Stricken und Schreiben kann fast schon
eine Art der Therapie sein.
- mir schenkt es innere Ruhe und Konzentration -
doch ich merke auch,
manchmal vergesse ich sogar die Zeit darüber
plötzlich sind Stunden weg,
ich hab mich buchstäblich
hinaus aus dem Raum gestrickt...
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| - bunt ist Lebendigkeit - wie ein Herbstblatt das zu Boden fällt - aber wer ist hier farbenblind? |
man fragt sich beim Hobby ja oftmals: - etwas zögerlich - was ist es für mich????
Ehe man eine freie Couch dazu bekommt vergehen oft Jahre. Wenn man Glück hat sind es Monate bis ein Platz frei wird, wo am anderen Ende ein offenes Ohr sitzt und dir zuhört was du nicht alleine im Laufe deines Lebens *verdauen konntest. Dann ist 's aber auch oft schon zu spät..
Wie verarbeitet man Geschichten, die im trüben Nebel deiner Erinnerungen auftauchen?
Gerade bei älteren Menschen die
plötzlich viel-Zeit-für-sich – haben, verstummt oft die Sprache, man
wird still und macht alles mit sich alleine aus was man früher vielleicht auch mal mit
einer Freundin besprach, die im Heute längst verstorben ist. Der
Balken der Abschiede wird länger und länger auf dem man selbst noch
herumturnt und das Leben einen noch so lange dehnt, bis das Strecken, Bücken und Knien beschwerlich wird..so wird mancher zumindest im Winter zum unfreiwilligen Stubenhocker.
- lieber etwas anstreichen als "Sport , der sei ihr zu anstrengend - spazieren- gehen zu beschwerlich - auf 's Bäume klettern hat man sich abgewöhnt - langweilig das Bummeln durch die Stadt - selbst die Gartenpflege geht schwer von der Hand - lesen fällt oft schwer, es fehlt die Konzentration oder das Augenlicht wird schwach - fernsehen erledigt sich oft von selbst", - was dem Programm zuzuschreiben ist, das Interesse am PC lässt nach.
Mein – in manch Augen vielleicht übertrieben „vieles Stricken“ hat mich vieles gelehrt, auch andere Betrachtungen anzustellen.
Wie meine bunten Stühle, die auch so unvollendet entstanden, ich ihnen aber eine Bedeutung zuordnete und nicht nur die, dass „altes nur zum wegwerfen gut ist“, sondern praktisch und hübsch bunt ist, mehrere im Garten für mich, die Katzen und unvorhergesehene Besucher und nicht nur zur reinen Dekoration stehen zu haben; - ist auch das Stricken weit mehr als nur ein Hobby zum Zeitvertreib für mich.(geworden)
Nach einiger Zeit entdeckte ich, dass ich manche meiner Geschichten gedanklich in die Maschen und Farben hineinfließen und darin tanzen lassen konnte - wie im Erinnern die Projektion eines Bildes entsteht.
Es lenkte mich ab, manchmal mehr als ein Buch, mehr als ein Sonntagsspaziergang im Grünen, ein Film im Fernsehen oder ein Gespräch am Gartenzaun.
Plötzlich *empfand und sah ich beim
stricken in der Farbe lila die langsam aber nachdrücklich vom
hellen ins Dunkle überging ein ernstes Gesicht an meinem Bett,
dass mir mitteilt, wenn ich nicht binnen 14 Tagen am Herzmuskel
operiert werde, überlebe ich die nächsten Jahre nicht. Das war die
Diagnose HOCM im Oktober 2019 *währenddessen der plötzliche Tod meiner Mutter
über den ich nie mit jemandem gesprochen habe, mich lange verwirrte wenn der tägliche Morgen- und Abendgutenachtgruß fehlte. Nachts weckten mich meine Gedanken an sie - aus meinen Träumen auf.
..Dazwischen so etliches an Irrungen und Verwirrungen im Leben, sich manipuliert fühlen, viel erstaunt über das Leben sein, dass sich anders entwickelt wie gewünscht hatte und ein Beruf den ich heiß liebte.
