Dienstag, 28. Januar 2014

Buch:schlaflos, doch nicht in Seattle

worüber ich nachdenke sind auch Tabuthemen,

 doch dies ist eine völlig andere Geschichte..

Wer noch ein wenig Winterbilder sehen möchte , ein wenig Midi dazu, der klickt auf dieses:
http://wokinisblog.blogspot.de/2014/01/noch-januar-die-letzten-tage-flieen.html

nächtliche Gedankensplitter © Angelface
Textinhalt

schlaflos, aber nicht in seattle

Das etwas metallische Klickern des Kandiszuckers in meiner heißen Teetasse beruhigt meine aufgepeitschten Nervenenden, an Schlaf ist nicht zu denken, es ist 2 hr nachts und stockdunkel, nur dieser mich blendende Mond mit seinem runden Gesicht steht am Himmel.
Er schien mir mitten ins Gesicht als ich erwachte.
Vollmond macht mir immer ein wenig Probleme, da schlafe ich unruhig ein oder es gelingt mir überhaupt nicht die nötige Ruhe zum einschlafen zu finden.
Draußen rauscht leiser Regen, er plätschert ans Dachfenster mit seinem beruhigenden Tröpfeln…Tropf…Tropf…Klick, Klack - macht er. Fast werde ich davon müde.
Die Katzen sind unten, kein Wunder, die Nacht ist ihr Revier.
Merlin nervte, quakte und piesackte mich heute Abend, auch er, unruhig, wild und laut.
Husch Katze, sag ich zu ihm, schaff deinen Alabasterkörper nach unten, fang Mäuse oder zähl Gräser, die Nacht ist so schön.
Leise klingelt der Kandiszucker melodisch in meiner Tasse als ich die letzten braunen Brocken umrühre, ich mag Kandis lieber als die Süße des normalen Zuckers, außerdem färbt er den hellen Tee so schön. Ein wenig Zimt dazu, das schmeckt lecker, auch mitten in der Nacht.
Er hält mich wach, ich lächle…
Warum….
Das weiß ich selbst nicht genau, ich lächle gerne und oft.
Vielleicht deshalb weil ich an und für sich zufrieden bin, mit mir selbst so einigermaßen und mit meinem Leben, nun ja, mit ihm hab ich mich irgendwann arrangiert, ihm die Hand geschüttelt und nun finde ich es schön.
Als ich heute Nacht erwachte, waren viele meiner Gedanken wie kleine Ameisen in meinem Kopf, sie wirbelten unruhig umher, huschten von einer Ecke zur anderen und beunruhigten mich.
Irgendwie gelang es mir nicht sie zu ordnen.
Ich denke, den Zustand kennt jeder.
Nicht nur bei Vollmond. Aber da wahrscheinlich verstärkt.
Verdammte Stimmungen, warum lasse ich mich nur immer von ihnen so beeinflussen.
Es genügt ein Brief, eine Mail, ein Telefonanruf, ein Gespräch und schon denke ich ungebührlich lange darüber nach, hake es nicht sofort ab, wie andere dies vielleicht können und tun.
Die Glücklichen, denen schlägt nachts bestimmt keine schlaflose Stunde.
Sie schlafen wahrscheinlich, nein sicher, friedlich und tief, auch bei Vollmond.
Nun ja, sie haben ganz sicher auch keine Katzen die nerven.
Oder nervige Gedanken die sie wach halten.
Oder Freunde die ihnen gerade ihr aktuellstes Testament schickten, das bringt einen doch ganz automatisch auf dumme Gedanken.
Vor Jahren - ich weiß selbst nicht mehr so genau, wann, - habe ich im Traum ebenfalls meine Habseligkeiten großzügig verteilt.
Schön akkurat und sorgfältig habe ich sie auf einem weißen Blatt aufgelistet, ordentlicher Mensch, der ich bin.
Die Guten ins Tröpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen sagt man dazu wohl ja.
Nicht so nette Menschen die ich nicht mochte, habe ich ausgelassen, quasi bestraft und die, die ich mochte, an denen ich hing, habe ich mit dem überhäuft was ich hatte.
Aber als allererstes brachte ich meine Katzen unter, ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: das war mir dann doch anscheinend das Wichtigste.

