mehr...
 Erinnerungen tauchen auf und dürfen nun
mit einem Seufzer gehen...

@ angelface