Zum auswandern kam ich nie, obwohl der Wunsch nie weit weg war. Den strickte ich mir an die Füße und lächelte fein dabei wenn ich mir die Auswandergeschichten heutiger junger Menschen in Hallo Deutschland oder Brisant ansehe. Irgendwann traute ich es mir nicht mehr zu, es alleine zu versuchen und Batsch - war die Zeit dafür vorbei.
Puh, wo kommt das plötzlich her“?
Schnell strickte ich ein helles türkisgrün hinzu, was ja Hoffnung bedeutet-egal ob hell oder dunkel. Doch davon hatte ich nicht mehr all zu viel in Reserve
Auch das dunkel lila tauchte immer wieder auf, mal heller, feiner in der Strickdichte, mal wieder sehr sehr dunkel, fast zum rot tendierend, was mir als Farbe mehr als einmal auszugehen drohte.
Helle Farben, changierend ins eigene Bunt übergehend bedeutete fast ein Muster zu werden, was gar nicht beabsichtigt war. Einmal links, mehrmals rechte Maschen beim wechseln genügt völlig um überraschend bunt zu wirken.
Eher wollte ich Streifen, Blockstreifen
durch die unterschiedlichen Farben getrennt - dicke und dünne abwechselnd,
das waren die Gesichter der Katzen und ich konnte genau
unterscheiden, jetzt ist es Merlin, dann Paulchen, dann Mimi und dann
plötzlich kam mit °gelb leuchtend° meine Birke mit ins
Maschenspiel und mir die Tränen.
Jede Masche eine Geschichte und
dahinter die Gesichter, die dazu gehörten.
Beim zurückdenken - viel Bunt – 13 Jahre – warme Nächte auf dem Balkon und viele Gespräche mit meiner liebsten Freundin , Sommer am See, dann etwas verhangen im Nebel der Erinnerungen – auch mal schwarz, bedeutet Schmerz, - der Verlust der Tochter, - aber auch Enttäuschung und Ärger - dann kamen wieder ganz viele rosa Farbmaschen, wie der Frühling wenn die Blumen im Garten erblühen und die Hagebutten dick und fett fast dunkelrot wurden. Aber immer wieder ganz viel Grün - was die Bäume im Garten für mich bedeuten. Der Blick vom Balkon und ins Weite bis zu den Segelfliegern am Himmel.
Ich *sah die Farben des Gestrickten an den Beinen der Kinder in der Ukraine die im Winter oft frieren. Mit der Aufgabe zu wärmen..an Doris Händen wenn sie zum Füttern auf den Hof kommt und die Schafe begrüßt....
an einer alten Frau an einer Ampel wie sie über die Straße läuft und sich freut, sie lächelt vor sich hin. Das war Frankreich in den Siebzigern und der alberne Kauf eines Brautkleides auf einem sonnigen Markt, das ich später in leuchtend rot umfärbte weil die alte Spitze darin so wunderschön war und mich faszinierte.
Geschichten in Episoden die mich das Leben lehrte....die nie ganz aus dem Gedächtnis gehen.
So ist stricken mehr als „etwas n u r produzieren für mich /* und oder andere - „.sondern ab und zu Teilabschnitte vom Leben und wenn ich die Farben am Handgelenk trage, bin ich auch noch - immer wieder ein wenig - das frühere ich.
Deshalb stricke ich so gerne, wahrscheinlich bin ich aber auch nur * farbverliebt weil ich Überraschungen mag - ich weiß ja nie vorher, welche Geschichte darin auftaucht.
dicke, fette nur Grautöne kommen übrigens relativ selten
darin vor. Auch wenn ich es an mir mag wenn ich es TON in TON als Rock oder Hose trage , allenfalls ein ganz zartes Silbergrau, was mich an meine Haare erinnert wenn die Sonne darauf scheint oder an die Farben des bunten Herbstes vor meinem Fenster..
@ angelface



























