Komisch, woran man im Traum so alles denkt.
Am nächsten Morgen wusste ich noch ganz viel von diesem Traum, ich musste lächeln, setzte mich hin und schrieb alles auf.
Seitdem lehnt dieses Schreiben gemütlich in den Seiten eines von mir geliebten Buches und dämmert bis zu meinem Ableben vor sich hin.
Ich gedenke nicht, es zu ändern.
Ich bin Wassermann und damit absolut verlässlich in all dem was ich tue und sorgfältig durchdenke.
Kein trockenes Blatt im Wind, das sich mit jedem Lufthauch leichtsinnig wendet, noch lange herumtanzt - ehe es zu Boden fällt.
Was wollte ich eben noch schreiben?
Ach ja, vom Regen der ans Fenster klopft, von den Gedanken die mich bewegen und von den Vorahnungen die mich beunruhigen, denn das tun sie, irgendwie habe ich ein merkwürdiges Gefühl in mir, so, als ob in nächster Zeit etwas passieren könnte das mich überrascht.
Vielleicht ist es aber auch nur die Nebenkostenabrechnung, die mir mein Vermieter heute frisch angekündigt hat.
Dabei schlurfte er fast verlegen mit seinen Schlappen über den Boden, so als wäre es ihm peinlich und guckte dabei auf den Boden vor ihm.
Ist doch nicht so schlimm, Du - , sagte ich zu ihm, ich weiß doch, dass sie um diese Jahreszeit auf mich zukommt, mach dir keinen Kopp.
Ich hoffe, er denkt nicht, ich könnte sie nicht bezahlen.
Er sollte sich lieber um sich Gedanken machen, ich komm' schon klar mit meinem Leben.
Der Regen hat nachgelassen, ich öffne beide Fenster.
Kühle frische Luft strömt herein. Es wird windig.
Das Rauschen der Autobahn, weit in der Ferne  - klingt, ja singt leise und melodich vor sich hin..
Schon herbstelt es, die Nächte werden richtig frisch. Fast schon kalt.
Vorbei der Sommer, ist mein Gedanke, heute hatte ich noch einen richtig schönen Sonnentag draußen auf meiner noch schmucken Dachterrasse.
Mein Buch hatte ich ausgelesen, kein Wunder, dass ich nicht richtig schlafen konnte, so ohne frische Zeilen im Bett.
Ob ich jetzt wohl doch - trotz Vollmond schlafen kann?
Vielleicht wenn ich das eine der beiden Fenster auflasse.
Den ganzen Sommer über stand es auf und ließ frische Luft, Wind, Sonne und Licht herein und nun, hatte ich beide den ersten Abend zugemacht, kein Wunder, bei mir als Frischluftfanatiker, dass ich da schlecht ruhen kann.
Wahrscheinlich fehlt mir nur etwas Sauerstoff.
Auch ich muss mich erst wieder umgewöhnen, an den Herbst und das, was mit ihm ganz automatisch und natürlich kommt.
Die bunten gelbroten Blätter an den Bäumen, die Kahlheit wenn schließlich alle Blätter von den Ästen fallen, an das dürre Gras statt saftigem Grün, dass nicht mal mehr unten im Garten die Apfelbäume blühen.
Den Regen, den wir wohl nun wieder öfters haben werden, und dann die unangenehme Kälte, die spätestens im Oktober kommt, und wenn ich mir so die feuchten frischen Morgennebel betrachte, wird der Winter wohl dieses Jahr früher kommen.
All diese unterschiedlichen Gedanken die in meinem Kopf umherschwirren, so wirr, sie springen von einer Schublade zur anderen, schieben sie auf, lassen den Inhalt heraus und werfen alles durcheinander.
Was für ein Touwabou. Seid doch mal still.
Total meschugge…
Kein Wunder dass ich unruhig bin, es ist vielleicht doch nicht nur der Vollmond.
Ein Auto rauscht laut den Berg herauf, aha, - es ist der Morgengoldmensch, der die frischen Brötchen austrägt, was - es ist schon so spät?
Da wird es aber höchste Zeit, dass ich mich wieder in mein Bett mache.
Merlin kommt auch schon wieder quakend herein, er will mir bestimmt erzählen dass er tüchtig nass geworden ist.
Lass deine Pfoten von meinen Füßen Kater!
Der Vollmond hat sich mittlerweile abgemacht und ist hinter dunklen Wolken verborgen, er hat sich so eine dicke Regenwolke geschnappt und sie sich quer über sein Gesicht gezogen.
Tschüss Mond, ich seh' dich morgen früh wieder, der Kater und ich wir geh'n jetzt schlafen.
Oder wenn das nicht klappt, wenigstens lesen.


auf dass wir nie vergessen werden
so wie wir waren...
so wie wir sind....
Wie ich auf den Titel komme?
Ach, wahrscheinlich hab ich unbewußt an den süßen Film mit Tom Hanks und Meg Ryan gedacht, den ich heute abend im Video gesehen hatte.
Nur, dass auf mich keiner wartet um mir Herz und Hand anzutragen.
Seufz...Schade...
Ich werd mich wohl mit frischen Brötchen begnügen.
Doch darauf freu ich mich jetzt schon.
Wann ist es hell? - frage ich mich leise

und während schon der Kater das Bett anwärmt
denke ich an meine letzten Gedichte...
die ich im Februar schrieb, ich denke, sie passen hier noch gut hin um meine Gedanken abzurunden.

♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥
Februargedichte
zwischen dem Gestern und dem Morgen
liegt das Jetzt
das ich lebe


wenn ich morgen zu dir komme
bringe ich dir meine Gedanken mit
ich könnte dir auch etwas anderes
mitbringen, aber
sie sind das Kostbarste
was ich habe


früher trug ich meine Gedanken
Hundertfach in kleinen Schubladen
ungeordnet mit mir herum
heute sortiere und ordne ich sie
bevor ich sie ablege


früher war so vieles anders als jetzt
ich dachte zwar nach
hatte aber oft keine Zeit zu tun
was richtig war
heute achte ich mehr darauf
mich zu ordnen
ehe ich mich schlafen lege


wenn du liest was ich schreibe
weißt du vielleicht was ich oft denke
doch manchmal täusche ich mich selbst
in dem was ich damit meine


alle sagen immer zu mir
ich soll doch nach vorne denken
auch mitten in der Nacht
ich sehe keinen rechten Sinn darin
denn ich kann nicht so tun
als könne ich das Gestern vergessen
denn das hat mich zu dem gemacht
was ich heute bin.
Der Regen trommelt leise in das Fenster
perlt an den Scheiben herab
gedankenversunken höre ich ihm zu
im Dunklen
darüber schläft es sich gut ein


was LIEBSTER kann ich dir schenken
♥: ♥: ♥:
meine Wärme
meine Gedanken
einen winzigen Hauch von Zärtlichkeit
ich hoffe, du nimmst es an.


In den Ästen der Bäume
hängt die Traurigkeit
schwer wie ein Stein
leicht wie ein Blatt fällt sie ab
wenn du mir zuhörst
wenn ich dir von früher erzähle

unter das was ich früher schrieb
setzte ich die Monats und Jahrestage
damit ich später wusste
was ich wann geschrieben hatte
heute weiß ich
warum das früher wichtig für mich war.


Wenn ich so deinen Namen leise vor mich hindenke
taucht dein Gesicht vor meinen Augen auf
du lächelst während du dir deine eigenen Innenbilder malst
denn die Farben sind der Spiegel deiner Seele
doch nun werden sie milchiggrau
denn du kannst sie bald nicht mehr sehen

in meiner Gedankenschublade schwirren
sie manchmal ungeordnet herum
wohin soll ich sie legen
die mich so oft quälen
mich nicht schlafen lassen
sie sind umtriebig
manchmal auch zielstrebig
wie kleine bunte Schmetterlinge
leben sie nur einen Tag
meine Gedanken

warum denken andere oft so wenig
denke ich zuviel
zu oft?
Was haben wir denn
wenn wir nicht mehr denken
zurück bleibt nichts von uns
als gähnende Leere

aus allen Ecken kommen sie gekrochen
von links
von rechts
von hinten her
sie überfallen mich wie Ameisen
flink arbeiten sie sich wie Bauarbeiter
und Tagelöhner
durch endlose Tage und Nächte
sie kennen kein Hartz4

kennst du dies auch
die Nacht ist so lang
so dunkelgrau
nicht schwarz
nicht dunkelblau
der Mond grüßt dich durchs Fenster
warum er wohl so aussieht
als wüsste er ganz genau
was in der Welt vorgeht

♥: ♥: ♥: ♥: ♥: Gedichte - Gedanken - Verse ♥: ♥: ♥: ♥: aus 2010

© Angelface

Kommentare:

  1. Was für eine Nacht...
    Vollmond läßt auch mich unruhig schlafen. Manchmal wandere ich durch die Räume, fühle mich beengt und dann vermisse ich die Natur, die Freiheit des aus dem Fenster schaun mit Blick auf Hof oder Garten.
    Angel hat es da besser... sie hat nur die Berge gewechselt und die Natur behalten.
    Hier ist es noch still, der Tag kriecht an der Gardine vorbei ins Fenster.
    Guten Morgen, ein neuer Tag ...
    sissi

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  2. der Tag kriecht an der Gardine vorbei ans fenster, so schön romantisch - lyrisch kann nur sissi kommentieren und sie tut es...und: ja so ist es...ich schaue auch ganz still....und freue mich

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herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit die meinen Beiträgen gelten, denn mich interessiert auch die Meinung der anderen zum Thema das ich auswähle, lieben Gruß an Euch alle - Angelface -